
US-Medikamentenpreise: Trump erzielt Deals mit Pharma-Riesen
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Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump treibt ihre Bemühungen voran, die Arzneimittelpreise im Land an günstigere Tarife im Ausland zu koppeln. In diesem Zuge haben mehrere der größten US-amerikanischen und europäischen Arzneimittelhersteller freiwillige Vereinbarungen zur Preissenkung ihrer Medikamente getroffen. Dies markiert einen bedeutenden Schritt in der Debatte um die hohen Gesundheitskosten in den Vereinigten Staaten.
Historischer Schritt zur Preissenkung
Präsident Donald Trump unterzeichnete am 12. Mai 2025 im Roosevelt Room des Weißen Hauses in Washington, DC, eine Durchführungsverordnung. Diese zielt darauf ab, die Kosten für verschreibungspflichtige Medikamente und Pharmazeutika um 30 % bis 80 % zu senken. Die Maßnahme belebt Trumps "Most Favored Nation"-Politik wieder, die darauf abzielt, Preise außerhalb der USA zu erhöhen und "globales Freeriding" zu beenden.
Vereinbarungen mit führenden Pharmaunternehmen
Am Freitag schlossen neun große Pharmaunternehmen Abkommen mit Präsident Trump. Dazu gehören Merck, Bristol Myers Squibb, Amgen, Gilead, GSK, Sanofi, Roche's Genentech, das privat geführte Unternehmen Boehringer Ingelheim und Novartis. Diese Unternehmen haben sich bereit erklärt, ihre Medikamente zu niedrigeren Preisen zu verkaufen.
Im Gegenzug erhalten die Firmen eine dreijährige Schonfrist vor Trumps geplanten pharmazeutikaspezifischen Zöllen. Voraussetzung dafür ist, dass die Arzneimittelhersteller weiterhin in die US-Produktion investieren. Von den 17 größten Arzneimittelherstellern, an die Trump im Juli Briefe geschickt hatte, haben nun 14 zugestimmt. Johnson & Johnson, AbbVie und Regeneron gehören zu den verbleibenden Unternehmen, die noch keine Preisvereinbarungen unterzeichnet haben, wobei Trump jedoch ankündigte, dass Johnson & Johnson "nächste Woche hier sein wird".
Konkrete Maßnahmen und Vorteile für Patienten
Die neun Arzneimittelhersteller haben sich verpflichtet, Maßnahmen zur Senkung der US-Medikamentenpreise zu ergreifen. Dazu gehört der Verkauf ihrer bestehenden Behandlungen an Medicaid-Patienten zu den niedrigsten "Most Favored Nation"-Preisen sowie die Garantie dieser Preise für neue Medikamente. Präsident Trump erklärte, die Unternehmen hätten sich auch bereit erklärt, ihre beliebtesten Medikamente auf seiner im Januar startenden Direktvertriebs-Website TrumpRx zu listen.
Einige Unternehmen haben zudem neue oder erweiterte Direktvertriebsangebote für bestimmte Medikamente eingeführt. Gilead kündigte beispielsweise an, ein Programm zu starten, das Patienten den Zugang zu seiner Hepatitis-C-Behandlung Epclusa zu einem vergünstigten Preis ermöglicht. Sanofi wird auf TrumpRx und anderen Direktvertriebs-Plattformen Rabatte von fast 70 % auf bestimmte Medikamente zur Behandlung von Infektionen sowie Herz-Kreislauf- und Diabetes-Erkrankungen anbieten.
Bereits Anfang des Jahres hatte Trump Vereinbarungen mit Eli Lilly, Novo Nordisk, Pfizer, AstraZeneca und EMD Serono bekannt gegeben. Diese sahen den direkten Verkauf bestimmter Medikamente an Patienten zu einem Rabatt vor, im Austausch für Ausnahmen von seinen geplanten Pharma-Zöllen und andere Vorteile wie beschleunigte Prüfungen neuer Medikamente.
Der Kontext: Hohe US-Arzneimittelpreise und globale Dynamik
Laut einer Studie der RAND Corporation aus dem Jahr 2024 sind die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente in den USA im Durchschnitt fast dreimal höher als im Ausland. Für Markenmedikamente waren die Preise sogar mehr als viermal höher. Trump begründet seine Politik mit dem Ziel, "globales Freeriding" zu beenden und die Preise außerhalb der USA zu erhöhen.
Der Handelsverband PhRMA, der viele große Pharmaunternehmen vertritt, hat die "Most Favored Nation"-Preisgestaltung als nicht den besten Weg zur Senkung der Arzneimittelkosten für Amerikaner bezeichnet. Stattdessen macht PhRMA die Pharmacy Benefit Manager (PBMs) für die Preisunterschiede verantwortlich. Unabhängig vom Heimatland ist der US-Markt für viele Arzneimittelhersteller der wichtigste Einzelmarkt. Die Hälfte der zehn größten europäischen Pharmaunternehmen erzielt einen Großteil ihrer Umsätze in den USA, was ihre starke Abhängigkeit vom amerikanischen Markt unterstreicht.
Trumps Einschätzung des Erfolgs
Präsident Trump äußerte sich am Freitag zu den Vereinbarungen: "Ab heute haben 14 der 17 größten Pharmaunternehmen... zugestimmt, die Medikamentenpreise für... das amerikanische Volk und die amerikanischen Patienten drastisch zu senken." Er fügte hinzu: "Dies stellt den größten Sieg für die Patientenbezahlbarkeit in der Geschichte des amerikanischen Gesundheitswesens dar, bei weitem, und jeder einzelne Amerikaner wird davon profitieren."