
Disneys Parks trotzen globalen Krisen: Wachstumsprognosen für 2026
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Disneys Parks- und Kreuzfahrtgeschäft hat sich zum finanziellen Rückgrat des Unterhaltungskonzerns entwickelt. Wall Street-Analysten gehen davon aus, dass weder Reisechaos noch wirtschaftliche Unsicherheiten dieses Wachstum beeinträchtigen werden, und sehen die Parks weiterhin als "Geldmaschinen".
Disneys Parks als finanzielles Rückgrat
Die Sparte Experiences, unter der Leitung von CEO Josh D'Amaro, hat ein beeindruckendes Umsatzwachstum erzielt, das maßgeblich durch Preiserhöhungen getragen wurde. Im Jahr 2025 erhöhte Disney die Ticketpreise für US-Parks das vierte Jahr in Folge. Obwohl die Besucherzahlen in den US-Parks im Geschäftsjahr 2025, das im September endete, um 1 % zurückgingen, stiegen sie in Übersee um 1 %, nach einem Anstieg von 9 % im Geschäftsjahr 2024.
Wachstum trotz globaler Herausforderungen
Analyst Ric Prentiss von Raymond James prognostiziert für das aktuelle Geschäftsjahr ein Wachstum der Besucherzahlen in den US-Parks und einen Anstieg von 7 % in den internationalen Parks. Diese Prognose mag überraschen, da internationale Reisen tendenziell stärker von wirtschaftlicher Unsicherheit und Konflikten wie dem Iran-Krieg betroffen sind. Prentiss ist jedoch der Ansicht, dass neue Attraktionen, wie die mit Spannung erwartete "Frozen"-Ausstellung im Disneyland Paris, geopolitische "Kühleffekte" ausgleichen können.
Disney plant zudem, mehr Einnahmen pro Gast zu generieren. Prentiss erwartet, dass die Pro-Kopf-Ausgaben in den USA um 4 % steigen werden, was dem Anstieg von 5 % im Jahr 2025 entspricht. Finanzchef Hugh Johnston bestätigte bereits im letzten Sommer, dass die Pro-Kopf-Ausgaben in Disney World "sehr, sehr solide" gestiegen seien, trotz des Wettbewerbs durch einen neuen Themenpark von Universal.
Steigende Besucherzahlen und Ausgaben
Die jüngsten Quartalsergebnisse unterstreichen die Stärke des Parks-Segments. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete der Bereich Parks & Experiences einen Rekordumsatz von 10,01 Milliarden USD und ein operatives Ergebnis von 3,31 Milliarden USD. Dieses Wachstum wurde durch einen Anstieg der US-Besucherzahlen um 1 % und eine Erhöhung der durchschnittlichen Gästeausgaben um 4 % unterstützt.
Auch Reisebüros, die sich auf Disney spezialisiert haben, berichten von einer positiven Entwicklung. Jennifer Novotny von Upon a Star Travel schickte im letzten Jahr 816 Familien in US-Disney-Parks, ein Rückgang von etwa 4 % gegenüber dem Vorjahr. Für das aktuelle Jahr erwartet sie jedoch, die Zahlen von 2025 zu übertreffen.
Analystenprognosen für 2026
Stärkere Besucherzahlen und höhere Pro-Kopf-Ausgaben sollen den Umsatz der Experiences-Sparte im Geschäftsjahr 2026 um 6 % auf einen Rekordwert von 38,4 Milliarden USD steigern, so Ric Prentiss. Auch Robert Fishman und Michael Nathanson von MoffettNathanson erwarten ein Wachstum von fast 7 % auf 38,6 Milliarden USD für das Parks- und Kreuzfahrtgeschäft in diesem Geschäftsjahr. Sie führen dies auf zwei kürzlich erfolgte Kreuzfahrtstarts und mehrere neue Themenparkattraktionen zurück.
Für das zweite Quartal 2026 erwartet Disney ein moderates Wachstum im Bereich Experiences, trotz internationaler Nachfragedrucks und Vorlaufkosten für neue Initiativen wie Kreuzfahrten und die "World of Frozen" in Paris.
Gesamtbild der Walt Disney Company
Die Walt Disney Company, gegründet am 16. Oktober 1923, ist ein globaler Medien- und Unterhaltungskonzern, bekannt für Filme, Themenparks und Sender wie ABC und ESPN. Im ersten Quartal 2026 meldete Disney einen Umsatz von 25,98 Milliarden USD (+5 % gegenüber Vorjahr) und ein bereinigtes EPS von 1,63 USD (–7 % gegenüber Vorjahr), beides übertraf die Erwartungen der Wall Street.
Trotz dieser positiven Ergebnisse im Umsatz- und Gewinnbereich reagierten Investoren negativ, und die Aktien fielen unmittelbar nach der Veröffentlichung um 7,4 %. Hauptsorge des Marktes ist die Nachhaltigkeit des Wachstums, da das gesamte operative Ergebnis um 9 % sank. Dies wurde auf die schnelle Erosion des traditionellen Fernsehgeschäfts, erhebliche Inhaltskosten und die Erweiterung der Kreuzfahrtflotte zurückgeführt. Erfolge im Streaming und Rekordumsätze in den Parks wurden dabei weitgehend übersehen, während der Fokus auf sinkenden Margen bei ESPN und der Unsicherheit bezüglich der Nachfolge von Bob Iger lag.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 bestätigt Disney ein zweistelliges Wachstum des bereinigten EPS, ein Streaming-Margenziel von 10 %, einen operativen Cashflow von rund 19 Milliarden USD und ein Aktienrückkaufprogramm von 7 Milliarden USD.