Ehemalige Fed-Chefs verurteilen Untersuchung gegen Powell: Gefahr für Zentralbank-Unabhängigkeit

Ehemalige Fed-Chefs verurteilen Untersuchung gegen Powell: Gefahr für Zentralbank-Unabhängigkeit

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Drei ehemalige Vorsitzende der Federal Reserve sowie weitere hochrangige Wirtschaftsvertreter haben die Untersuchung des Justizministeriums gegen Fed-Chef Jerome Powell scharf verurteilt. Sie warnen, dass diese Maßnahme die Unabhängigkeit der US-Zentralbank untergraben und der US-Wirtschaft schaden könnte.

Scharfe Kritik von ehemaligen Top-Ökonomen

Die auf Substack veröffentlichte Erklärung wurde von den ehemaligen Fed-Vorsitzenden Janet Yellen, Ben Bernanke und Alan Greenspan unterzeichnet. Auch frühere Finanzminister wie Timothy Geithner, Jacob Lew, Henry Paulson und Robert Rubin schlossen sich der Verurteilung an. Insgesamt unterschrieben 13 ehemalige hochrangige Beamte die Erklärung.

In ihrer Stellungnahme heißt es: "Die gemeldete strafrechtliche Untersuchung gegen den Vorsitzenden der Federal Reserve, Jay Powell, ist ein beispielloser Versuch, die Unabhängigkeit durch strafrechtliche Angriffe zu untergraben." Sie ziehen Parallelen zu Schwellenländern: "So wird Geldpolitik in Schwellenländern mit schwachen Institutionen gemacht, mit höchst negativen Folgen für die Inflation und das Funktionieren ihrer Volkswirtschaften im Allgemeinen."

Die Hintergründe der Untersuchung

Die Vorladungen des Justizministeriums an die Fed drohen mit einer strafrechtlichen Anklage im Zusammenhang mit Powells Aussage vor dem Senatsbankenausschuss im Juni 2025. Dies erklärte Powell selbst in einer Videobotschaft am Sonntag.

Powell präzisierte, dass diese Aussage "teilweise ein mehrjähriges Projekt zur Renovierung historischer Bürogebäude der Federal Reserve" betreffe. Die genauen Vorwürfe der Untersuchung sind noch nicht vollständig bekannt, aber der Fokus liegt auf dieser zukünftigen Zeugenaussage.

Die Bedeutung der Fed-Unabhängigkeit

Die Unterzeichner der Erklärung betonten die entscheidende Rolle der Unabhängigkeit der Federal Reserve. Sie sei "entscheidend für die Wirtschaftsleistung, einschließlich der Erreichung der vom Kongress für die Federal Reserve festgelegten Ziele stabiler Preise, maximaler Beschäftigung und moderater langfristiger Zinssätze."

US-Präsident Trump hatte die Fed in der Vergangenheit wiederholt gedrängt, die Zinsen aggressiver zu senken, da er argumentierte, dass niedrigere Kreditkosten der US-Wirtschaft zugutekämen. Powell hat die Unabhängigkeit der Zentralbank stets verteidigt. Er argumentiert, dass der Schutz der Fed vor politischem Einfluss es den geldpolitischen Entscheidungsträgern ermöglicht, objektive Entscheidungen auf der Grundlage von Wirtschaftsdaten zu treffen und nicht im Interesse gewählter Beamter.

Warnungen von Goldman Sachs

Auch Jan Hatzius, Chefökonom von Goldman Sachs, äußerte sich besorgt. Er warnte auf einer Goldman Sachs Global Strategy Conference 2026, dass die Bedrohung durch eine strafrechtliche Anklage gegen Jerome Powell die Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Zentralbank verstärkt habe.

Hatzius fügte jedoch hinzu, dass er erwarte, dass die Fed weiterhin datengestützte Entscheidungen treffen werde. Er habe "keinen Zweifel, dass er (Powell) in seiner verbleibenden Amtszeit als Vorsitzender Entscheidungen auf der Grundlage der Wirtschaftsdaten treffen und sich nicht in die eine oder andere Richtung beeinflussen lassen wird."

Weitere prominente Unterzeichner

Neben den ehemaligen Fed-Vorsitzenden und Finanzministern unterzeichneten weitere führende Wirtschaftsvertreter die Erklärung, darunter:

  • Jared Bernstein, Vorsitzender des Council of Economic Advisers (CEA) unter dem ehemaligen Präsidenten Joe Biden
  • Jason Furman, CEA-Vorsitzender unter dem ehemaligen Präsidenten Barack Obama
  • Glenn Hubbard und Gregory Mankiw, die beide das CEA unter dem ehemaligen Präsidenten George W. Bush leiteten
  • Kenneth Rogoff, ehemaliger Chefökonom des Internationalen Währungsfonds
  • Christina Romer, CEA-Vorsitzende unter Obama

Diese Entwicklung ist eine fortlaufende Geschichte und wird von finomenal.de weiter beobachtet.

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