CoreWeave: KI-Aktie im Höhenflug – Chancen und Herausforderungen

CoreWeave: KI-Aktie im Höhenflug – Chancen und Herausforderungen

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Die CoreWeave Aktie (CRWV) verzeichnete jüngst einen bemerkenswerten Anstieg, angetrieben durch den anhaltenden Optimismus in der Künstlichen Intelligenz (KI)-Branche. Mit einem intra-day Plus von 14,7 Prozent erreichte der Kurs am Montag 91,30 US-Dollar, bevor er den Handelstag 12,22 Prozent höher bei 89,93 US-Dollar beendete. Diese Entwicklung wurde durch positive Analystenbewertungen und die Klärung operativer Bedenken verstärkt.

CoreWeave im Aufwind der KI-Branche

CoreWeave Inc. (NASDAQ:CRWV) gehört zu den Top-Performern im aktuellen Marktumfeld, das stark von der Künstlichen Intelligenz geprägt ist. Das Unternehmen, das sich auf KI-Infrastruktur und generative KI spezialisiert hat, hat sich von einem spezialisierten Dienstleister zu einem grundlegenden Versorger für die globale KI-Wirtschaft entwickelt. Die Aktie zeigte in den letzten sieben Tagen eine Rendite von 17,0 Prozent, über 30 Tage 14,4 Prozent und seit Jahresbeginn 13,4 Prozent.

Analysten sehen Wettbewerbsvorteile und Wachstumspotenzial

Mehrere Analystenhäuser haben ihre Einschätzung für CoreWeave angepasst und sehen Potenzial in der strategischen Ausrichtung des Unternehmens:

  • Goldman Sachs vergab ein neutrales Rating mit einem Kursziel von 86 US-Dollar. Die Bank ist der Ansicht, dass CoreWeaves speziell entwickelte Architektur einen Wettbewerbsvorteil gegenüber traditionellen Hyperscalern und anderen Neocloud-Anbietern bietet, unterstützt durch die Angebotsknappheit in der KI-Computing-Branche. Goldman Sachs erwartet, dass CoreWeave große Verträge abschließen wird und dass Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit weitere Geschäfte vorantreiben werden.
  • DA Davidson stufte CoreWeave von "Underperform" auf "Neutral" hoch und setzte ein Kursziel von 68 US-Dollar. Als Katalysator für diese Aufwertung wurde die potenzielle 100-Milliarden-Dollar-Kapitalbeschaffung von OpenAI genannt.
  • Citigroup erhöhte ihr Kursziel, während Morgan Stanley ihr Rating auf "Overweight" anhob. Diese Schritte von der Wall Street bestätigten CoreWeave als robustes "Pick-and-Shovel"-Investment im Aufbau der KI-Infrastruktur.

Historische Entwicklung und Kapitalstruktur

CoreWeave hatte seinen Börsengang (IPO) im März 2025 zu einem Ausgabepreis von 40,00 US-Dollar. Eine Partnerschaft mit Nvidia trieb den Kurs bis Mitte 2025 auf 187,00 US-Dollar, was einem Anstieg von 367 Prozent in weniger als 100 Tagen entsprach. Das Unternehmen verzeichnete in den ersten drei Quartalen 2025 einen Umsatzanstieg auf 3,6 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 1,92 Milliarden US-Dollar im gesamten Jahr 2024. Diese Performance wurde durch Partnerschaften mit Hyperscale-Kunden wie OpenAI und Meta ermöglicht, die durch die Nvidia Blackwell-Architektur unterstützt wurden.

Im Dezember 2025 kam es zu einer Kurskorrektur, bei der sich die Aktie zwischen 70,00 und 85,00 US-Dollar konsolidierte. Dieser Rückgang war auf eine Neubewertung der Kapitalstruktur des Unternehmens zurückzuführen, da die Kapazitäten bis 2026 gebunden waren. Investoren konzentrierten sich auf die Kapitalstruktur, mit einem prognostizierten CapEx von 12 bis 14 Milliarden US-Dollar und vierteljährlichen Zinsaufwendungen von 310,6 Millionen US-Dollar.

