
Venezuela: Wettlauf um Rohöl-Exporte nach US-Sanktionslockerung
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Die jüngsten politischen Entwicklungen in Venezuela, insbesondere die Absetzung von Präsident Nicolás Maduro und die Ankündigung von Präsident Donald Trump, bis zu 50 Millionen Barrel sanktioniertes Öl in die Vereinigten Staaten zu transferieren, haben einen Wettlauf unter Ölunternehmen ausgelöst. Diese bemühen sich intensiv, Tanker zu sichern und Exportoperationen für venezolanisches Rohöl in die USA zu organisieren. Dieser Schritt könnte die globalen Ölflüsse erheblich beeinflussen und Venezuelas staatlicher Ölgesellschaft PDVSA helfen, tiefere Produktionskürzungen zu vermeiden.
Wettlauf um venezolanisches Rohöl
Nach der Absetzung von Präsident Nicolás Maduro und der Ankündigung von Präsident Donald Trump, bis zu 50 Millionen Barrel sanktioniertes Öl in die USA zu transferieren, sichern sich Ölunternehmen und Handelshäuser Tanker. Unternehmen wie Chevron, Vitol und Trafigura bewerben sich um US-Regierungsverträge für den Export dieses Rohöls. Trafigura informierte das Weiße Haus, dass ihr erstes Schiff voraussichtlich innerhalb der nächsten Woche beladen wird.
Regierungsvertreter in Caracas und Washington führen Gespräche über den Export von venezolanischem Rohöl an Raffinerien in den Vereinigten Staaten. Ein solcher Deal könnte Lieferungen, die ursprünglich für China bestimmt waren, umleiten. China war in den letzten zehn Jahren, insbesondere seit den US-Sanktionen von 2020, Venezuelas wichtigster Abnehmer.
Logistische Herausforderungen und Schiff-zu-Schiff-Transfers
Venezuela hat aufgrund einer US-Blockade Öl in Tankern gelagert, und die Onshore-Lagertanks sind nahezu gefüllt. Die für den Transport verfügbaren Schiffe sind oft alt, schlecht gewartet und unterliegen Sanktionen, was direkte Kontakte aufgrund von Haftungs- und Versicherungsanforderungen erschwert.
Reedereien wie Maersk Tankers und American Eagle Tankers (AET) prüfen die Ausweitung von Schiff-zu-Schiff-Transferoperationen in Venezuela. Maersk Tankers könnte die in der Amuay Bay, Venezuela, genutzte Logistik replizieren. AET, das bereits Chevron-Lieferungen transferiert, wird angesprochen, um seine Kapazität zu erweitern. Unternehmen konkurrieren zudem um Ladeplätze am wichtigsten venezolanischen Ölterminal Jose, wo Kapazitäts- und Geschwindigkeitsbeschränkungen bestehen.
Chevron als Schlüsselakteur und PDVSAs Dilemma
Chevron hat sich in den letzten Wochen als das einzige Unternehmen etabliert, das unter US-Autorisierung flüssig Rohöl aus Venezuela lädt und verschifft. Das Unternehmen exportiert derzeit zwischen 100.000 und 150.000 Barrel pro Tag (bpd) venezolanisches Öl in die USA.
Die staatliche venezolanische Ölgesellschaft PDVSA musste die Produktion aufgrund des Embargos bereits kürzen, da die Lagerkapazitäten zur Neige gehen. Sollte PDVSA nicht bald einen Weg finden, Öl zu exportieren, drohen weitere Produktionskürzungen. US-Raffinerien an der Golfküste sind in der Lage, Venezuelas schwere Rohölsorten zu verarbeiten und importierten vor den ersten Energiesanktionen Washingtons etwa 500.000 bpd.
Trumps Vision für Venezuelas Ölsektor
Präsident Trump hat seine Absicht bekundet, Venezuelas ölreiche Nation über Jahre hinweg zu beaufsichtigen und einen "sehr profitablen" Wiederaufbau zu versprechen. Er hat US-Ölriesen aufgefordert, 100 Milliarden US-Dollar in Venezuelas Erdölsektor zu investieren. Ziel ist es, die Energieinfrastruktur zu überholen und die Ölproduktion auf beispiellose Niveaus zu steigern.
Der US-Senat hat jedoch Schritte unternommen, um Trumps Fähigkeit zu begrenzen, neue Militäraktionen in Venezuela ohne Zustimmung des Kongresses einzuleiten.
Politische Dimensionen und zukünftige Mechanismen
Die von den USA unterstützte Gefangennahme des ehemaligen venezolanischen Führers Nicolás Maduro hat die Diskussionen über Venezuelas mögliche Rückkehr auf die globalen Ölmärkte neu entfacht. Jeff Krimmel, ein Energiestratege, merkt an, dass der Fokus nicht nur auf dem potenziellen Anstieg des venezolanischen Angebots liegt, sondern auch darauf, wie streng dieses Angebot für politische Zwecke kontrolliert wird.
Es ist derzeit unklar, wie die sanktionierte PDVSA Erlöse aus den Ölverkäufen erzielen würde. Regierungsvertreter haben diese Woche über mögliche Verkaufsmechanismen gesprochen, darunter Auktionen für interessierte US-Käufer und die Erteilung von US-Lizenzen an PDVSAs Geschäftspartner, die zu Lieferverträgen führen könnten. Auch die Möglichkeit, venezolanisches Rohöl zur Wiederauffüllung der US Strategic Petroleum Reserve zu nutzen, wurde erörtert. Das venezolanische Ölministerium hat die USA beschuldigt, die Ölreserven des Landes stehlen zu wollen, und Maduros Gefangennahme als Entführung verurteilt.