
Biermarkt 2026: Comeback-Potenzial für Brauerei-Aktien?
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Nach Jahren sinkender Konsumtrends und starker Konkurrenz durch Ready-to-Drink (RTD) Cocktails und Hard Seltzer könnte 2026 das Jahr werden, in dem Bier wieder an Beliebtheit gewinnt. Analysten von Goldman Sachs sehen eine seltene Kombination von Rückenwinden für Brauereien: die FIFA Weltmeisterschaft, die Olympischen Sommerspiele und den 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten.
Bier vor Comeback? Globale Events als Treiber
Großereignisse wie diese schaffen mehr Anlässe für Menschen, zusammenzukommen, was die Wahrscheinlichkeit des Bierkonsums erhöht. Historisch gesehen haben große Sport- und Kulturveranstaltungen die Bierverkäufe angekurbelt und einigen Top-Aktien einen vorübergehenden, aber signifikanten Volumenanstieg beschert. Für Investoren bietet sich hier die Möglichkeit, an einem potenziellen zyklischen Aufschwung der Nachfrage nach alkoholischen Getränken teilzuhaben.
Zwei Aktien stechen hervor, die gut positioniert sind, um davon zu profitieren: Constellation Brands und Molson Coors. Constellation Brands ist das Kraftpaket hinter Modelo und Corona, während Molson Coors ein Traditionsbrauer mit neuem Schwung und Diversifizierung über traditionelles Bier hinaus ist. Beide bieten unterschiedliche Wege, um von einem möglichen Aufschwung zu profitieren, der diese Brauereien aus der Flaute der Konsumgüteraktien führen könnte.
Herausforderungen im Biermarkt
Investoren sind möglicherweise müde, von der "zweigeteilten Wirtschaft" zu hören, doch eine Prognose für 2026 muss die Unsicherheiten berücksichtigen. Die Inflation sinkt zwar, liegt aber immer noch deutlich über dem bevorzugten Zielwert der Federal Reserve von 2%. Einige Analysten halten eine neue Inflationsrunde für nahezu sicher, sollte die Fed die Zinsen weiter senken und zur Politik der quantitativen Lockerung (QE) zurückkehren.
Auch der Arbeitsmarkt gibt Anlass zur Sorge. Wenn Verbraucher um ihre Arbeitsplätze besorgt sind, gehören diskretionäre Ausgaben, wie der Kauf von Bier, oft zu den ersten Posten, die gekürzt werden. Brauereien müssen zudem Wege finden, die Gen-Z-Konsumenten zu erreichen, die aus Gründen der Erschwinglichkeit und Gesundheit weniger Alkohol kaufen. Die Branche konkurriert auch mit Cannabis, das in vielen Staaten legalisiert wurde und für diese Generation zum bevorzugten Genussmittel geworden ist.
Constellation Brands: Premium-Führer mit starken Margen
Premium-Biere haben sich in den letzten Jahren etwas besser entwickelt. Dies ist ein guter Grund, Constellation Brands (NYSE: STZ) in Betracht zu ziehen, das eine führende Rolle im anhaltenden Premiumisierungstrend innerhalb der Bierkategorie spielt. Tatsächlich stammen über 94% der Unternehmensumsätze aus dem Biergeschäft.
Das Unternehmen hat seinen US-Marktanteil durch seine Importe Modelo Especial und Corona Extra, die landesweit die Regale und Zapfanlagen dominieren, stetig ausgebaut. Die Preissetzungsmacht und die operative Effizienz von Constellation haben es dem Unternehmen ermöglicht, trotz schwankender Inputkosten in den letzten zwei Jahren starke Margen aufrechtzuerhalten. Mit Blick auf 2026 scheint das Markenportfolio besonders gut auf die erwartete festliche Stimmung rund um globale Ereignisse abgestimmt zu sein. Ein erhöhter On-Premise-Konsum, Cross-Promotions während der Weltmeisterschaft und der Olympischen Spiele sowie Marketing-Synergien mit US-Feierlichkeiten könnten das Volumenwachstum ankurbeln.
Constellation Brands gilt als konträre Wette auf Wachstum, die jedoch mit einem zunehmend geringen Risiko verbunden ist. Analysten prognostizieren ein Aufwärtspotenzial von etwa 30% für die STZ-Aktie. Ein Grund dafür könnte der wachsende freie Cashflow des Unternehmens sein, der trotz geringerer Umsätze im Jahresvergleich erzielt wird. Dies bedeutet, dass die Dividende des Unternehmens, die zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels 2,93% beträgt, als sicher gilt.
Molson Coors: Volumenwachstum durch Kernmarken und Events
Molson Coors (NYSE: TAP) hat die letzten Jahre damit verbracht, sich nach langer Stagnation neu zu erfinden. Das Unternehmen hat sich der Modernisierung zugewandt, was die Konzentration auf Markenauffrischungen, besseres Marketing und die Expansion in "Beyond Beer"-Kategorien wie Hard Seltzer, Spirituosen und alkoholfreie Getränke bedeutet.
Dies hat sich jedoch nicht im TAP-Aktienkurs widergespiegelt, der 2025 um fast 20% gefallen ist. Dennoch könnte 2026 das Jahr sein, in dem das Unternehmen davon profitieren könnte, sich auf seine Wurzeln zu besinnen. Das Kernportfolio des Unternehmens, das von Coors Light und Miller Lite getragen wird, dürfte am meisten von einem Volumenaufschwung profitieren, der mit dem Anstieg globaler und nationaler Ereignisse im nächsten Jahr verbunden ist. TAP verfügt zudem über eine starke Logistikinfrastruktur und tiefe Beziehungen zu Einzelhändlern, was es positioniert, inkrementelle On-Premise-Verkäufe zu erzielen, wenn große Sport- und Jubiläumsfeiern stattfinden.
Molson Coors ist ein weiteres Unternehmen mit einer starken Free-Cashflow-Story. Jüngste Kostendisziplin und Schuldenabbau haben die Margen verbessert und die finanzielle Flexibilität erhöht, was die Voraussetzungen für potenzielle Aktionärsrenditen durch Dividendenwachstum oder Aktienrückkäufe schafft.