
US-Sanktionen gegen Maduros Neffen und Öltanker verschärfen Druck auf Venezuela
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Die Vereinigten Staaten haben am Donnerstag neue Sanktionen gegen drei Neffen des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro sowie sechs Öltanker verhängt, die des Transports von venezolanischem Öl beschuldigt werden. Diese Maßnahmen sind Teil einer verstärkten Druckkampagne der US-Regierung, um den Fluss von Drogen einzudämmen und illegale Finanzströme zu unterbinden. Die Sanktionen zielen darauf ab, den Zugang zu US-Vermögenswerten zu verwehren und Geschäfte mit den Betroffenen zu verhindern.
Neue Sanktionen gegen Maduros Umfeld
Die jüngsten US-Sanktionen richten sich gegen Franqui Flores, Carlos Flores und Efrain Campo, allesamt Neffen des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Ebenfalls auf der Sanktionsliste stehen der panamaische Geschäftsmann Ramon Carretero Napolitano, sechs Firmen und sechs unter venezolanischer Flagge fahrende Schiffe, die im Verdacht stehen, venezolanisches Öl zu transportieren. Die Liste der neu sanktionierten Personen und Unternehmen wurde vom Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums veröffentlicht.
Diese Finanzsanktionen sollen den Betroffenen den Zugang zu jeglichem Eigentum oder finanziellen Vermögenswerten in den USA verwehren. Zudem ist es US-Unternehmen und -Bürgern untersagt, Geschäfte mit ihnen zu tätigen. Banken und Finanzinstitute, die diese Beschränkung verletzen, setzen sich selbst Sanktionen oder Durchsetzungsmaßnahmen aus.
Hintergrund der US-Druckkampagne
Die neuen Sanktionen sind Teil der Bemühungen von Präsident Trump, den Druck auf die südamerikanische Nation weiter zu erhöhen. Bereits am Mittwoch hatten US-Behörden die Kontrolle über einen sanktionierten Öltanker nahe Venezuela übernommen, was eine Eskalation der jüngsten Druckkampagne darstellt, in deren Rahmen Tausende von US-Truppen in die Region entsandt wurden.
US-Finanzminister Scott Bessent erklärte in einer Stellungnahme: "Nicolas Maduro und seine kriminellen Komplizen in Venezuela überschwemmen die Vereinigten Staaten mit Drogen, die das amerikanische Volk vergiften." Er fügte hinzu: "Unter der Führung von Präsident Trump zieht das Finanzministerium das Regime und seinen Kreis von Günstlingen und Unternehmen für ihre anhaltenden Verbrechen zur Rechenschaft."
Historie der Sanktionen und Freilassungen
Es ist nicht das erste Mal, dass Maduros Familie in politische Auseinandersetzungen mit den USA verwickelt ist. Im Oktober 2022 hatte Venezuela sieben inhaftierte Amerikaner freigelassen, im Austausch für die Freilassung von Flores und Campo durch die Vereinigten Staaten. Die beiden waren jahrelang wegen Drogendelikten inhaftiert gewesen, nachdem sie 2015 bei einer Operation der Drug Enforcement Administration (DEA) in Haiti festgenommen und im folgenden Jahr in New York verurteilt worden waren.
Carlos Flores war bereits im Juli 2017 sanktioniert worden, wurde jedoch 2022 während der Biden-Administration von der Liste des Finanzministeriums gestrichen. Dies geschah im Rahmen von Bemühungen, Verhandlungen für demokratische Wahlen in Venezuela zu fördern.
Eskalation im Kampf gegen den Drogenhandel
Die jüngsten US-Maßnahmen gegen Venezuela folgen einer Reihe tödlicher Angriffe, die die USA seit Anfang September auf mutmaßliche Drogenschmugglerboote in der Karibik und im östlichen Pazifik durchgeführt haben. Dabei wurden mindestens 87 Menschen getötet.
Präsident Trump hat diese Angriffe als notwendige Eskalation gerechtfertigt, um den Drogenfluss in die Vereinigten Staaten einzudämmen. Er betonte, die USA befänden sich in einem "bewaffneten Konflikt" mit Drogenkartellen.
Fokus auf Öltanker und die "Schattenflotte"
Die USA bereiten sich darauf vor, weitere Schiffe abzufangen, die venezolanisches Öl transportieren. Die Beschlagnahmung des Schiffes namens "Skipper" war die erste Interzeption einer Ölladung oder eines Tankers aus Venezuela, seit Washington 2019 umfassende Sanktionen gegen das Land verhängte.
Quellen zufolge haben die USA eine Liste weiterer sanktionierter Tanker für mögliche Beschlagnahmungen zusammengestellt. Das Justizministerium und das Heimatschutzministerium planen diese Interzeptionen seit Monaten, was Reedereien und Betreiber vorsichtig werden lässt. Die Beschlagnahmung des "Skippers" störte mehrere geplante Fahrten, wobei mindestens ein Verlader Lieferungen von fast 6 Millionen Barrel venezolanischem Merey-Rohöl aussetzte. US-Beamte beschreiben die Bemühungen als Fokus auf eine sogenannte "Schattenflotte" älterer Tanker mit undurchsichtigen Eigentumsverhältnissen, die sanktioniertes Rohöl transportieren – oft zwischen Venezuela, Iran und Käufern in Asien.