
Bill Ackman fordert Ende des Fannie & Freddie "Net Worth Sweep
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Der prominente Finanzinvestor Bill Ackman drängt die US-Regierung, die ursprünglichen Vereinbarungen mit den Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac zu respektieren. Im Zentrum seiner Forderung steht die Beendigung des sogenannten "Net Worth Sweep", einer Maßnahme, die seiner Meinung nach die Unternehmen trotz massiver Rückzahlungen in einer finanziellen Schieflage hält. Ackman betont, dass die Aktionäre keine "Geschenke" von Washington erwarten, sondern die Einhaltung vertraglicher Zusagen.
Bill Ackmans Forderung: Rückkehr zu den Ursprungsbedingungen
Bill Ackman hat in einem ausführlichen Beitrag auf X (ehemals Twitter) dargelegt, dass die Aktionäre von Fannie Mae und Freddie Mac nicht nach einer Subvention suchen. Stattdessen fordern sie die Regierung auf, die ursprüngliche Vereinbarung über Senior Preferred Stock zu ehren und die geleisteten Zahlungen korrekt zu verbuchen. Er argumentiert, dass die Buchhaltung der Unternehmen auf den Kopf gestellt sei, da trotz der Rückzahlung von 301 Milliarden US-Dollar der Senior Preferred Stock von 193 Milliarden US-Dollar weiterhin als unreduziert ausgewiesen werde.
Die Rettung von 2008: Ein Vergleich der Konditionen
Ackman zieht einen Vergleich zu den Bankenrettungen von 2008, um die seiner Ansicht nach härteren Bedingungen für Fannie Mae und Freddie Mac zu verdeutlichen. Während Banken wie Goldman Sachs bei einer Treasury-Investition von 10 Milliarden US-Dollar einen Kupon von 5 % plus Warrants im Wert von 15 % des Nennwerts erhielten, waren die Konditionen für die beiden Hypothekenfirmen deutlich strenger. Die Unterstützung des Finanzministeriums für Fannie Mae und Freddie Mac belief sich auf 193 Milliarden US-Dollar in Senior Preferred Stock, zuzüglich 2 Milliarden US-Dollar an Bereitstellungsgebühren. Diese waren mit einem Kupon von 10 % und Warrants für 79,9 % jedes Unternehmens verbunden.
Der "Net Worth Sweep": Eine umstrittene Änderung
Die Unternehmen haben dem Finanzministerium insgesamt 301 Milliarden US-Dollar zurückgezahlt. Diese Summe beinhaltet laut Ackman einen durchschnittlichen Zinssatz von 11,6 % und die vollständige Rückzahlung des Kapitals von 193 Milliarden US-Dollar, plus weitere 25 Milliarden US-Dollar über die vertraglich vereinbarte Summe hinaus. Der Kern des Problems liegt im "Net Worth Sweep", einem Mechanismus, der jede Zahlung als Dividende und nicht als Tilgung verbuchte. Dies verhinderte, dass eine Reduzierung des Kapitals anerkannt wurde.
Am 12. August 2012, während der zweiten Amtszeit von Barack Obama, änderte das Finanzministerium die Vereinbarung. Der 10 %-Dividende wurde durch einen Anspruch auf alle vierteljährlichen Gewinne ersetzt. Ackman zufolge erfolgte dieser Schritt einseitig und nicht als Ergebnis von Verhandlungen, nachdem die Unternehmen wieder profitabel geworden waren.
Die Folgen des Sweeps und Ackmans Lösungsansatz
Der "Net Worth Sweep" führte schnell zu extremen Ergebnissen. In einem Quartal verdiente Fannie Mae 59 Milliarden US-Dollar, und die Dividende für diesen Zeitraum wurde auf den gleichen Betrag festgelegt, wodurch der gesamte Gewinn an die Regierung ging. Ackman berichtete, dass er die Situation vor etwa einem Jahrzehnt mit Warren Buffett besprochen habe, und Buffett sagte, er "könne nicht glauben, was die Regierung getan hatte."
Ackman drängt auf einen schrittweisen Plan zur Beendigung der 18-jährigen Konservatoriumszeit, die nach der Krise von 2008 begann. Dieser Ansatz sieht vor:
- Zuerst die Wiederlistung der Unternehmen.
- Danach ein mehrjähriges Zeitfenster zur Klärung der Kapitalvorschriften und Führungsstrukturen.
- Anschließend eine umfassendere Privatisierung.
Keine "Geschenke", sondern Gerechtigkeit
Ackman betont, dass die Aktionäre keine neuen Subventionen fordern, sondern die Durchsetzung der ursprünglichen Bedingungen des Senior Preferred Stock. Er argumentiert, das Finanzministerium könne die zusätzlichen 25 Milliarden US-Dollar behalten oder zurückgeben, aber die Senior Preferred Liability sollte durch die bereits geleisteten Zahlungen eliminiert werden.
Ein Präzedenzfall mit weitreichenden Folgen
Ackman warnt davor, dass private Investoren zögern würden, Rettungskapital für angeschlagene Institutionen bereitzustellen, wenn eine Konservatoriumsverwaltung Ansprüche "mit einem Federstrich" neu ordnen kann. Er verknüpft diese Sorge mit Bankenpleiten nach der Krise, wie der Silicon Valley Bank, und argumentiert, dass ein solcher Präzedenzfall es schwieriger macht, privates Kapital in Stresssituationen anzuziehen.
Potenzial für Steuerzahler und Investoren
Anstelle der Gewinnabschöpfung könnte ein sauberer Ausstieg laut Ackman zu einem erheblichen Gewinn für die Regierung führen, wenn die Unternehmen wieder wie konventionelle Finanzunternehmen gehandelt werden. Er prognostiziert ein Kurspotenzial von 300 % bis 400 % für die Aktien im Falle einer Reprivatisierung. Dabei verwendet er ein Bewertungsmodell, das Fannie Mae mit dem 16-fachen und Freddie Mac mit dem 13-fachen der geschätzten Gewinne von 2026 bewertet.
Ackman kritisiert auch Ideen, die die Senior Preferred Beteiligung in Junior Preferred und Stammaktien umwandeln würden. Dies könnte die staatliche Beteiligung von 79,9 % auf etwa 95 % erhöhen und die Unternehmen weniger investierbar machen. Er argumentiert, dass ein kleinerer Anteil an Unternehmen, denen Investoren vertrauen, für die Steuerzahler mehr wert sein könnte als ein größerer Anteil, der durch starke Verwässerung erzielt wird. In seinem Beitrag zitierte Ackman einen Brief von Donald Trump an Rand Paul vom November 2021, der den Sweep als "Diebstahl" bezeichnete und die Episode als "Travestie" verurteilte, während er deren Beendigung forderte. Ackman schloss mit der Aufforderung an Trump: "Jetzt, da Sie Zeit haben, Herr Präsident, lassen Sie uns den Diebstahl stoppen!"
Ackmans Investmentphilosophie im Kontext
Diese strategische Positionierung Ackmans im Fall von Fannie Mae und Freddie Mac unterstreicht seine breitere Investmentphilosophie. Er konzentriert sich auf Unternehmen mit starken Fundamentaldaten und strebt danach, in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld Wert für die Aktionäre zu schaffen. Sein Engagement für die Einhaltung ursprünglicher Vertragsbedingungen mit dem Finanzministerium ist ein Beispiel für seinen Ansatz, der die Wertschöpfung für Aktionäre priorisiert.