Creator Economy: M&A-Boom 2025 und Reifung des Marktes 2026
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Die Creator Economy hat nach einer Phase der Konsolidierung einen bemerkenswerten Aufschwung im Bereich Fusionen und Übernahmen (M&A) erlebt. Mit einem deutlichen Anstieg des Deal-Volumens im Jahr 2025 und vielversprechenden Prognosen für 2026 etabliert sich der Sektor zunehmend als eine reife und attraktive Anlageklasse. Experten sehen eine fortgesetzte Industrialisierung und Rationalisierung des Marktes voraus.
Rückkehr des M&A-Booms in der Creator Economy
Nach einem beispiellosen Boom im Jahr 2021 durchlebte die Creator Economy in den Jahren 2022 und 2023 einen "Winter", ähnlich wie viele andere Kategorien im Tech- und Medienbereich. James Creech, Gründer der M&A-Beratungsfirma Quartermast Advisors, beobachtete jedoch eine deutliche Erholung. "Wir begannen 2024 Anzeichen der Erholung zu sehen, und dann war es letztes Jahr plötzlich so: 'Wir sind zurück, Baby'", sagte Creech gegenüber Business Insider.
Quartermast schätzte, dass das M&A-Volumen im Jahr 2025 einen Anstieg von 17,4 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnete, mit insgesamt 81 Transaktionen. Dieser Aufschwung war geprägt von mehr Investitionen, erhöhter M&A-Aktivität, größeren Deals und hochkarätigen Transaktionen, an denen auch börsennotierte Unternehmen beteiligt waren.
Wichtige Transaktionen im Jahr 2025
Das Jahr 2025 brachte mehrere bedeutende M&A-Deals in der Creator Economy hervor, die die Dynamik des Marktes unterstreichen:
- Bending Spoons, ein italienisches Tech-Unternehmen, erwarb die Video-Plattform Vimeo für 1,38 Milliarden US-Dollar, wodurch das börsennotierte Unternehmen privatisiert wurde.
- Die Influencer-Marketing-Plattform Later übernahm das Affiliate-Marketing-Unternehmen Mavely für 250 Millionen US-Dollar, unterstützt von der Private-Equity-Firma Summit Partners.
- Publicis Groupe, der französische Werbegigant, erwarb die Influencer-Marketing-Plattform Captiv8 und das brasilianische Influencer-Marketing-Unternehmen BR Media Group.
- Das Essenslieferunternehmen Wonder kaufte das auf Lebensmittel spezialisierte Medienunternehmen Tastemade für 90 Millionen US-Dollar.
Auch der Beginn des Jahres 2026 zeigte bereits neue Deal-Ankündigungen, darunter die Übernahme der Influencer-Marketing-Agentur Digital Voices durch die Werbeagentur PMG und die Akquisition des Sport-YouTube-Kanals The Overlap durch das Medienunternehmen Global.
Historische Käufer und die Akquisitionslandschaft
Quartermast analysierte die Unternehmen, die historisch die aktivsten Käufer in der Creator Economy waren, um ein besseres Verständnis der Markttreiber zu gewinnen. Es ist jedoch zu beachten, dass einige dieser Unternehmen ihre M&A-Strategien zurückgefahren oder sogar eingestellt haben, wie im Fall von Fullscreen.
Hier sind sieben Unternehmen, die laut Quartermast-Analyse über die Zeit hinweg aktive Käufer in der Creator Economy waren:
- Spotify (6 Deals): Anchor (2019), Megaphone (2020), Podz (2021), Whooshkaa (2021), Podsights (2022), Chartable (2022)
- Izea (6 Deals): Ebyline (2015), ZenContent (2016), TapInfluence (2018), Hoozu (2023), Zuberance (2023), 26 Talent (2024)
- Wasserman (5 Deals): Riddle & Bloom (2022), Brillstein (2023), CSM Sports & Ent (2023), J1S (2023), Long Haul Management (2024)
- Fullscreen (5 Deals): Supernova (2014), Rooster Teeth (2014), McBeard (2015), StageBloc (2016), Reelio (2018)
- Launch Metrics (5 Deals): Augure (2016), Visual Box (2017), Style Coalition (2017), IMAXtree (2019), Parklu (2020)
- Patreon (5 Deals): Subbable (2015), Kit (2018), Memberful (2018), Clear Talent (2021), Moment (2023)
- UTA (5 Deals): Press X (2018), Everyday Influencers (2018), Digital Brand Architects (2019), Digital Golf Collective (2022), JUV Consulting (2024)
Wer treibt den Markt 2026 an?
Für das Jahr 2026 prognostiziert James Creech, dass Agenturen und Holdinggesellschaften wie Publicis und Omnicom (die kürzlich ihre 9-Milliarden-Dollar-Fusion mit IPG abgeschlossen haben) weiterhin strategische Akquisitionen anstreben und die wahrscheinlichsten Käufer sein werden. Humanz, ein israelisches Influencer-Marketing-Unternehmen, das Ende 2025 15 Millionen US-Dollar an Venture-Finanzierung für eine M&A-Offensive erhielt, fällt ebenfalls in diese Kategorie.
