
Benzinpreise in den USA: Iran-Krieg treibt Kosten für Autofahrer hoch
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Die Benzinpreise in den Vereinigten Staaten haben die 4-Dollar-Marke pro Gallone überschritten und zwingen Autofahrer landesweit zu Anpassungen ihrer Ausgabengewohnheiten. Dieser Anstieg, der primär durch den Iran-Krieg verursacht wird, belastet die Budgets von Pendlern und Familien gleichermaßen und hat weitreichende wirtschaftliche Auswirkungen.
Aktueller Preisanstieg und Ursachen
Der nationale Durchschnittspreis für eine Gallone Benzin lag am Dienstagnachmittag, dem 7. April 2026, bei 4,14 US-Dollar, wie die American Automobile Association (AAA) berichtet. Dies ist ein Anstieg von fast einem Dollar pro Gallone seit Anfang März und markiert das erste Mal seit August 2022, dass die Preise die 4-Dollar-Schwelle überschritten haben. Am 2. April 2026 lag der Durchschnitt bei 4,081 US-Dollar, was 1,08 US-Dollar mehr ist als vor einem Monat.
Der Hauptgrund für diesen Anstieg ist der Iran-Krieg, der die Ölpreise in die Höhe treibt und das Risiko von Lieferengpässen erhöht. Rohölpreise haben die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel überschritten. Der Konflikt, der nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar begann, stört den Schiffsverkehr von Rohöl durch die Straße von Hormus. Diese Meerenge, die den Persischen Golf verbindet, ist normalerweise für etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Erdgastransports verantwortlich. Präsident Trump hat sich uneinheitlich über die Wiedereröffnung der Straße geäußert.
Historisch gesehen lagen die Benzinpreise in den USA zuletzt im August 2022 über 4 US-Dollar pro Gallone. Im Juni desselben Jahres erreichten sie nach der russischen Invasion in der Ukraine kurzzeitig über 5 US-Dollar pro Gallone. Laut Patrick De Haan, einem Erdölexperten bei GasBuddy, lagen die Benzinpreise seit 2009 nur an 157 Tagen über 4 US-Dollar pro Gallone, alle davon im Jahr 2022.
Auswirkungen auf US-Verbraucher: Budgetanpassungen
Die steigenden Benzinpreise zwingen viele Amerikaner, ihre Ausgaben zu überdenken. Laut AAA geben etwa 59 % der Amerikaner an, dass sie ihre Fahrgewohnheiten oder ihren Lebensstil ändern würden, wenn die Preise 4 US-Dollar pro Gallone erreichen. Dieser Anteil steigt auf etwa drei Viertel, wenn die Preise 5 US-Dollar erreichen.
Viele Autofahrer haben jedoch wenig Spielraum für Anpassungen, insbesondere Pendler. Miranda Alcalá, eine Bewohnerin von Queens, die für ihre Arbeit zwischen den Stadtteilen pendelt, sagte: "Ich muss es ausgeben – es gibt keinen anderen Weg." Sie berichtet, dass sich ihre Benzinkosten in den letzten Wochen fast verdoppelt haben, von 20-25 US-Dollar auf 40 US-Dollar für eine volle Tankfüllung. Auch Barbara Skenderis, eine 53-jährige Mutter aus Queens, deren Tage oft lange Fahrten quer durch die Stadt umfassen, sieht das Fahren als unvermeidlich an.
Andere versuchen, wo immer möglich, Kosten zu senken:
- Weniger fahren und Fahrten kombinieren: Zainab Kareem, eine Rentnerin aus Washington, D.C., die hauptsächlich in ihrer Freizeit fährt, hat bereits begonnen, Fahrten zu reduzieren. Mark Garver, ein unabhängiger Medicare-Makler, achtet darauf, "eine Fahrt statt drei Fahrten" zu machen.
- Andere Ausgaben kürzen: Miranda Alcalá kocht jetzt zu Hause, weil es günstiger ist, und erwägt, weniger mit Freunden auszugehen. Corinne Candilis, eine Regierungsangestellte in Washington, D.C., prüft ihr Budget, um Kürzungen vorzunehmen.
- Alternative Routen: Rebecca Johnson aus Middletown, Delaware, nimmt jetzt Nebenstraßen, um Mautgebühren zu vermeiden, auch wenn es ein oder zwei Minuten länger dauert.
Eine CBS News-Umfrage vom 22. März 2026 ergab, dass 90 % der Befragten erwarten, dass der Iran-Krieg die Öl- und Benzinpreise in die Höhe treiben wird, und 58 % rechnen langfristig mit steigenden Kraftstoffkosten. Eine AP-NORC-Umfrage zeigte, dass 45 % der US-Erwachsenen "extrem" oder "sehr" besorgt sind, sich in den nächsten Monaten Benzin leisten zu können.
Regionale Unterschiede und konkrete Beispiele
Die Benzinpreise variieren stark je nach Bundesstaat und lokaler Versorgungslage sowie unterschiedlichen Steuersätzen.
- New York: In Brooklyn kostete normales Benzin am Donnerstag 3,89 US-Dollar pro Gallone bei Barzahlung und 4,09 US-Dollar mit Kreditkarte. An einer BP-Station in Queens lagen die Preise bei 4,09 US-Dollar (bar) und 4,19 US-Dollar (Kreditkarte).
- Washington, D.C.: In Logan Circle wurde normales Benzin am Donnerstag für 4,09 US-Dollar pro Gallone und Premium für 4,79 US-Dollar angeboten.
