
Goldpreis-Prognose: Erreicht Gold 5.000 $ pro Unze bis 2026?
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In Zeiten erhöhter Inflation, politischer Turbulenzen und wirtschaftlicher Unsicherheit rückt Gold als traditioneller Wertspeicher wieder verstärkt in den Fokus von Investoren. Ein Finanzjournalist prognostiziert, dass der Goldpreis bis 2026 die Marke von 5.000 US-Dollar pro Unze überschreiten könnte, während Hedgefonds-Legende Ray Dalio eine signifikante Erhöhung der Goldallokation in Portfolios empfiehlt. Diese Entwicklung spiegelt die wachsende Besorgnis über die Kaufkraft von Papierwährungen wider.
Gold als traditioneller Wertspeicher in unsicheren Zeiten
Gold gilt seit Tausenden von Jahren als anerkannter Wertspeicher und wird von Regierungen, Zentralbanken und Investoren weltweit gehalten. Seine Knappheit ist ein wesentlicher Grund dafür: Bislang wurden nur 216.265 Tonnen des Edelmetalls gefördert, im Vergleich zu Milliarden Tonnen anderer Rohstoffe wie Kohle oder Eisenerz. Diese begrenzte Verfügbarkeit macht Gold zu einem begehrten Schutz vor Inflation, politischer Instabilität und wirtschaftlicher Unsicherheit.
Historisch gesehen banden viele Länder den Wert ihrer Währungen an Gold, was die Geldmenge begrenzte und die Inflation kontrollierte. Die USA verließen den Goldstandard 1971, woraufhin die Geldmenge explodierte und die Kaufkraft des US-Dollars um erstaunliche 90 % sank. Dies zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Goldpreis, Geldmengenwachstum und dem Rückgang der Kaufkraft des US-Dollars über die letzten Jahrzehnte.
Die Perspektive von Ray Dalio: Eine ungewöhnliche Empfehlung
Ray Dalio, Gründer und ehemaliger CEO von Bridgewater Associates, einem renommierten Hedgefonds, der für positive Renditen in allen Marktphasen bekannt ist, hat eine bemerkenswerte Empfehlung für Investoren. Während Finanzberater oft eine Goldallokation von nicht mehr als 5 % des Portfolios vorschlagen, da Gold tendenziell ertragsgenerierenden Anlagen wie Aktien unterliegt, rät Dalio angesichts der aktuellen fiskalischen Lage in den USA zu einer Erhöhung auf 15 %.
Dalio, ein Kenner der Geschichte, warnt seit Jahren vor den Folgen rücksichtsloser Staatsausgaben. Er zieht Parallelen zu den 1970er Jahren, als ein Anstieg von Inflation, Staatsausgaben und Staatsverschuldung das Vertrauen in Papierwährungen untergrub. Seine Einschätzung unterstreicht die Besorgnis über die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung.
Historische Parallelen und die Rolle der Geldpolitik
Die jüngste Entwicklung der US-Staatsverschuldung, die auf ein neues Hoch von 38,5 Billionen US-Dollar gestiegen ist, und ein Haushaltsdefizit von 1,8 Billionen US-Dollar im Fiskaljahr 2025 (endend am 30. September) nähren die Ängste der Investoren. Da politische Entscheidungsträger offenbar den Willen zum Sparen vermissen lassen, befürchten viele, dass die Regierung diesen fiskalischen Engpass nur durch eine weitere Abwertung des US-Dollars mittels Ausweitung der Geldmenge lösen kann. Dies treibt die aggressive Nachfrage nach Gold an.
Der Autor des Originalartikels merkt an, dass Gold in der Vergangenheit typischerweise um etwa 8 % pro Jahr an Wert gewonnen hat. Der bemerkenswerte Anstieg von 67 % im Jahr 2025 könnte daher bedeuten, dass zukünftige Renditen vorweggenommen wurden. Dennoch bleiben die Verbraucherpreise (gemessen am CPI) erhöht, und da die US-Regierung voraussichtlich auch im Fiskaljahr 2026 ein Billionen-Dollar-Defizit aufweisen wird, sind die Bedingungen für eine weitere überdurchschnittliche Goldrendite im kommenden Jahr günstig.
Aktuelle Marktlage und die Prognose für 2026
Im Jahr 2025 verzeichnete Gold einen beeindruckenden Jahresgewinn von 67 %. Das Edelmetall notiert aktuell bei 4.400 US-Dollar pro Unze, was ein neues Allzeithoch darstellt. Der Autor des Originalartikels prognostiziert, dass Gold im Jahr 2026 die Marke von 5.000 US-Dollar pro Unze überschreiten wird. Sollte diese Prognose eintreten, könnten Anleger, die heute kaufen, eine Rendite von fast 14 % erzielen.
Diese Prognose spiegelt die Besorgnis der Investment-Community über das aktuelle Klima wider, da die prognostizierte Rendite deutlich über der durchschnittlichen jährlichen Rendite von 7,96 % liegt, die Gold in den letzten 30 Jahren erzielt hat. Ray Dalio betonte im Oktober auf dem Greenwich Economic Forum, dass Investoren derzeit einen ungewöhnlich hohen Prozentsatz ihrer Portfolios in Gold anlegen sollten.
Gold kaufen: Physisch oder via ETF?
Für Anleger, die von der Wertentwicklung des Goldes profitieren möchten, gibt es verschiedene Wege:
- Physisches Gold: Der Kauf von physischem Gold in Form von Münzen oder Barren gilt als sicherste Methode, birgt jedoch hohe Lager- und Versicherungskosten. Zudem kann der Verkauf in Notfällen schwierig sein.
- **Gold-ETFs:** Viele Investoren bevorzugen Gold-Exchange Traded Funds (ETFs). Diese erfordern keine Lagerung und können mit wenigen Klicks sofort gekauft und verkauft werden.
Ein prominentes Beispiel ist der SPDR Gold Trust (NYSEMKT: GLD), einer der größten Gold-ETFs mit einem verwalteten Vermögen von 146 Milliarden US-Dollar, das vollständig durch physische Goldreserven gedeckt ist. Obwohl Aktionäre keinen Anspruch auf die physische Lieferung des Metalls haben, bietet der Besitz des ETFs direkten Zugang zur Wertentwicklung von Gold. Die jährliche Kostenquote (Expense Ratio) des GLD beträgt 0,4 %, was bei einer Investition von 10.000 US-Dollar jährliche Gebühren von 40 US-Dollar bedeutet – oft günstiger als die langfristige Lagerung und Versicherung von physischem Gold.
Eine Anmerkung zur Portfolioallokation
Während Ray Dalios empfohlene 15 % Goldallokation im Portfolio im Vergleich zu herkömmlichen Ratschlägen hoch erscheinen mag, ist sie angesichts des aktuellen politischen und wirtschaftlichen Umfelds nicht unbedingt übertrieben. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass das Analystenteam von The Motley Fool Stock Advisor den SPDR Gold Shares nicht zu den zehn besten Aktien für Investoren zählt, die sie aktuell zum Kauf empfehlen. Dies ist eine Einschätzung des genannten Analystenteams und sollte als solche verstanden werden.