
US warnt Banken vor Sanktionen wegen iranischem Öl aus China
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Das US-Finanzministerium hat Finanzinstitute weltweit kürzlich vor erheblichen Sanktionsrisiken gewarnt, die aus Geschäften mit chinesischen "Teapot"-Raffinerien resultieren, welche iranisches Öl verarbeiten. Diese Maßnahme zielt darauf ab, Einnahmequellen des iranischen Regimes zu unterbinden, da China rund 90 Prozent der iranischen Ölexporte abnimmt. Finanzinstitute sollen verstärkte Sorgfaltspflichten anwenden, um sich nicht selbst Sanktionen auszusetzen.
US-Warnung an Finanzinstitute wegen iranischem Ölhandel
Das US-Finanzministerium hat Finanzinstitute kürzlich eindringlich davor gewarnt, dass sie Sanktionen ausgesetzt sein könnten, wenn sie Transaktionen mit chinesischen Raffinerien abwickeln, die iranisches Öl verarbeiten. Die Warnung richtet sich insbesondere an unabhängige Raffinerien, bekannt als "Teapots", die iranisches Öl importieren. Solche Geschäfte könnten die beteiligten Finanzinstitute Sanktionen aussetzen.
China kauft etwa 90 Prozent der iranischen Ölexporte, wobei die Teapot-Raffinerien den Großteil dieser Importe ausmachen. Das US-Finanzministerium betonte, dass diese Einnahmen letztendlich dem iranischen Regime, seinen Waffenprogrammen und seinem Militär zugutekommen. Einige dieser chinesischen Teapot-Raffinerien haben das US-Finanzsystem für Dollar-Transaktionen und den Erwerb von US-Waren genutzt.
Fokus auf Shandong und erweiterte Sorgfaltspflichten
Die US-Behörden fordern Finanzinstitute auf, eine "erweiterte Sorgfaltspflicht" bei Transaktionen mit chinesischen Raffinerien durchzuführen. Dies gilt insbesondere für solche in der Provinz Shandong sowie für andere in Asien und im Nahen Osten ansässige Unternehmen, die an der iranischen Ölversorgungskette nach China beteiligt sind. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte auf X, dass das Ministerium weiterhin "maximalen Druck ausüben" werde.
Jede Person, jedes Schiff oder jede Einheit, die illegale Geldflüsse nach Teheran ermöglicht, riskiert die Exposition gegenüber US-Sanktionen. Bessent wies darauf hin, dass Irans wichtigstes Exportterminal auf der Insel Kharg "bald seine Speicherkapazität erreicht". Dies könnte Teheran dazu zwingen, die Produktion zu drosseln und täglich etwa 170 Millionen US-Dollar an Einnahmen zu verlieren.
Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums fordert Finanzinstitute auf:
- Risikobasierte Kontrollen zu implementieren, um Transaktionen mit benannten Teapot-Raffinerien oder anderen, die iranisches Öl importieren könnten, zu vermeiden.
- Eine erweiterte Sorgfaltspflicht bei Transaktionen mit chinesischen Raffinerien, insbesondere in der Provinz Shandong, durchzuführen.
- Eine klare Kommunikation der Sanktions-Compliance-Erwartungen an Korrespondenzbanken zu gewährleisten.
Umfassende Maßnahmen gegen Umgehungsstrategien
Die Warnung des OFAC hebt gängige Umgehungstaktiken in diesem Handel hervor. Dazu gehören der Einsatz von Tarnfirmen in Asien und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie von Zwischenhändlern. Ein zentrales Element ist auch eine "Schattenflotte" von Tankern.
Diese Schiffe sind sanktioniert und manipulieren ihre Standortdaten, um der Entdeckung zu entgehen. Sie nutzen betrügerische Versandpraktiken wie Schiff-zu-Schiff-Transfers, gefälschte Dokumentationen und die Manipulation der Schiffsidentität. Iranisches Rohöl wird oft als Öl aus anderen Ländern, meist als "Malaysian Blend", getarnt, um die Herkunft zu verschleiern.
Bisherige Sanktionen und politischer Kontext
Die jüngste Warnung ist Teil einer "Maximaldruck"-Kampagne, die US-Präsident Donald Trump im Februar, Wochen vor Beginn des Krieges mit dem Iran, verhängt hatte. Bereits in der vergangenen Woche sanktionierten die USA eine der größten chinesischen Teapot-Raffinerien, Hengli Petrochemical (Dalian) Refinery. Diese wurde als einer der größten Abnehmer iranischen Rohöls und Erdölprodukte beschrieben.
Vier weitere Teapot-Raffinerien wurden ebenfalls sanktioniert. Das US-Finanzministerium hat seine Maßnahmen auch auf Hafenbetreiber in der Provinz Shandong und Logistikdienstleister ausgeweitet, die mit iranischen Öllieferungen in Verbindung stehen. Seit März 2025 hat das OFAC mehrere chinesische Teapot-Raffinerien benannt, die iranisches Öl im Wert von Milliarden von Dollar verarbeitet haben.
Zusätzlich wurden 17 Einzelpersonen und 19 Unternehmen im Iran, in Hongkong und Großbritannien auf die schwarze Liste gesetzt. Ihnen wird vorgeworfen, über Tarn- und Scheinfirmen iranisches Ölgeld bewegt zu haben. Das Finanzministerium ist bereit, Sekundärsanktionen gegen ausländische Finanzinstitute zu verhängen, die Irans Aktivitäten weiterhin unterstützen.
Dieser Schritt birgt das Risiko, eine weitere Belastung für die Beziehungen zu China darzustellen, im Vorfeld eines erwarteten Gipfeltreffens zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Xi Jinping im nächsten Monat. Während Chinas staatliche Unternehmen im Allgemeinen von sanktioniertem Öl Abstand nehmen, sind private Raffinerien die wichtigsten Abnehmer Teherans, da sie von den vergünstigten Preisen profitieren.