
US-Märkte unter Druck
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Die US-Aktienmärkte zeigten sich am Freitag schwächer, wobei der Dow Jones über 100 Punkte verlor. Währenddessen überzeugte der Logistikriese FedEx mit besser als erwarteten Quartalsergebnissen und hob seine Prognose an, was einen Lichtblick in einem ansonsten gedämpften Marktumfeld darstellte. Die europäischen Börsen konnten hingegen leichte Gewinne verbuchen, während die asiatischen Märkte ein gemischtes Bild abgaben.
US-Märkte unter Druck
Am Freitagmorgen verzeichneten die wichtigsten US-Indizes Verluste. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 0,26 % auf 45.903,09 Punkte, nachdem er bereits über 100 Punkte eingebüßt hatte. Auch der technologieorientierte NASDAQ gab um 0,73 % auf 21.930,51 Punkte nach, und der S&P 500 verlor 0,43 % und schloss bei 6.577,97 Punkten.
Innerhalb der Sektoren zeigten sich am Freitag deutliche Unterschiede. Energieaktien konnten um 1,1 % zulegen und führten damit die Gewinner an. Im Gegensatz dazu gehörten Konsumgüteraktien zu den Verlierern und fielen um 0,9 %.
FedEx übertrifft Erwartungen und hebt Prognose an
Ein positives Signal kam vom Logistikunternehmen FedEx Corp. (NYSE:FDX), das am Donnerstag seine Finanzergebnisse für das dritte Quartal bekannt gab. Das Unternehmen übertraf die Analystenschätzungen sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten Gewinn pro Aktie. FedEx meldete einen Umsatz von 24 Milliarden US-Dollar, während Analysten 23,42 Milliarden US-Dollar erwartet hatten.
Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag bei 5,25 US-Dollar und übertraf damit die Schätzungen von 4,13 US-Dollar deutlich. Angesichts dieser starken Leistung hob FedEx zudem seine Prognose für den bereinigten Gewinn pro Aktie für das Geschäftsjahr 2026 über die Erwartungen an. Das dritte Geschäftsquartal endete am 28. Februar 2026.
Rohstoffpreise im Fokus
Die Rohstoffmärkte zeigten am Freitag unterschiedliche Entwicklungen. Der Ölpreis gab leicht nach, wobei Rohöl um 0,7 % auf 95,49 US-Dollar fiel. Im Gegensatz dazu legte Gold um 1,5 % auf 4.674,20 US-Dollar zu.
Auch Silber verzeichnete einen Anstieg von 1 % auf 71,935 US-Dollar, während Kupfer um 0,1 % auf 5,4695 US-Dollar stieg. Diese Bewegungen spiegeln die anhaltende Volatilität und Unsicherheit in den globalen Märkten wider.
Globale Märkte zeigen gemischtes Bild
Die europäischen Aktienmärkte präsentierten sich am Freitag überwiegend positiv. Der Eurozonen-Index STOXX 600 stieg um 0,4 %, und Spaniens IBEX 35 Index legte sogar um 1 % zu. Auch Londons FTSE 100 verzeichnete ein Plus von 0,3 %, Deutschlands DAX gewann 0,3 % und Frankreichs CAC 40 stieg um 0,2 %.
In Asien war das Bild gemischter. Während Indiens BSE Sensex um 0,44 % zulegte, fielen Hongkongs Hang Seng Index um 0,88 % und Chinas Shanghai Composite um 1,24 %.
Der Schatten des US-Iran-Krieges und technische Indikatoren
Die jüngsten Marktbewegungen stehen im Kontext des US-Iran-Krieges, der am Samstag, den 28. Februar 2026, begann und sich nun im 14. Tag befindet. Dieser Konflikt hat sich als wesentlicher Katalysator für die Marktschwäche erwiesen. Bereits am Donnerstag verlor der Dow 344 Punkte oder 0,7 %, der S&P 500 fiel um 0,5 % auf etwa 6.590 Punkte und durchbrach kritisch seinen 200-Tage-Durchschnitt von 6.619,14 Punkten – ein Niveau, das seit dem 9. Mai 2025 nicht mehr unterschritten wurde.
Der Dow Jones Industrial Average schloss bereits am Mittwoch zum ersten Mal seit dem 20. Juni 2025 unter seinem 200-Tage-Durchschnitt, was technisch ein negatives Signal für den langfristigen Trend des Index darstellt. Wenn sowohl der Dow als auch der S&P 500 gleichzeitig unter ihren langfristigen Trendlinien liegen, verschiebt sich die Beweislast vollständig auf die Bullen. Deutsche Bank Research hat festgestellt, dass S&P 500-Rückgänge bei geopolitischen Konflikten seit 1939 durchschnittlich etwa 15 Handelstage dauern. Die aktuelle Bewegung ist bereits 13 Handelstage alt und etwa 4 % niedriger.
Der Krieg hat auch die Ölpreise stark beeinflusst. Brent-Rohöl erreichte kurzzeitig 119,11 US-Dollar pro Barrel, bevor es sich bei 110 bis 112 US-Dollar einpendelte. WTI-Rohöl bewegte sich zwischen 96 und 99 US-Dollar pro Barrel. Diese Ölpreissprünge aufgrund globaler Versorgungsstörungen erhöhen das Risiko eines Stagflationsszenarios, was wiederum die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen durch die US-Notenbank im Jahr 2026 reduziert.
Die Performance der US-Indizes hat sich seit Kriegsbeginn deutlich verschlechtert. Während der DJIA vor dem Krieg (1. Januar bis 27. Februar 2026) mit +1,9 % der zweitbeste US-Index war, ist er im Zeitraum vom 27. Februar bis 12. März 2026 mit -4,7 % der zweitschlechteste. Diese Underperformance des DJIA wird hauptsächlich auf den Banken- und Finanzsektor zurückgeführt, der mit rund 27 % das höchste Gewicht im Index hat. Goldman Sachs ist mit einem Gewicht von 10,4 % (Stand: 12. März 2026) die gewichtigste Einzelkomponente im DJIA.
Wirtschaftskalender
Im weiteren Verlauf des Tages wird der Baker Hughes Oil Rig Count veröffentlicht, der Aufschluss über die Aktivität in der Öl- und Gasindustrie geben könnte.