Visa vs. Mastercard: Wer ist besser für die Rezession gerüstet?

Visa vs. Mastercard: Wer ist besser für die Rezession gerüstet?

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Im Bereich des digitalen Zahlungsverkehrs bilden Visa (NYSE: V) und Mastercard (NYSE: MA) ein virtuelles Duopol. Obwohl es schwierig ist, eine wirklich rezessionssichere Aktie zu finden, sind einige Unternehmen besser auf wirtschaftliche Abschwünge vorbereitet als andere. Eine detaillierte Betrachtung der Finanzdaten zeigt, welches der beiden Schwergewichte in unsicheren Zeiten die Nase vorn haben könnte.

Visa und Mastercard: Ein Duopol im Zahlungsverkehr

Visa und Mastercard sind die beiden größten Zahlungsabwickler weltweit. Laut Motley Fool Research entfallen auf sie 76 % des Kreditkartenkaufvolumens in den USA und 69 % aller im Umlauf befindlichen Karten. Ihr Geschäftsmodell unterscheidet sich grundlegend von dem anderer Kreditkartenunternehmen oder Konsumfinanzierungsfirmen: Sie sind keine Kreditgeber und tragen somit kein Kreditrisiko. Stattdessen generieren sie Einnahmen aus den sogenannten "Swipe-Gebühren", die bei jeder Kartennutzung über ihre globalen Netzwerke anfallen.

Historisch gesehen haben sich beide Zahlungsriesen auch in wirtschaftlichen Abschwüngen gut behauptet. Selbst wenn die Ausgaben der Verbraucher sinken, nutzen die Menschen weiterhin Debit- und Kreditkarten. In den Jahren 2022 und 2018, als der S&P 500 Rückgänge verzeichnete, übertrafen sowohl Visa als auch Mastercard den Referenzindex.

Finanzielle Stärke in unsicheren Zeiten

Wenn es darum geht, eine Rezession zu überstehen, scheint Visa aufgrund seiner robusteren Bilanz besser aufgestellt zu sein. Stefon Walters, der Positionen in Visa hält, bezeichnet Visa als seine bevorzugte Wahl, da die Bilanz des Unternehmens "solider" sei als die von Mastercard. Ein wichtiger Aspekt ist die Liquidität: Visa verfügt über mehr als 14,7 Milliarden US-Dollar an Barmitteln und Barmitteläquivalenten, verglichen mit Mastercards 10,9 Milliarden US-Dollar. Diese Mittel können als Notgroschen oder Sicherheitsnetz dienen, um den Geschäftsbetrieb ohne zusätzliche Schulden aufrechtzuerhalten.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Verschuldung. Visas Schulden-zu-Eigenkapital-Verhältnis, das den Anteil der Fremdfinanzierung an den Vermögenswerten eines Unternehmens aufzeigt, liegt bei etwa 55 %. Im Vergleich dazu beträgt Mastercards Verhältnis rund 245 %. Diese Differenz ist in einer Rezession von Bedeutung, da ein geringerer Schuldenstand weniger Zinszahlungen bedeutet und somit mehr Kapital für geschäftliche Zwecke zur Verfügung steht. Obwohl beide Unternehmen bei nachlassenden Konsumausgaben eine leichte Verlangsamung erleben könnten, ist Visa besser gerüstet, um solche Stürme ohne größere Beeinträchtigungen zu überstehen.

Analystenbewertungen und Ausblick

Die Wall Street-Analysten prognostizieren für die Visa-Aktie einen Kursanstieg. Von 25 Analystenbewertungen sind 23 "Kaufen" und 2 "Halten", was einer "Strong Buy"-Empfehlung entspricht. Der aktuelle Kurs liegt bei 305,530 US-Dollar, während die Analysten einen Durchschnittspreis von 406,59 US-Dollar erwarten, mit einem Tief von 330,00 US-Dollar und einem Hoch von 450,00 US-Dollar. Matthew O'Neill von BofA hat am 5. März 2026 die Coverage für Visa mit einem "Buy"-Rating und einem Kursziel von 410 US-Dollar wieder aufgenommen und das Unternehmen auf die "US 1 List" der besten Anlageideen gesetzt.

Visa Inc. ist ein globales Zahlungstechnologieunternehmen, das den weltweiten Handel und Geldverkehr in über 200 Ländern und Gebieten ermöglicht. Dies geschieht über VisaNet, sein proprietäres Transaktionsverarbeitungsnetzwerk, das Autorisierungs-, Clearing- und Abwicklungsdienste anbietet. Das Unternehmen bietet zudem eine Reihe von Visa-Markenprodukten und Mehrwertdiensten wie Issuing-, Akzeptanz-, Risiko- und Identitätslösungen an. Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten beide Unternehmen, Visa und Mastercard, robuste Konsumausgaben und ein zweistelliges prozentuales Gewinnwachstum.

Potenzielle Risiken und Marktbeobachtungen

Trotz der starken Position gibt es Faktoren, die Anleger im Auge behalten sollten. Der Finanzsektor hat im laufenden Jahr bisher einen Rückgang von etwa 10 % verzeichnet, wobei Konsumfinanzierungsaktien sogar um 21 % nachgaben. Ein potenzieller Gegenwind für Visa und Mastercard könnte der "Credit Card Competition Act" sein. Dieses Gesetz, das seit Jahren im Kongress stagniert, würde Banken dazu verpflichten, mindestens zwei Zahlungsnetzwerke für Händler anzubieten, darunter eines außerhalb von Visa und Mastercard. Dies könnte den Wettbewerb erhöhen und Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle haben.

Es ist auch wichtig zu beachten, dass das Analystenteam von The Motley Fool Stock Advisor Visa nicht als eine der 10 besten Aktien für Anleger identifiziert hat, die sie derzeit zum Kauf empfehlen. The Motley Fool hält Positionen in Mastercard und Visa und empfiehlt beide.

Kennzahlen im Überblick

Hier sind einige wichtige Kennzahlen der beiden Unternehmen (Stand der Quellen):

  • Mastercard (MA)
  • Marktkapitalisierung: 432 Mrd. US-Dollar
  • Aktueller Kurs: 483,78 US-Dollar
  • Bruttomarge: 96,52 %
  • Dividendenrendite: 0,65 %

Beide Unternehmen zeichnen sich durch hohe Margen aus, da sie ein "Asset-light"-Geschäftsmodell verfolgen.

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