
US-Militär fängt sanktionierte Öltanker im Indischen Ozean ab
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Das US-Militär hat kürzlich im Indischen Ozean zwei sanktionierte Öltanker abgefangen, nachdem diese aus der Karibik verfolgt wurden. Diese Operationen zielen darauf ab, den illegalen Ölhandel im Zusammenhang mit Venezuela zu unterbinden und die von Präsident Donald Trump verhängte Quarantäne für sanktionierte Schiffe durchzusetzen. Die Vorfälle unterstreichen die globale Reichweite der US-Bemühungen, die Kontrolle über Venezuelas Ölressourcen zu erlangen und den Druck auf bestimmte Regime zu erhöhen.
US-Militäraktionen gegen die Schattenflotte
Am Sonntag meldete das Pentagon, dass US-Militärkräfte die "Veronica III" im Indischen Ozean geentert hätten. Das Schiff wurde vom Karibischen Meer aus verfolgt, nachdem es versucht hatte, der von Präsident Trump im Dezember angeordneten Quarantäne für sanktionierte Tanker zu entgehen. Das Verteidigungsministerium erklärte auf X, dass US-Kräfte eine "right-of-visit, maritime interdiction and boarding" durchgeführt und das Schiff "stillgelegt" hätten.
Die "Veronica III" ist ein unter panamaischer Flagge fahrendes Schiff, das laut dem Office of Foreign Assets Control des US-Finanzministeriums (OFAC) mit US-Sanktionen im Zusammenhang mit dem Iran belegt ist. TankerTrackers.com berichtete, dass die "Veronica III" Venezuela am 3. Januar, dem Tag der Festnahme des damaligen Präsidenten Nicolás Maduro, mit fast 2 Millionen Barrel Rohöl und Heizöl verlassen hatte. Seit 2023 sei das Schiff in den Handel mit russischem, iranischem und venezolanischem Öl involviert gewesen.
Bereits in der Vorwoche hatte das US-Militär einen anderen Tanker, die "Aquila II", im Indischen Ozean geentert. Auch dieses Schiff wurde aus der Karibik verfolgt und soll gegen die Quarantäne verstoßen haben. Verteidigungsminister Pete Hegseth bekräftigte die Entschlossenheit der USA, alle flüchtigen Schiffe zu fassen: "Es ist mir egal, ob wir um den ganzen Globus reisen müssen, um sie zu bekommen; wir werden sie bekommen."
Hintergrund der Sanktionen und Venezuelas Öl
Venezuela ist seit mehreren Jahren mit US-Sanktionen gegen sein Öl konfrontiert. Das Land ist auf eine Schattenflotte von falsch beflaggten Tankern angewiesen, um Rohöl in die globalen Lieferketten zu schmuggeln. Präsident Trump hatte im Dezember eine Quarantäne für sanktionierte Tanker angeordnet, um Druck auf den damaligen Präsidenten Nicolás Maduro auszuüben, bevor dieser im Januar bei einer amerikanischen Militäroperation festgenommen wurde.
Nach Maduros Festnahme am 3. Januar flohen mehrere Tanker von der venezolanischen Küste. Samir Madani, Mitbegründer von TankerTrackers.com, dokumentierte mithilfe von Satellitenbildern und Fotos, dass mindestens 16 Tanker die venezolanische Küste unter Missachtung der Quarantäne verlassen hatten. Die "Aquila II" war eines dieser Schiffe.
Die "Aquila II": Ein Fall von "Running Dark"
Die "Aquila II" ist ebenfalls ein unter panamaischer Flagge fahrender Tanker, der unter US-Sanktionen im Zusammenhang mit dem Transport von illegalem russischem Öl steht. Das Schiff, das einem Unternehmen mit Sitz in Hongkong gehört, hatte laut Schiffsverfolgungsdaten den größten Teil des letzten Jahres seinen Funksender ausgeschaltet – eine Praxis, die als "running dark" bekannt ist und häufig von Schmugglern angewendet wird, um ihren Standort zu verbergen.
Im Gegensatz zu sieben zuvor beschlagnahmten Tankern, die mit Venezuela in Verbindung gebracht wurden, wurde die "Aquila II" nicht formell beschlagnahmt und unter US-Kontrolle gestellt. Stattdessen wird das Schiff festgehalten, während die USA über sein endgültiges Schicksal entscheiden. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung war die "Aquila II" laut übermittelten Daten nicht mit Rohöl beladen.
Strategische Ziele der Trump-Administration
Die Trump-Administration verfolgt mit diesen Maßnahmen umfassendere Ziele, um die Kontrolle über Venezuelas Öl zu erlangen. Seit dem Sturz Maduros am 3. Januar hat die Regierung signalisiert, dass sie die Produktion, Raffination und den globalen Vertrieb venezolanischer Ölprodukte kontrollieren möchte. Beamte der republikanischen Regierung sehen die Beschlagnahmung von Tankern als Mittel zur Generierung von Einnahmen, um Venezuelas angeschlagene Ölindustrie wieder aufzubauen und die Wirtschaft des Landes zu stabilisieren.
Zusätzlich versucht die Administration, den Ölfluss nach Kuba einzuschränken, das stark von Öllieferungen aus Ländern wie Mexiko, Russland und Venezuela abhängig ist. Präsident Trump hat erklärt, dass kein venezolanisches Öl mehr nach Kuba gelangen wird. Das US-Finanzministerium erteilte am 29. Januar zwar eine allgemeine Lizenz für den Handel mit venezolanischem Öl, schränkte jedoch Transaktionen mit Personen oder Unternehmen aus der Russischen Föderation, dem Iran, Nordkorea oder Kuba ein. Die USA verhängten zudem kürzlich neue Sanktionen gegen eine Schattenflotte von Tankern, die iranisches Öl transportieren sollen.