Creech erwartet zudem eine weitere Konsolidierung im Talentsektor, gefolgt von Marketing-Technologie-Plattformen, die die aktivsten Kategorien für M&A im Jahr 2026 sein werden. Private Equity wird voraussichtlich weiterhin eine Rolle spielen, da Firmen "zunehmend mit der Creator Economy als Anlageklasse vertraut werden", so Creech. Als Beispiel nennt er die wichtige Rolle von Silver Lake bei der Eigentümerumstrukturierung von TikTok.
Unternehmen, die Tools für Creator-Geschäfte entwickeln, wie Patreon und Kajabi, könnten ebenfalls im Mittelpunkt von Deals stehen. Schließlich erwartet Creech, dass auch Unternehmen außerhalb der Creator Economy, wie traditionelle Medienunternehmen oder sogar Lebensmittelunternehmen wie Wonder, weiterhin in diesen Bereich investieren werden. Dies sei ein Zeichen dafür, dass die Creator Economy in ein neues Zeitalter der Reife und des Wachstums eintritt, so Creech.
Die Creator Economy als reife Anlageklasse
RockWater bezeichnet 2026 als das "Sophomore Year" der Creator Economy, in dem die Branche reift, die "Noten zählen" und der Markt rationalisiert wird. Die Creator Economy ist auf dem besten Weg, bis 2030 ein Volumen von 530 Milliarden US-Dollar zu erreichen, was belegt, dass sie die experimentelle Phase hinter sich gelassen hat und im Mainstream angekommen ist.
Im Jahr 2025 traten neue Käuferschichten auf den Plan: etablierte Medienunternehmen (die ums Überleben kämpfen), B2B-Softwarefirmen (die moderne Tools benötigen) und Tech-Aggregatoren. Der Markt ist erwachsen geworden, und die "Scheckaussteller" haben sich geändert. Die Creator Economy ist nicht länger nur eine Wagniskapitalwette, sondern eine kritische Anlageklasse und ein unternehmerisches Muss.
Beispiele hierfür sind die Übernahme von Vimeo durch Bending Spoons für 1,38 Milliarden US-Dollar, der Kauf von tvScientific durch Pinterest und die Deal-Serie von Fox, die unter anderem Meet Cute und Red Seat Ventures umfasste. Laut Interactive Advertising Bureau (IAB) erreichten die US-Werbeausgaben für die Creator Economy im Jahr 2025 37 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 26 % gegenüber dem Vorjahr. YouTube übertraf 2025 monatlich die TV-Zuschauerzahlen, wie Nielsen-Metriken zeigen.
Technologische Treiber und Monetarisierungsstrategien
Die Creator Economy definiert die Medienlandschaft neu, indem sie Einzelpersonen ermöglicht, Inhalte direkt zu produzieren, zu vertreiben und zu monetarisieren, ohne traditionelle Zwischenhändler. Angetrieben von sozialen Plattformen, KI-Tools und Community-Modellen bauen Creator nachhaltige, diversifizierte Geschäftsmodelle auf.
Monetarisierungsstrategien entwickeln sich rasant weiter und umfassen neben Markenpartnerschaften auch bezahlte Abonnements (z.B. Patreon), digitale Produkte, Merchandise und Affiliate-Links. Live-Stream-Commerce und Trinkgelder/Spenden belohnen Echtzeit-Engagement, während Community-Mitgliedschaften exklusiven Zugang bieten und Loyalität sowie wiederkehrende Einnahmen fördern.
Künstliche Intelligenz (KI) rationalisiert die Bearbeitung, Wiederverwendung und Zielgruppen-Insights, ohne die Kreativität zu ersetzen. Tools analysieren Muster für optimale Zeitplanung und Personalisierung. Dominante Plattformen sind YouTube, TikTok, Instagram/Facebook, Twitch, Patreon, Substack und OnlyFans, unterstützt durch Tools wie Canva, Vimeo und Ko-fi.
Hollywoods wachsende Rolle
Die Zusammenarbeit zwischen Hollywood und Creatorn wird sich 2026 fortsetzen und zunehmend zu den Bedingungen der Creator stattfinden. Im vergangenen Jahr gab es bereits bedeutende Partnerschaften, wie Kinofilme von Creatorn wie "Dude Perfect: The Hero Tour" und Netflix-Deals mit Mark Rober und Ms. Rachel.
Zach Katz, CEO und Gründungspartner der Creator-Management-Firma Fixated, erwartet, dass Hollywood weiterhin "über sich selbst stolpern" wird, um herauszufinden, wie man mit Creatorn zusammenarbeitet. Er prognostiziert erhebliche Investitionen in Creator in den nächsten Jahren, wobei Netzwerke und Studios auch "viele Fehler" machen werden. Ziel ist eine Verschmelzung der beiden Welten, die eine neue Ebene der Zusammenarbeit erreichen wird.