Wirtschafts-Kluft wächst: Mittelschicht unter Druck, Ökonom warnt vor "Krokodilkiefern

Wirtschafts-Kluft wächst: Mittelschicht unter Druck, Ökonom warnt vor "Krokodilkiefern

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Die US-Wirtschaft sendet 2026 Warnsignale aus, insbesondere durch den zunehmenden finanziellen Stress bei Amerikanern mit mittlerem Einkommen. Experten beobachten eine deutliche Divergenz in den Konsumausgaben, die die sogenannte K-förmige Wirtschaft weiter verschärft und Sorgen um die allgemeine wirtschaftliche Gesundheit aufkommen lässt.

Die sich vertiefende K-förmige Wirtschaft

Die K-förmige Wirtschaft beschreibt eine Situation, in der Haushalte mit niedrigerem Einkommen Schwierigkeiten haben, während diejenigen mit höherem Einkommen ihre finanzielle Position stärken, hauptsächlich durch Aktiengewinne und Wohneigentum. Aktuelle interne Transaktionsdaten des Bank of America Institute zeigen, dass das Ausgabenwachstum für Amerikaner mit höherem Einkommen zwischen Januar 2025 und Januar 2026 relativ stabil blieb. Im Gegensatz dazu verlangsamte sich das Ausgabenwachstum für Haushalte mit niedrigerem und mittlerem Einkommen im selben Zeitraum.

David Tinsley, Senior Economist beim Bank of America Institute, beschreibt die Entwicklung als besorgniserregend. Er merkt an, dass die "K"-Form sich verbreitert und "eher wie die Kiefer eines Krokodils" aussieht. Der Unterschied zwischen den Ausgaben von Haushalten mit mittlerem und höherem Einkommen ist laut Tinsley der größte, den es seit Anfang 2022 gegeben hat.

Finanzielle Belastung erreicht "Kipppunkt"

Neue Daten der National Foundation for Credit Counseling (NFCC) bestätigen den wachsenden Druck. Die vierteljährliche Prognose der NFCC geht davon aus, dass der finanzielle Stress im ersten Quartal dieses Jahres ein Allzeithoch erreichen wird. Diese Einschätzung basiert auf Verhaltensdaten von über einer Million Klienten ihres nationalen Netzwerks von Finanzberatungsagenturen.

Mike Croxson, CEO der NFCC, spricht von einem "Kipppunkt", an dem Verbraucher nicht mehr über genügend freien Cashflow verfügen, um regelmäßige, feste Zahlungen zur systematischen Reduzierung ihrer ausstehenden Schulden zu leisten. Dieses Problem "schleicht sich einfach in den Einkommens- und Altersrängen nach oben", so Croxson. Insbesondere sind mehr Verbraucher mit mittlerem Einkommen im Alter von 45 bis 60 Jahren betroffen, die ihren Lebensstil nicht mehr durch weitere Kredite finanzieren können. "Sie würden mehr Kredite aufnehmen, um diese Ausgaben aufrechtzuerhalten, aber sie können nicht darauf zugreifen", erklärt Croxson. "Sie haben ihre Kapazität erreicht."

Steuererstattungen als kurzfristiger Impuls?

Experten zufolge könnten höhere Steuererstattungen dazu beitragen, die Konsumausgaben kurzfristig zu stützen. Die Tax Foundation schätzt, dass die durchschnittliche Steuererstattung zwischen 300 und 800 US-Dollar höher ausfallen könnte als in einem typischen Jahr. Dies könnte einigen Menschen helfen, die Schwierigkeiten haben, die gestiegenen Preise für alltägliche Artikel zu bezahlen.

Allerdings erwarten einige Ökonomen, dass dieser Effekt nur von kurzer Dauer sein wird. David Tinsley kommentiert, dass sich das "zugrunde liegende Bild mit diesen Divergenzen in der zweiten Jahreshälfte dieses Jahres sicherlich wieder durchsetzen wird." Die strukturellen Probleme der K-förmigen Wirtschaft könnten somit trotz kurzfristiger Entlastungen bestehen bleiben.

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