US-Inflation im November: Preisdruck kühlt stärker ab als erwartet

US-Inflation im November: Preisdruck kühlt stärker ab als erwartet

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Die US-Inflation hat sich im November überraschend deutlich abgekühlt und lag mit 2,7 % unter den Erwartungen der Ökonomen. Dieser Rückgang des Verbraucherpreisindex (CPI) deutet auf eine mögliche Entspannung des Preisdrucks hin, auch wenn die Veröffentlichung der Daten durch eine Regierungsschließung verzögert wurde.

US-Inflation im November: Deutliche Abkühlung unter Erwartungen

Das Bureau of Labor Statistics (BLS) veröffentlichte am Donnerstag neue Inflationsdaten für November. Demnach verlangsamte sich die jährliche Inflationsrate auf 2,7 %, nachdem sie im September noch bei 3 % gelegen hatte. Ökonomen hatten für November eine Rate von 3,1 % erwartet, was den höchsten Wert seit Mai 2024 dargestellt hätte. Die aktuellen Zahlen signalisieren somit eine stärkere Abkühlung als prognostiziert.

Kerninflation und spezifische Preisentwicklungen

Die sogenannte Kerninflation, die volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, stieg im November im Jahresvergleich um 2,6 %. Auch dieser Wert lag unter der Prognose von 3 % und dem Anstieg vom September. Der Lebensmittelindex erhöhte sich im November ebenfalls um 2,6 % gegenüber dem Vorjahr, ein Rückgang gegenüber den 3,1 % im September.

Dabei stiegen die Preise für Außer-Haus-Verpflegung, etwa in Restaurants, mit 3,7 % schneller als die Preise für Lebensmittel zu Hause, die um 1,9 % zulegten. Der Wohnungsindex, dessen Anstiegsraten sich generell verlangsamt haben, erhöhte sich im November im Jahresvergleich um 3 %, deutlich unter dem Anstieg von 3,6 % im September.

Auswirkungen der Regierungsschließung auf die Datenlage

Der Bericht über die Verbraucherpreise wurde um acht Tage verzögert, da eine 43-tägige Regierungsschließung von Oktober bis etwa Mitte November die Datenerhebung beeinträchtigte. Dies verhinderte auch, dass das Bureau of Labor Statistics einen Gesamt-Verbraucherpreisindex für Oktober 2025 berechnen konnte. Der aktuelle Bericht bot Investoren, Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern den ersten Einblick in die CPI-Entwicklung seit der Veröffentlichung der September-Zahlen am 24. Oktober.

Das Arbeitsministerium gab an, dass es aufgrund der Schließung keine Oktober-Daten erheben konnte, aber einige nicht-umfragebasierte Daten für diesen Monat nachträglich erwerben konnte. Die Datenerfassung für die September- und November-CPI-Berichte war ebenfalls gestört.

Der Einfluss von Zöllen und die Herausforderung für die Federal Reserve

Die US-Inflation verharrt hartnäckig über dem 2 %-Ziel der Federal Reserve. Ökonomen verweisen auf die Zölle der Trump-Regierung, die zweistellige Steuern auf Importe aus fast allen Ländern der Welt sowie gezielte Zölle auf spezifische Produkte wie Stahl, Aluminium und Automobile umfassen. Diese Zölle haben zwar weniger inflationär gewirkt als befürchtet, üben aber dennoch einen Aufwärtsdruck auf die Preise aus.

Dies erschwert die Entscheidungsfindung für die Federal Reserve, die abwägen muss, ob sie ihren Leitzins weiter senken soll, um einen stockenden Arbeitsmarkt zu stützen, oder ob sie abwarten soll, bis der Inflationsdruck nachlässt. Die Zentralbank hatte ihren Leitzins in der vergangenen Woche zum dritten Mal in diesem Jahr gesenkt, wobei Fed-Beamte signalisierten, dass sie für 2026 nur eine weitere Senkung erwarten.

Zusätzlich zu den Inflationsdaten veröffentlichte das BLS Anfang der Woche auch Daten zum Arbeitsplatzwachstum im Oktober und November sowie die Arbeitslosenquote des letzten Monats. Dieser verzögerte Bericht zeigte einen gemischten Arbeitsmarkt mit besser als erwartet ausgefallenem Arbeitsplatzwachstum, einer über dem September-Wert liegenden Arbeitslosigkeit und einem sich verlangsamenden Lohnwachstum. Beide Berichte werden für die nächste Zinsentscheidung des Federal Open Market Committee (FOMC) am 27. und 28. Januar von Bedeutung sein. Vor der CPI-Veröffentlichung zeigte CME FedWatch eine Wahrscheinlichkeit von etwa 75 %, dass die Fed die Zinsen nach drei aufeinanderfolgenden Senkungen unverändert lassen würde, und eine Wahrscheinlichkeit von etwa 25 % für eine Senkung um 25 Basispunkte.