
USPS in tiefer Finanzkrise: Pensionszahlungen ausgesetzt, Porto steigt
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Der U.S. Postal Service (USPS) hat seine Beiträge zum Federal Employees Retirement System (FERS), einem Pensionsplan für seine Mitarbeiter, vorübergehend ausgesetzt. Diese Maßnahme erfolgt inmitten einer drohenden Liquiditätskrise, um dringend benötigtes Bargeld für den operativen Betrieb zu sichern. Die monatlichen Zahlungen belaufen sich auf rund 400 Millionen US-Dollar.
USPS setzt Pensionszahlungen aus
Der U.S. Postal Service (USPS) hat die Aussetzung seiner Beiträge zum Federal Employees Retirement System (FERS) bekannt gegeben. Dies ist ein Pensionsplan für seine Angestellten und andere Beamte. Die Entscheidung wurde getroffen, da die Behörde mit erheblichen Verlusten kämpft und Gefahr läuft, die finanziellen Mittel zu verlieren.
USPS-Sprecher David Walton erklärte gegenüber CBS News: "Der United States Postal Service steuert auf eine Liquiditätskrise zu." Er fügte hinzu: "Der Schritt, den wir jetzt unternehmen, um die FERS-Zahlungen auszusetzen, hilft, Bargeld für unseren Betrieb und andere notwendige Zahlungen zu erhalten." Die monatlichen Beiträge zum Pensionsplan der Mitarbeiter belaufen sich auf etwa 400 Millionen US-Dollar.
Es ist wichtig zu beachten, dass die USPS weiterhin die Beiträge der Arbeitnehmer an den Pensionsplan sowie die automatischen und passenden Arbeitgeberbeiträge und die Arbeitnehmerbeiträge zum Thrift Savings Plan (TSP), einem weiteren Altersvorsorgeprogramm für Bundesbedienstete, übermitteln wird. Die Aussetzung betrifft lediglich die direkten Arbeitgeberbeiträge zum FERS.
Drohende Liquiditätskrise und mögliche Folgen
Die vorübergehende Einstellung der Zahlungen an das FERS-Programm folgt auf eine Warnung von Postmaster General David Steiner. Er hatte den Kongress im März 2026 darauf hingewiesen, dass die Postbehörde ohne Kurskorrektur auf eine Finanzkrise zusteuere. Ohne solche Änderungen könnte die USPS innerhalb von zwölf Monaten die liquiden Mittel ausgehen, was zu einer Einstellung der Postzustellung führen könnte.
Steiner schlug mögliche Änderungen vor, um die Krise abzuwenden. Dazu gehören eine Erhöhung der Kosten für eine Erstklass-Briefmarke auf 95 Cent oder eine Reduzierung der Zustellung von derzeit sechs Tagen pro Woche auf fünf oder weniger. Die Aussetzung der FERS-Zahlungen soll im laufenden Geschäftsjahr etwa 2,5 Milliarden US-Dollar freisetzen.
Hintergrund der finanziellen Schieflage
Die USPS kämpft seit Jahren mit hohen Kosten und einem schwindenden Postvolumen. Dies gipfelte in einem Nettoverlust von 9 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2025. Kumulativ belaufen sich die Verluste seit 2007 auf 118 Milliarden US-Dollar.
Obwohl der Postdienst einen Zehnjahresplan zur Kostensenkung und Wiederherstellung der Rentabilität hat, steht die Behörde weiterhin vor großen finanziellen Herausforderungen. Das Postvolumen nimmt weiter ab, während die Zustellungskosten steigen. Der aktuelle Kreditrahmen der USPS liegt bei 15 Milliarden US-Dollar, festgelegt in den frühen 1990er Jahren.
Maßnahmen zur Krisenbewältigung
USPS Chief Financial Officer Luke Grossmann erklärte, dass das Risiko einer "unzureichenden Liquidität für den Postbetrieb das längerfristige Risiko für die Pensionsfonds durch die Nichtzahlung der derzeit fälligen Beträge dramatisch überwiegt." Diese Aussage unterstreicht die Dringlichkeit der aktuellen Liquiditätsprobleme.
Im März 2026 kündigte die USPS zudem eine temporäre Portoerhöhung an. Ab dem 26. April wird ein 8%iger Zuschlag auf einige Portopreise erhoben, um die steigenden Treibstoffkosten aufgrund des Iran-Krieges zu decken. Diese zusätzlichen Kosten sollen bis zum 17. Januar 2027 in Kraft bleiben. Die USPS hat Anfang März 2026 auch die Restrukturierungsfirma Alvarez & Marsal beauftragt, um alle Optionen, einschließlich Dienstleistungskürzungen und Personalabbau, zu prüfen.
Sicherheit für Mitarbeiter-Vorsorge
Für die Mitarbeiter der USPS gibt es wichtige Informationen bezüglich ihrer Altersvorsorge. Das FERS- oder CSRS-Pensionssystem wird vom Office of Personnel Management (OPM) verwaltet und ist durch Bundesgesetz geschützt. Es wird nicht aus den operativen Barmitteln der USPS finanziert.
Ebenso ist das Thrift Savings Plan (TSP)-Konto der Mitarbeiter in einem Bundestreuhandfonds gemäß 5 U.S.C. § 8437(e) gehalten und vollständig von den Finanzen der USPS getrennt. Das tatsächliche kurzfristige Risiko besteht in einer möglichen Störung der Gehaltszahlungen, nicht im Verlust der Pensionen. Postmaster General Steiner äußerte, dass bei einer Krise "alles auf dem Tisch liegen muss", was auf mögliche Personalmaßnahmen wie Entlassungen oder Frühverrentungsangebote hindeutet.