AkademikerPension stößt US-Staatsanleihen ab: Sorge um US-Finanzen und Grönland

AkademikerPension stößt US-Staatsanleihen ab: Sorge um US-Finanzen und Grönland

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Der dänische Pensionsfonds AkademikerPension plant den Verkauf seiner gesamten Bestände an US-Staatsanleihen im Wert von rund 100 Millionen US-Dollar. Als Hauptgrund nennt der Fonds Bedenken hinsichtlich der finanziellen Stabilität der US-Regierung, eine Entscheidung, die inmitten geopolitischer Spannungen um Grönland getroffen wird.

AkademikerPension stößt US-Staatsanleihen ab

AkademikerPension, ein dänischer Pensionsfonds, der Altersvorsorgepläne für Akademiker anbietet, hat gegenüber CBS News bestätigt, seine gesamten US-Staatsanleihen im Wert von etwa 100 Millionen US-Dollar bis Ende dieses Monats zu veräußern. Diese Papiere dienten dem Fonds über viele Jahre als Liquiditätsquelle. Stattdessen wird AkademikerPension künftig auf den US-Dollar und kurzfristige Schuldtitel setzen.

Gründe für den Ausstieg: US-Finanzen unter der Lupe

Anders Schelde, Chief Investment Officer von AkademikerPension, begründete den Schritt mit den "schlechten Finanzen der US-Regierung". Er erklärte in einer Stellungnahme gegenüber CBS News, dass dies den Fonds dazu veranlasse, "einen alternativen Weg für unser Liquiditäts- und Risikomanagement zu finden". Schelde betonte zudem gegenüber Bloomberg, dass die USA "im Grunde kein guter Kredit" seien und die langfristigen Staatsfinanzen nicht nachhaltig seien, und verwies auf hohe Haushaltsdefizite und steigende Kosten für den Schuldendienst.

Bereits im Mai stufte Moody's Ratings die Kreditwürdigkeit der USA von der höchsten Stufe Aaa auf Aa1 herab, eine Stufe niedriger. Als Gründe wurden die steigende Staatsverschuldung und erhöhte politische Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Handelspolitik von Präsident Trump genannt.

Der Kontext: Grönland und geopolitische Spannungen

Die Entscheidung von AkademikerPension fällt in eine Zeit, in der Präsident Trump seinen Druck zur Übernahme Grönlands verstärkt. Obwohl Schelde am Dienstag erklärte, die Entscheidung sei "nicht direkt mit dem anhaltenden Zerwürfnis zwischen den USA und Europa verbunden", fügte er hinzu, dass dies die Entscheidung "natürlich nicht schwieriger gemacht" habe.

Präsident Trump hat wiederholt den Wunsch geäußert, die Insel, ein Territorium Dänemarks, zu erwerben. Er argumentiert, die Akquisition sei notwendig, um die Sicherheit der USA und ihrer Verbündeten zu gewährleisten – eine Behauptung, die auf Widerstand der NATO stößt. Am Wochenende kündigte Trump auf Truth Social Zölle auf acht wichtige NATO-Handelspartner an, beginnend mit 10 % im Februar und steigend auf 25 % im Juni, bis ein Abkommen über den "vollständigen und totalen Kauf Grönlands" erzielt wird. Nach dieser Ankündigung gaben US-amerikanische und europäische Aktien nach.

Globale Auswirkungen und Expertenstimmen

Die USA sind auf ausländische Investitionen angewiesen, um ihre Schulden zu finanzieren. Laut Deutsche Bank Research halten europäische Länder US-Anleihen und -Aktien im Wert von 8 Milliarden US-Dollar, was fast dem Doppelten der gesamten restlichen Welt entspricht. Zu den größten ausländischen Gläubigern der USA zählen laut dem US-Finanzministerium Japan, Großbritannien und China.

Ray Dalio, Gründer von Bridgewater Associates, warnte gegenüber CNBC, dass AkademikerPension möglicherweise nicht allein bleiben könnte. Sollten Länder die USA als weniger zuverlässigen Handelspartner betrachten, könnten sie beginnen, US-Vermögenswerte, einschließlich Staatsanleihen, zu reduzieren. Der Schritt folgt der Herabstufung der US-Bonität durch Moody's im vergangenen Jahr, die Defizite und höhere Zinskosten als Hauptbedenken hervorhob.

Offizielle Reaktion aus den USA

US-Finanzminister Scott Bessent wies am Dienstag beim Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz, die Annahme zurück, dass europäische Länder US-Staatsanleihen abstoßen würden. Er bezeichnete dies laut The Guardian als "völlig falsches Narrativ", das "jeder Logik widerspricht", und fügte hinzu: "Ich könnte nicht stärker widersprechen."

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