
Warren Buffetts 373 Mrd. Dollar Warnung: Was das für den Aktienmarkt bedeutet
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Warren Buffett, der "Oracle of Omaha", ist Ende 2025 als CEO von Berkshire Hathaway zurückgetreten und hinterlässt ein beeindruckendes Erbe. Doch neben einer Wertsteigerung von 6.099.294% während seiner über 60-jährigen Amtszeit hinterlässt er Anlegern auch ein 373 Milliarden Dollar schweres Warnsignal in Form eines Rekord-Cashpolsters. Dieses deutet auf eine kritische Einschätzung des aktuellen Aktienmarktes hin.
Buffetts Abschied und das Rekord-Cashpolster
Mit dem Abschluss des Jahres 2025 setzte Warren Buffett einen neuen Rekord bei Berkshire Hathaway. Das Unternehmen beendete das Jahr mit 373 Milliarden Dollar in bar und in US-Staatsanleihen in seiner Bilanz. Dieser Betrag ist deutlich von 321 Milliarden Dollar Ende 2024 und 129 Milliarden Dollar Ende 2022 gestiegen.
Dieses enorme Cashpolster entstand nicht zufällig. Es resultierte aus massiven Aktienverkäufen unter Buffetts Führung und, noch wichtiger, aus einem Mangel an Käufen. Tatsächlich verkaufte Buffett in jedem der letzten 13 Quartale seiner Amtszeit als CEO mehr Aktien, als er kaufte.
Eine Ära des Verkaufs: Warum Buffett Aktien abstieß
Buffett war in seinen letzten 39 Monaten als CEO ein Nettoverkäufer von Aktien, mit Nettobestandsverkäufen von insgesamt 186,7 Milliarden Dollar. Zu seinen größten Verkäufen gehörten Positionen in Apple und Bank of America. Auch die Amazon-Beteiligung wurde im vierten Quartal um 77% reduziert.
Diese Verkaufsentscheidungen fielen, nachdem beide Unternehmen in den vorangegangenen zehn Jahren phänomenale Renditen für Berkshire erzielt hatten. Eine neue Steuergesetzgebung, die den Körperschaftsteuersatz auf nur 21% senkte, sah Buffett als eine ausgezeichnete Gelegenheit, Gewinne aus diesen Aktien zu realisieren. Die Aktienverkäufe könnten Berkshire auch geholfen haben, die 15% alternative Mindeststeuer in den letzten beiden Jahren zu vermeiden.
Das 373-Milliarden-Dollar-Warnsignal
Die Anhäufung von Cash deutet darauf hin, dass Buffett Apple und Bank of America zum Zeitpunkt des Verkaufs für überbewertet hielt. Da die Aktien weiterhin nahe ihrer jüngsten Höchststände gehandelt werden, ist es wahrscheinlich, dass er diese Einschätzung beibehält. Das 373 Milliarden Dollar schwere Cashpolster ist ein klares Warnsignal, dass Buffett auch fast jede andere für Berkshires Portfolio infrage kommende Aktie für überbewertet hält.
Hätte er einen guten Wert gesehen, hätte er investiert. Dies schließt auch Berkshires eigene Aktie ein, die Buffett in seinen letzten 19 Monaten als CEO nicht zurückkaufte. In seinem letzten Aktionärsbrief bemerkte Buffett, dass es beim Investieren in Aktien "oft nichts Überzeugendes gibt." Er fügte hinzu: "Sehr selten finden wir uns knietief in Gelegenheiten." Buffett scheint Berkshires Bilanz auf eine solche Periode vorzubereiten.
Historische Indikatoren signalisieren Überbewertung
Mehrere Markt Bewertungsmetriken deuten darauf hin, dass Aktien als Gruppe derzeit sehr teuer sind. Buffetts bevorzugte Bewertungsmetrik, das Verhältnis von Marktkapitalisierung zu BIP, auch bekannt als Buffett-Indikator, liegt mit 217% nahe einem Rekordhoch. Dies deutet auf eine Überbewertung der US-Aktien hin.
Ein weiterer starker Prädiktor für langfristige Renditen ist das zyklisch angepasste Kurs-Gewinn-Verhältnis (CAPE-Verhältnis), entwickelt von Robert Shiller. Heute liegt das CAPE-Verhältnis des S&P 500 bei 38,8 (Ende Februar bei 38,9). In jeder Periode seit 1871, in der das CAPE-Verhältnis des S&P 500 38,8 überschritt, erzielte der S&P 500 in den folgenden 10 Jahren negative Renditen.
Robert Shiller selbst erwartet basierend auf dem aktuellen CAPE-Verhältnis annualisierte Renditen von nur 1,5% über das nächste Jahrzehnt. Berücksichtigt man die Inflation, fällt dies in den negativen Bereich. Es gab jedoch nur eine einzige Periode, in der das CAPE-Verhältnis des S&P 500 38,8 überschritt: der Höhepunkt der Dotcom-Blase. Rückschlüsse aus der darauf folgenden 10-Jahres-Periode, die das Platzen der Blase und die Große Finanzkrise umfasste, könnten daher mit Vorsicht zu genießen sein.
Was bedeutet das für Anleger?
Buffett, ein "Student der Geschichte, Märkte und Psychologie", fand es schwierig, in den heutigen Märkten gute Werte zu finden. Er warnte, dass der moderne Aktienmarkt "weit mehr kasinoartiges Verhalten" zeige als in seiner Jugend. Dennoch sollten Anleger, die bereit sind, ihre Recherchen durchzuführen, weiterhin gute Werte finden können.
Es mag ratsam sein, die Cash-Allokation zu erhöhen, aber man sollte nicht alles verkaufen und auf einen Marktabschwung warten. Buffett hielt bei seinem Rücktritt immer noch ein Aktienportfolio von 300 Milliarden Dollar für Berkshire. Anleger könnten auch Unternehmen in Betracht ziehen, die Buffett ignorierte, da Berkshires Größe sein Anlageuniversum auf die größten Unternehmen der Welt beschränkte. Buffetts Nachfolger, Greg Abel, wird voraussichtlich erhebliche Flexibilität haben, die 373,3 Milliarden Dollar Cash-Reserve einzusetzen, um Marktchancen zu nutzen.