Strategische Positionierung und Infrastruktur-Ausbau

CoreWeave profitiert von seiner engen Partnerschaft mit Nvidia. Das Unternehmen erhält Nvidias beste Chips zuerst, was es ihm ermöglicht, KI-Aufgaben in seinem spezialisierten Cloud-Service 35-mal schneller und 80 Prozent günstiger auszuführen als typische Cloud-Anbieter. Ende 2025 verfügte CoreWeave über 590 MW an Online-Kapazität, verfehlte jedoch sein Jahresendziel aufgrund von Bauverzögerungen. Dennoch konnte das Unternehmen insgesamt 2,9 GW an Stromkapazität durch Verträge sichern. Die oberste Priorität für die nächsten zwei Jahre ist die Umwandlung von mindestens 1 GW dieser Leistung in funktionierende Datenzentren, um die zahlreichen Kundenaufträge zu bedienen.

Trotz des gescheiterten 9-Milliarden-Dollar-Erwerbs von Core Scientific expandiert CoreWeave weiterhin durch Leasing und den Bau eigener Einrichtungen, um seine Dominanz als Top-Anbieter von KI-Infrastruktur zu behaupten. Das Unternehmen wird zudem durch einen Auftragsbestand von 55 Milliarden US-Dollar gestützt. Ein kurzfristiger technischer Katalysator ist die geplante Einführung von NVIDIAs Rubin-Architektur, für die CoreWeave als Early Adopter positioniert ist.

Bewertung und finanzielle Herausforderungen

Trotz des beeindruckenden Wachstums gibt es Bedenken hinsichtlich der Bewertung und der finanziellen Struktur von CoreWeave. Eine Discounted Cash Flow (DCF)-Analyse, die auf Cashflow-Prognosen basiert, schätzt den inneren Wert der Aktie auf 32,89 US-Dollar pro Anteil. Im Vergleich zum jüngsten Aktienkurs von 89,93 US-Dollar deutet die DCF-Analyse auf eine Überbewertung von etwa 173,4 Prozent hin. Der Free Cash Flow der letzten zwölf Monate war ein Verlust von etwa 12.020,81 Millionen US-Dollar, wobei Analysten und Extrapolationen von Simply Wall St einen positiven Free Cash Flow von 1.203 Millionen US-Dollar bis 2030 prognostizieren, nach mehreren Jahren negativer Werte.

Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (P/S) von CoreWeave liegt derzeit bei 10,41x, verglichen mit einem IT-Industriedurchschnitt von etwa 2,34x und einem Peer-Group-Durchschnitt von 26,10x. Die geplante Expansion wird durch erhebliche Fremdfinanzierung gestützt. CoreWeave sicherte sich kürzlich eine Kreditfazilität von 2,25 Milliarden US-Dollar durch Wandelanleihen mit einem niedrigen Zinssatz von 1,75 Prozent. Dies erhöht jedoch die bereits beträchtliche Schuldenlast des Unternehmens, von der der Großteil Zinssätze zwischen 9 und 15 Prozent aufweist.

CEO-Kommentare und Marktstimmung

Ein wesentlicher Auslöser für den jüngsten Kursanstieg war die öffentliche Widerlegung von Berichten durch CEO Michael Intrator, die die Nutzungsdauer von Grafikprozessoren (GPUs) des Unternehmens in Frage stellten. Die Langlebigkeit von GPUs ist ein grundlegendes operatives Anliegen, da sie die Kapitaleffizienz und langfristige Kostenprognosen direkt beeinflusst. Durch die direkte Adressierung des Themas in einem Podcast, zusammen mit Chief Strategy Officer Brian Venturo auf dem "Big Technology"-Podcast, konnte Intrator eine spezifische technische Sorge, die zum jüngsten Kursrückgang beigetragen hatte, effektiv zerstreuen. Diese Kommentare waren stark genug, um auch die Aktien von Wettbewerbern wie Nebius und Oracle zu beflügeln.

Ausblick: Wachstum und Volatilität erwartet

CoreWeave verzeichnet ein dreistelliges Wachstum, schreibt aber gleichzeitig Verluste und tätigt hohe Kapitalausgaben. Investoren sollten sich auf ein weiteres volatiles Jahr für CoreWeave einstellen, da die Entwicklung des Neocloud-Sektors und die Fähigkeit des Unternehmens, letztendlich Gewinne zu erzielen, noch unklar sind. Das Unternehmen hat noch kein Datum für die Veröffentlichung der Ergebnisse des vierten Quartals bekannt gegeben, diese werden jedoch voraussichtlich im Februar erwartet. Analysten prognostizieren für das vierte Quartal einen Umsatz von 1,54 Milliarden US-Dollar und einen Verlust pro Aktie von 0,67 US-Dollar.