- Nashville: An einem Kroger Fuel Center kostete normales Benzin am Morgen des 2. April 3,89 US-Dollar pro Gallone.
- Delaware und Maryland: In Middletown, Delaware, lag der Preis an einer Royal Farms Station am 1. April bei 3,89 US-Dollar. In Cecilton, Maryland, kostete es 3,99 US-Dollar, während es bei Molly's Mart in Kennedyville 4,19 US-Dollar waren.
- Philadelphia: Die Preise liegen im Durchschnitt zwischen 4,10 und 4,17 US-Dollar, wobei einige Tankstellen bis zu 5 US-Dollar verlangen. Ricki Glass aus Philadelphia berichtet, dass eine Tankfüllung für ihren Range Rover von 80 US-Dollar auf 94 US-Dollar gestiegen ist, was ihre Familie zusätzlich 300 US-Dollar pro Monat kostet.
Die AAA listet die Top 10 der teuersten Benzinmärkte auf (Stand 2. April 2026):
- Kalifornien ($5.89)
- Hawaii ($5.50)
- Washington ($5.36)
- Oregon ($4.96)
- Nevada ($4.94)
- Arizona ($4.68)
- Alaska ($4.59)
- Idaho ($4.26)
- Illinois ($4.26)
- Florida ($4.23)
Die Top 10 der günstigsten Märkte umfassen:
- Oklahoma ($3.27)
- Kansas ($3.33)
- Nebraska ($3.42)
- North Dakota ($3.43)
- Iowa ($3.48)
- Missouri ($3.48)
- South Dakota ($3.52)
- Arkansas ($3.52)
- Minnesota ($3.54)
- Georgia ($3.70)
Wirtschaftliche Folgen und weitere Preissteigerungen
Höhere Kraftstoffkosten wirken sich nicht nur direkt auf die Verbraucher aus, sondern können auch die gesamte Wirtschaft belasten. Diane Swonk, Chefökonomin bei KPMG, merkte an, dass Unternehmen die gestiegenen Transportkosten letztendlich auf die Kunden umlegen könnten. Dies könnte zu weiteren Preissteigerungen bei Gütern des täglichen Bedarfs führen, insbesondere bei Lebensmitteln, die häufig nachgeliefert werden müssen.
Die zusätzlichen Ausgaben der Amerikaner für Benzin könnten fast alle zusätzlichen Einnahmen aufzehren, die sie in diesem Jahr erwarten. Die Dieselpreise, die für viele Fracht- und Lieferwagen, Landwirtschaft und Bauwesen entscheidend sind, sind ebenfalls gestiegen. Am 2. April 2026 lag der nationale Durchschnitt bei 5,454 US-Dollar pro Gallone, in Pennsylvania sogar bei 5,94 US-Dollar. Der United Postal Service (UPS) plant bereits einen temporären Aufschlag von 8 % auf einige seiner beliebten Produkte, darunter Priority Mail.
Alternativen und Sparmöglichkeiten für Autofahrer
Angesichts der anhaltend hohen Benzinpreise suchen viele Autofahrer nach Wegen, ihre Kosten zu senken oder Alternativen zu finden.
Sofortmaßnahmen zum Spritsparen
Stephan Bisaha, ein Finanzreporter von NPR, und die AAA empfehlen mehrere Maßnahmen, um die Kraftstoffeffizienz zu verbessern:
- Langsam fahren: Autos sind bei etwa 50 Meilen pro Stunde am kraftstoffeffizientesten. Eine Erhöhung der Geschwindigkeit von 55 auf 75 Meilen pro Stunde kann bei einem kompakten SUV wie einem Honda CRV einen Verlust von etwa 5 Meilen pro Gallone bedeuten, was über 400 US-Dollar Mehrkosten pro Jahr verursachen kann.
- Reifen richtig befüllen: Unterfüllte Reifen sind ineffizient und erhöhen den Kraftstoffverbrauch.
- Unnötige Last entfernen: Dachgepäckträger sollten abgenommen werden, wenn sie nicht benutzt werden, und der Kofferraum von schweren, nicht benötigten Gegenständen befreit werden.
Umstieg auf Elektrofahrzeuge (EVs)
Für diejenigen, die über einen Fahrzeugwechsel nachdenken, bieten Elektrofahrzeuge eine langfristige Alternative. Camila Domonoske, eine Autoexpertin von NPR, weist darauf hin, dass EVs in der Regel insgesamt günstiger im Betrieb sind, obwohl man Lade-, Wartungs- und Versicherungskosten berücksichtigen sollte.
- Laden zu Hause: Das Laden zu Hause ist in der Regel einfacher und deutlich günstiger als an öffentlichen Ladestationen. Es sollte geprüft werden, ob die Installation eines speziellen EV-Ladegeräts erforderlich ist oder ob eine Standardsteckdose ausreicht. Der EPA-Rechner für Heimladegeräte kann hierbei helfen.
- Wartung: EVs verursachen im Allgemeinen geringere Wartungskosten.
- Versicherung: Die Versicherung für EVs kann teurer sein, daher ist ein Preisvergleich ratsam.
- Benzinersparnis: Eine Karte von Yale Climate Connections zeigt, dass das Fahren eines EVs in North Dakota dem Bezahlen von weniger als einem Dollar pro Gallone Benzin entspricht, während es in Kalifornien etwa 2,70 US-Dollar pro Gallone wären – immer noch deutlich günstiger als Benzin.
Autofahrer können auch den AAA TripTik Travel Planner nutzen, um aktuelle Benzin- und Ladepreise entlang ihrer Route zu finden und so die günstigsten Optionen zu identifizieren.