
Walmart: Wertorientierung und Digitalisierung treiben Rekordumsatz
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Walmart hat im vierten Geschäftsquartal solide Ergebnisse vorgelegt, da Kunden weiterhin Wert und Bequemlichkeit priorisierten. Dies trug dazu bei, dass der Online-Umsatz einen Rekordanteil am Geschäft des Einzelhändlers erreichte. Das Unternehmen profitiert von einer breiteren Kundenbasis, die auch Haushalte mit höherem Einkommen umfasst.
Walmart trotzt wirtschaftlichem Gegenwind mit starkem Quartal
Der Einzelhandelsriese Walmart meldete für das vierte Geschäftsquartal einen Umsatz von 190,7 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 5,6 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die vergleichbaren Umsätze in den USA stiegen um 4,6 %, getragen von einem Anstieg der Transaktionen um 2,6 % und einer Erhöhung des durchschnittlichen Ausgabenbetrags pro Besuch um 2 %. Die Lebensmittelpreise stiegen im Jahresvergleich lediglich um 0,6 %, wobei einige Kategorien wie Eier und Milchprodukte sogar Preisrückgänge verzeichneten.
Der globale E-Commerce-Umsatz kletterte im Quartal um 24 %, in den USA sogar um 27 %. Online-Verkäufe machen dort nun 23 % des Gesamtumsatzes aus – der höchste Wert in der Unternehmensgeschichte. Dieses Wachstum wurde teilweise durch ein etwa 50-prozentiges Wachstum bei der Lieferung aus Filialen angetrieben, da Walmart seine Optionen für schnellere Lieferungen ausbaute, die nun die meisten US-Haushalte innerhalb weniger Stunden erreichen.
Wertorientierung zieht breitere Kundenschichten an
Walmart konnte seinen Marktanteil über alle Einkommensschichten hinweg ausbauen, einschließlich Haushalten mit höherem Einkommen. Dies deutet darauf hin, dass die Preis- und Bequemlichkeitsstrategie des Unternehmens über preisbewusste Käufer hinaus Anklang findet. Tatsächlich haben Haushalte mit höherem Einkommen einen Großteil des jüngsten Umsatzwachstums im Inland vorangetrieben, während einkommensschwächere Käufer mit finanziellen Engpässen konfrontiert sind.
Die Kundenpenetration von Walmart erreichte im Dezember 72 % der US-Haushalte, ein Höchststand seit fast vier Jahren. Eine Umfrage vom Dezember zeigt, dass 57,4 % der Haushalte Schwierigkeiten hätten, eine unerwartete Ausgabe von 400 US-Dollar zu decken, und 27,5 % Mahlzeiten aus finanziellen Gründen ausließen oder reduzierten. Verbraucher schätzen die Lebensmittelinflation zu Hause auf 19,6 %, obwohl offizielle Daten im Dezember nur einen Anstieg von 2,4 % im Jahresvergleich zeigten.
Digitalisierung und margenstarke Geschäftsfelder als Wachstumstreiber
Die Gewinne wuchsen im Quartal schneller als der Gesamtumsatz. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg um etwa 10 %, verglichen mit einem Umsatzwachstum von rund 5 %. Diese Zuwächse wurden durch margenstärkere Geschäftsfelder wie Werbung und Mitgliedschaftsprogramme erzielt. Die Werbeeinnahmen stiegen weltweit um 37 %, wobei Walmart Connect in den USA ein Wachstum von 41 % verzeichnete. Die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen erhöhten sich um mehr als 15 %. Zusammen machten Werbe- und Mitgliedsgebühren fast ein Drittel des Betriebsergebnisses im Quartal aus.
Das Inventarwachstum blieb unter dem Tempo des Umsatzwachstums, was eine weiterhin disziplinierte Lieferkette widerspiegelt. Walmart hat zudem erhebliche Investitionen in KI getätigt, um den Technologievorsprung von Wettbewerbern wie Amazon aufzuholen. Durch eine Partnerschaft mit OpenAI können Kunden über ChatGPT und andere KI-Tools einkaufen, während künstliche Intelligenz auch zur Beschleunigung von Lieferungen und zur Verbesserung von Produktempfehlungen eingesetzt wird.
Führungswandel und strategische Neuausrichtung
Die Ergebnisse wurden unter der Führung des neuen CEO John Furner präsentiert, der Anfang Februar die Leitung übernahm. Dies ist das erste Mal seit über einem Jahrzehnt, dass der Einzelhandelsriese seine Quartalsergebnisse unter einem neuen Chief Executive vorlegt. Unter Furners Führung erreichte Walmart kürzlich als erster Einzelhändler eine Marktkapitalisierung von 1 Billion US-Dollar. Die Aktie des Unternehmens ist im vergangenen Jahr um 24 % gestiegen.
Wall Street erwartet von Walmart, dass das Unternehmen bei der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse konservative Prognosen abgibt, da es sich in einem herausfordernden Konsumumfeld bewegt. Greg Melich, Analyst bei Evercore ISI, merkte an, dass das Management historisch dazu neigt, bei der ersten Jahresprognose konservativ zu sein, obwohl die Erwartungen der Anleger angesichts der Aktienperformance nahe Rekordhochs hoch bleiben. Walmart hat auch David Guggina, einen ehemaligen Amazon-Manager, zum Präsidenten und CEO von Walmart U.S. ernannt, was die Entwicklung des Unternehmens hin zu technologieorientierteren Abläufen unterstreicht.
Ausblick: Resilienz und strategische Positionierung
Für das gesamte laufende Geschäftsjahr erwartet Walmart einen Umsatzanstieg von 3,5 % bis 4,5 % und einen Anstieg des Betriebsgewinns um 6 % bis 8 %. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die US-Verbraucher widerstandsfähig bleiben, auch wenn sie weiterhin wertorientiert sind.
Die Investitionen von Walmart in digitale Dienste, schnellere Lieferungen und margenstärkere Einnahmequellen stärken weiterhin die Wettbewerbsposition des Unternehmens. Diese strategische Ausrichtung, kombiniert mit der Fähigkeit, Kunden über verschiedene Einkommensschichten hinweg anzusprechen, positioniert Walmart für weiteres Wachstum in einem dynamischen Marktumfeld.