US-Sojabohnen: Chinas Käufe bleiben hinter Trumps Versprechen zurück

US-Sojabohnen: Chinas Käufe bleiben hinter Trumps Versprechen zurück

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Neue Daten des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) werfen ernsthafte Zweifel an Chinas Zusagen zum Kauf von US-Sojabohnen auf, die nach einem Treffen zwischen Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping im letzten Monat angekündigt wurden. Die tatsächlichen Käufe bleiben weit hinter den von der Trump-Regierung propagierten Mengen zurück, was die Hoffnungen amerikanischer Landwirte dämpft und die Sojabohnenpreise unter Druck setzt.

Zweifel am Handelsabkommen mit China

Nach einem hochrangigen Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping in Südkorea im letzten Monat hatte die Trump-Regierung umfangreiche Sojabohnenkäufe durch China angekündigt. Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins sprach von einer Zusage Chinas, 12 Millionen Tonnen Sojabohnen bis Januar zu erwerben und in den folgenden drei Jahren jeweils 25 Millionen Tonnen. Kürzlich vom US-Landwirtschaftsministerium (USDA) veröffentlichte Daten zeigen jedoch ein anderes Bild.

Seit dem Gipfel wurden lediglich zwei chinesische Käufe von amerikanischen Sojabohnen im Umfang von insgesamt 332.000 Tonnen registriert. Diese Menge liegt weit unter den Erwartungen und den angeblich vereinbarten Zielen. Tanner Ehmke, Chefökonom für Getreide und Ölsaaten bei CoBank, kommentierte die Diskrepanz mit den Worten: „Wir sind immer noch nicht annähernd an dem, was von den USA in Bezug auf das Abkommen beworben wurde.“

Chinas Kaufzurückhaltung und die Gründe

Die geringen Kaufmengen Chinas sind laut Experten auf mehrere Faktoren zurückzuführen. China, der weltweit größte Sojabohnenimporteur, verfügt derzeit über ausreichende Bestände, die es in diesem Jahr aus Brasilien und anderen südamerikanischen Ländern bezogen hat. Diese Einkäufe wurden verstärkt, nachdem die USA Zölle auf chinesische Waren erhoben hatten.

Ein weiterer entscheidender Punkt sind die weiterhin hohen Zölle auf US-Sojabohnen. Trotz einer Reduzierung um 10 Prozentpunkte nach dem Gipfel liegt der chinesische Zoll auf amerikanische Bohnen immer noch bei etwa 24 Prozent. Dies macht US-Sojabohnen im Vergleich zu brasilianischen Bohnen weiterhin teurer und unattraktiver für chinesische Käufer, wie Tanner Ehmke betont. Peking hat zudem keine detaillierte Vereinbarung über Sojabohnenkäufe bestätigt, sondern lediglich einen „Konsens“ über die Ausweitung des Handels mit Agrarprodukten.

Trumps Optimismus trifft auf Marktrealität

Trotz der ernüchternden USDA-Daten äußerte sich Präsident Trump optimistisch. Er erklärte, sein Team habe mit chinesischen Beamten gesprochen, die dem Weißen Haus versichert hätten, dass China „nicht nur ein wenig, sondern eine Menge Sojabohnen“ kaufen werde. Trump fügte hinzu, dass China vor dem Frühjahr „viele Sojabohnen“ sowie „vieles andere“ kaufen werde, nannte jedoch keine konkreten Details zu Mengen oder Zeitplänen.

Die Märkte reagierten jedoch umgehend auf die fehlende Nachfrage. Am Freitag fielen die Sojabohnenpreise scharf um 23 Cent auf 11,24 US-Dollar pro Scheffel. Tanner Ehmke führte diesen Rückgang auf den „Schock des Marktes über die mangelnde chinesische Nachfrage, die heute in den USDA-Daten bestätigt wurde“, zurück. Obwohl die Preise immer noch über dem Niveau von 10,60 US-Dollar pro Scheffel vor dem Abkommen liegen, könnten sie ohne signifikante neue Käufe weiter fallen.

Existenzielle Sorgen der US-Landwirte

Für amerikanische Landwirte, die China traditionell als ihren größten Abnehmer für Sojabohnen sehen, sind die aktuellen Entwicklungen besorgniserregend. Caleb Ragland, ein Farmer aus Kentucky und Präsident der American Soybean Association, äußerte die Befürchtung, dass Tausende von Landwirten in diesem Jahr ohne erhebliche chinesische Käufe oder staatliche Hilfen ihren Betrieb einstellen könnten.

Die Landwirte sehen sich zudem mit stark steigenden Kosten für Dünger, Saatgut, Ausrüstung und Arbeitskräfte konfrontiert, was ihre Gewinne schmälert. Ragland bleibt zwar optimistisch, dass China seine Zusagen einhalten wird, räumt aber ein, dass es angesichts der geringen gemeldeten Verkäufe schwierig ist, Vertrauen zu haben. Er betonte: „Wir wollen nicht davon ausgehen, dass sie es nicht tun werden. Aber es wird ein wunderbarer Tag sein, wenn wir diese Sojabohnen tatsächlich liefern und das Geld in der Hand ist und die Transaktion abgeschlossen ist.“

Historische Versprechen und die Verschiebung der Handelsströme

Die Situation ist für US-Landwirte nicht neu. Bereits 2020 versprach ein Handelsabkommen zwischen China und den USA massive Käufe von US-Agrarprodukten, doch die COVID-19-Pandemie störte den Handel kurz nach Inkrafttreten der Vereinbarung. Im Jahr 2022 erreichten die US-Agrarexporte nach China einen Rekordwert, fielen danach jedoch wieder.

China ist der weltweit größte Käufer von Sojabohnen und erwarb im letzten Jahr US-Sojabohnen im Wert von über 12,5 Milliarden US-Dollar, was fast der Hälfte der gesamten US-Sojabohnenexporte von 24,5 Milliarden US-Dollar entsprach. Doch schon vor dem Handelsstreit machten brasilianische Bohnen laut Weltbankdaten über 70 Prozent der chinesischen Importe aus, während der US-Anteil auf 21 Prozent sank. China verlagerte seine Käufe nach der Einführung der Trump-Zölle zunehmend nach Südamerika.

Trotz der ausbleibenden chinesischen Großkäufe sind die Sojabohnenpreise immer noch etwas höher als vor einem Jahr. Dies liegt an einer etwas kleineren Ernte in diesem Jahr und einer weiterhin starken Binnennachfrage, insbesondere durch die wachsende Biodieselproduktion. Dennoch warnen Experten wie Ragland vor weiteren „scharfen Verlusten und roten Zahlen“, wenn die Budgets für das kommende Jahr kalkuliert werden.

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