
USPS stoppt Rentenbeiträge: Finanzkrise bedroht US-Postdienst
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Der United States Postal Service (USPS) hat die Aussetzung der Arbeitgeberrentenbeiträge für seine Mitarbeiter ab Freitag angekündigt. Diese Entscheidung, die das Federal Employees Retirement System (FERS) betrifft, wird mit einer drohenden Liquiditätskrise begründet, die den Postdienst innerhalb eines Jahres oder bis Anfang 2027 ohne signifikante Reformen zahlungsunfähig machen könnte.
Hintergrund der Finanzkrise
Der USPS hat seit 2007 kumulierte Verluste von 118 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Allein im letzten Geschäftsjahr beliefen sich die Nettoverluste auf 9 Milliarden US-Dollar. Diese finanzielle Schieflage ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen, darunter der Rückgang des Volumens der profitabelsten Produkte, wie der First-Class Mail, auf das niedrigste Niveau seit den späten 1960er Jahren.
Zusätzlich belasten globale Zölle, hohe Inflation, jüngste Anstiege der Benzinpreise und der wachsende Wettbewerb durch private Zustelldienste wie Amazon die Finanzen des Postdienstes. Postmaster General David Steiner warnte im März vor einem Unterausschuss des Repräsentantenhauses, dass der USPS ohne größere Änderungen innerhalb eines Jahres das Bargeld ausgehen könnte.
Auswirkungen auf Renten und Sparpläne
Die Aussetzung der Arbeitgeberbeiträge zum FERS-Rentenplan soll dem USPS im laufenden Geschäftsjahr etwa 2,5 Milliarden US-Dollar einsparen. Normalerweise überweist der Postdienst alle zwei Wochen rund 200 Millionen US-Dollar an das Office of Personnel Management (OPM) zur Deckung der Rentenkosten.
USPS-Finanzchef Luke Grossmann betonte, dass die Pause keine unmittelbaren negativen Auswirkungen auf aktuelle oder zukünftige Rentner haben werde. "Das Risiko für den Postdienst und die amerikanische Öffentlichkeit durch unzureichende Liquidität für den Postbetrieb überwiegt dramatisch jedes längerfristige Risiko für die Pensionsfonds, wenn die derzeit fälligen Zahlungen nicht geleistet werden", so Grossmann. Es wird jedoch weiterhin die Gehaltsabzüge der Mitarbeiter in die Rentenkonten überweisen.
Unberührt von dieser Maßnahme bleibt der Thrift Savings Plan (TSP), ein separates Altersvorsorgeprogramm, das einem staatlichen 401(k) ähnelt. Der USPS wird weiterhin die von den Mitarbeitern finanzierten Beiträge und die Arbeitgeber-Matching-Fonds in den TSP einzahlen.
Geplante Maßnahmen und Forderungen an den Kongress
Die Aussetzung der Rentenbeiträge ist keine dauerhafte Lösung für die finanziellen Probleme des USPS. Der Postdienst hat bereits Kostensenkungen vorgenommen und neue Einnahmequellen erschlossen, fordert jedoch auch legislative Maßnahmen vom Kongress.
Postmaster General David Steiner skizzierte potenzielle Schritte zur Kostensenkung und Einnahmesteigerung. Dazu gehören die Reduzierung der Sechs-Tage-Zustellung, die Anhebung der Preise für First-Class Mail von 78 Cent auf 1 US-Dollar oder mehr sowie die Erweiterung der Kreditermächtigung, da der USPS seine Schuldenobergrenze von 15 Milliarden US-Dollar erreicht hat. Ohne eine Erhöhung der Kreditkapazität könnte dies das Ende des Postdienstes, wie wir ihn kennen, bedeuten, so Steiner.
Historische Verluste und zukünftige Herausforderungen
Die finanziellen Schwierigkeiten des USPS sind nicht neu. Bereits 2011 hatte der Postdienst Zahlungen ausgesetzt, um eine Finanzkrise zu bewältigen. Die anhaltenden Verluste und der Rückgang des Briefvolumens stellen den Postdienst vor große Herausforderungen.
Der USPS hat im März angekündigt, die Portopreise vorübergehend zu erhöhen, um die steigenden Treibstoffkosten zu decken. Eine zusätzliche Gebühr von 8 % auf einige Portopreise soll vom 26. April bis zum 17. Januar 2027 in Kraft bleiben. Diese Maßnahmen unterstreichen die Dringlichkeit der Lage und die Notwendigkeit umfassender Reformen, um die langfristige Rentabilität des US-Postdienstes zu sichern.