Wall Street im Rekordrausch: Trumps Iran-Krieg und die Markt-Euphorie

Wall Street im Rekordrausch: Trumps Iran-Krieg und die Markt-Euphorie

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Die US-Börsen S&P 500 und Nasdaq Composite haben neue Rekordhöhen erreicht, beflügelt von US-Präsident Donald Trumps wiederholten Zusicherungen eines baldigen Endes des Iran-Krieges. Trotz dieser Markt-Euphorie warnen die Weltbank vor anhaltenden Störungen und die Energieinfrastruktur ist massiv beschädigt, was die Komplexität der Lage unterstreicht.

Wall Street im Höhenflug trotz Kriegsschatten

Der S&P 500 und der Nasdaq Composite erreichten über Nacht neue Allzeithochs. Der S&P 500 stieg um 0,8 % auf 7.022,95 Punkte und durchbrach damit erstmals die 7.000-Punkte-Marke. Der Nasdaq Composite legte um 1,59 % zu und verzeichnete mit 24.016,02 Punkten seinen elften Anstieg in Folge, während der Dow Jones Industrial Average weitgehend unverändert blieb.

Diese Entwicklung scheint US-Präsident Donald Trumps Prognose, dass der "Aktienmarkt boomen wird", zu bestätigen. Die Anleger setzen auf ein baldiges Ende des US-israelischen Krieges gegen den Iran, der am 28. Februar begann und die Märkte in den frühen Tagen des Konflikts stark belastete.

Trumps Zusicherungen und die Realität der Verhandlungen

US-Präsident Donald Trump versicherte am Mittwoch erneut, der Iran-Krieg sei "sehr nahe am Ende", und behauptete, die Behörden in Teheran seien an einem Friedensabkommen interessiert. Er hatte zuvor von einem "Abbau" des Krieges gesprochen und gedroht, innerhalb von 48 Stunden jedes Kraftwerk im Iran anzugreifen, sollte die Straße von Hormus nicht vollständig wieder geöffnet werden. Diese Drohung wurde später für fünf Tage aufgeschoben, unter Verweis auf diplomatische Fortschritte. Trump griff sogar Papst Leo XIV. für dessen Kritik am US-israelischen Krieg gegen den Iran an und bezeichnete das Oberhaupt der katholischen Kirche als "WEAK on crime".

Teheran hingegen bezeichnete die Gespräche als "Fake News" und warf der Trump-Administration vor, mit sich selbst zu verhandeln. Trotzdem sollen die USA und der Iran nächste Woche in Pakistan zu einer zweiten Runde von Friedensverhandlungen zusammenkommen, wie zwei hochrangige pakistanische Beamte MS NOW mitteilten. Die White House dementierte zwar eine Verlängerung des Waffenstillstands, der am 22. April endet, sprach aber von "produktiven und laufenden" Gesprächen.

Die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts

Trotz der Markt-Euphorie sind die Auswirkungen des Krieges erheblich. Schätzungen des Beratungsunternehmens Rystad Energy zufolge wurden Energieanlagen im Wert von bis zu 58 Milliarden US-Dollar beschädigt. Fatih Birol, Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur (IEA), berichtete, dass seit Beginn des Konflikts mehr als 80 Energieanlagen angegriffen wurden, wovon über ein Drittel schwer beschädigt ist.

Die Weltbank warnte durch ihren Präsidenten Ajay Banga, dass die konfliktbedingten Störungen wahrscheinlich noch Monate andauern könnten, selbst wenn der aktuelle wackelige Waffenstillstand hält und die Straße von Hormus wieder geöffnet wird. Die globalen Energiemärkte sind stark beeinträchtigt; Brent-Rohöl fiel zwar nach der Waffenstillstandsankündigung um 10 % auf rund 95 US-Dollar, liegt aber immer noch etwa 35 % höher als vor dem Konflikt.

Energieversorgung im Wandel

Die massiven Störungen auf den Energiemärkten haben Länder wie Südkorea dazu veranlasst, ihre Energiesicherheit neu zu bewerten. Energieminister Kim Sung-hwan erklärte gegenüber Lisa Kim von CNBC, die aktuelle Situation sei ein "bedeutender Wendepunkt" für Seoul, um auf erneuerbare Energien umzusteigen und sich vom Öl zu lösen.

Die USA hatten zuvor eine eigene Blockade der Straße von Hormus angedroht, sollte es zu einem Scheitern der Friedensgespräche kommen. Durch diese Meerenge passieren normalerweise ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasprodukte. Berichten zufolge wurden 15 Kriegsschiffe und möglicherweise Tausende US-Soldaten entsandt, um die Durchfahrt zu blockieren.

Skepsis und die "Taco"-Theorie

Die Lage bleibt undurchsichtig. Abubakr Al-Shamahi von Al Jazeera beschreibt die Situation als "Nebel des Krieges und Propaganda, die von allen Seiten verbreitet wird", was es schwer mache, die tatsächlichen Vorgänge zu beurteilen. Die Glaubwürdigkeit von US-Präsident Trump schwindet, so Simon Marks in The i Paper, und selbst Washingtoner Insider äußern Skepsis bezüglich der Gespräche mit dem Iran.

Die Verschiebung des Ultimatums wird von Wall-Street-Investoren als "Taco" – "Trump always chickens out" – interpretiert, wie Jonathan Sacerdoti im The Spectator bemerkt. Es könnte sich jedoch auch um eine Reaktion auf geheime Verhandlungen oder eine "Dislokation" handeln, um Zweifel und Verwirrung innerhalb der iranischen Führung zu säen. Edward Luce von der Financial Times meint, Trump wolle aus dem von ihm selbst geschaffenen Chaos herauskommen.

Blick auf die Unternehmensbilanzen

Positive Quartalsberichte von Bank of America und Morgan Stanley trugen zur optimistischen Stimmung an der Wall Street bei. Beide Banken übertrafen die Handelserwartungen, was auf eine Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft inmitten des Krieges hindeutet. Brian Moynihan, CEO der Bank of America, betonte gegenüber CNBC: "Die Verbraucher geben aus, die Kreditqualität ist sehr gut und verbessert sich, und Sie sehen, dass die Firmenkunden ihre Kreditlinien etwas mehr nutzen." Er fügte hinzu, dass US-Unternehmen und Verbraucher sowie globale Unternehmen derzeit gut dastehen.

Erwähnte Persönlichkeiten