Hospizbetrug in Kalifornien: FBI-Razzia deckt Millionenverluste für Medicare auf

Hospizbetrug in Kalifornien: FBI-Razzia deckt Millionenverluste für Medicare auf

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Am 2. April 2026 verhaftete das FBI ein Ehepaar in Kalifornien, das beschuldigt wird, Medicare um 7,45 Millionen US-Dollar betrogen zu haben. Ihr Hospiz, 626 Hospice, wies eine Überlebensrate von über 97% nach fünf Jahren auf – ein deutliches Warnsignal für Betrug in der Hospizpflege, die für unheilbar Kranke gedacht ist. Diese Verhaftungen sind Teil einer umfassenderen Initiative zur Bekämpfung des weit verbreiteten Hospizbetrugs in den USA.

Verhaftungen und die "Red Flags" des Betrugs

Die FBI-Razzia in San Dimas, Kalifornien, führte zur Festnahme von Gladwin und Amelou Gill, einem Arzt und einer Psychologin, die das 626 Hospice, auch bekannt als St. Francis Palliative Care, betrieben. Ihnen wird vorgeworfen, Medicare betrügerisch abgerechnet zu haben, obwohl ihr Hospiz eine ungewöhnlich hohe Überlebensrate von über 97% bei Patienten nach fünf Jahren meldete. Eine solche Rate gilt als "Red Flag" für Betrug, da Hospizpflege typischerweise für Menschen in den letzten Phasen einer unheilbaren Krankheit vorgesehen ist.

Bei den Verhaftungen waren Dr. Mehmet Oz, der von Trump ernannte Beamte, der das föderale Medicare-System beaufsichtigt, und Bill Essayli, US Attorney für den Central District of California, anwesend. Essayli kündigte an, dass insgesamt 15 Angeklagte benannt werden, von denen mehr als die Hälfte des Hospizbetrugs beschuldigt werden. Einige der Beschuldigten sollen sogar aus dem Gefängnis heraus mit Komplizen außerhalb zusammengearbeitet haben.

Das Ausmaß des Problems in Kalifornien

Hospizbetrug ist ein landesweites Problem, tritt jedoch in Südkalifornien besonders akut auf. Eine Analyse von CBS News ergab, dass über 700 der rund 1.800 Hospize in Los Angeles County mehrere Warnsignale für Betrug aufwiesen, die in einem staatlichen Audit von 2022 identifiziert wurden. Zu diesen Warnzeichen gehören:

  • Niedrige Patientenzahlen
  • Überhöhte Abrechnungen
  • Personal, das von mehreren Unternehmen gemeinsam genutzt wird
  • Angeblich unheilbar kranke Patienten, die später lebend entlassen wurden
  • Mehrere Hospize, die in einem einzigen Gebäude angesiedelt sind

Ein weiteres alarmierendes Phänomen ist die Häufung von Hospizen in einem einzigen Gebäude. Die Merabi Professional Medical Plaza in Los Angeles beherbergt beispielsweise 89 lizenzierte Hospizunternehmen. Die Patientenanwältin Sheila Clark bezeichnete dieses Gebäude als "Ground Zero" für Medicare-Hospizbetrug. Eine Untersuchung von CBS News zeigte, dass 72 dieser 89 Hospize mindestens drei der sechs potenziellen Warnzeichen aufwiesen. Zwischen 2021 und 2025 wurden in 75 Unternehmen in der Merabi Plaza fast 400 Verstöße festgestellt.

Die kalifornische Staatsabgeordnete Alexandra Macedo (R-District 33) untersuchte eine Adresse im Van Nuys-Viertel von Los Angeles County und fand dort etwa 197 Hospizagenturen, die am selben Standort lizenziert waren. Sie nannte dies ein "Symptom eines systemischen Versagens der Aufsicht". Seit 2010 hat Los Angeles County einen Anstieg von 1.500% bei Hospizunternehmen erlebt, was sechsmal mehr Hospizanbieter pro älterer Bevölkerung ist als der nationale Durchschnitt.

Nationale Dimension und finanzielle Auswirkungen

Der Betrug im Hospizbereich ist nicht auf Kalifornien beschränkt. Das Office of the Inspector General des Department of Health and Human Services schätzte im Jahr 2023 den vermuteten Hospizbetrug auf insgesamt 198,1 Millionen US-Dollar. Amerikaner zahlen über Gehaltsabzüge und Prämien in die steuerfinanzierte Gesundheitsversorgung für ältere und behinderte Menschen ein, wodurch solche Betrugsfälle direkte Auswirkungen auf die Steuerzahler haben. Dr. Mehmet Oz, Administrator der U.S. Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS), gab an, dass allein in Los Angeles County zwischen 900 und 1.000 betrügerische Hospize identifiziert wurden, die Medicare um etwa 3,4 Millionen US-Dollar geschädigt haben.

Politische Reaktionen und Ermittlungen

Die Problematik des Hospizbetrugs hat auch auf politischer Ebene in Washington, D.C., Aufmerksamkeit erregt. Republikaner, darunter Vizepräsident JD Vance, der kürzlich mit einer Anti-Betrugsinitiative beauftragt wurde, haben das Thema in politischen Angriffen auf prominente demokratische Staatsführer in Kalifornien hervorgehoben. Der von Republikanern geführte House Oversight Committee leitete eine Untersuchung wegen "grassierenden Hospizbetrugs" ein und forderte in einem Brief an Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom Dokumente bezüglich der staatlichen Aufsicht und Kontrollen an.

Maßnahmen der Strafverfolgungsbehörden und Regulierungsbehörden

Kalifornische Beamte haben in den letzten Jahren eigene Ermittlungen und Durchsetzungsmaßnahmen durchgeführt. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta berichtete, dass sein Büro über 100 strafrechtliche Betrugsfälle und etwa zwei Dutzend Zivilklagen gegen Akteure in der Hospizbranche eingeleitet hat. Er betonte jedoch, dass mehr getan werden müsse, um auf die "Red Flags" zu reagieren, anstatt sie nur zu zählen.

Ein Moratorium für die Erteilung neuer Hospizlizenzen im Bundesstaat wurde bis Januar 2027 verlängert, da die Frist für die Verabschiedung neuer Notfallvorschriften verpasst wurde. Bonta bestätigte, dass mehrere Behörden in einer Task Force zusammenarbeiten, um das Problem anzugehen. Jüngste Fälle von Betrug umfassen unterernährte Senioren in einem nicht lizenzierten Pflegeheim in Carson und eine 69-jährige Frau, deren Medicare-Informationen für falsche Hospizleistungen ohne ihr Wissen verwendet wurden, wodurch ihr die benötigte Physiotherapie verwehrt wurde.

Herausforderungen und Ausblick

Trotz der verstärkten Bemühungen bleibt die Frustration bei den Bürgern bestehen. Sheila Clark, Präsidentin und CEO der California Hospice and Palliative Care Association (CHAPCA), bezeichnete die Betrugsfälle als "zutiefst besorgniserregend" und betonte die Notwendigkeit, schlechte Akteure zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. Sie wies darauf hin, dass diese Probleme die qualitativ hochwertige Arbeit tausender Pflegekräfte und anderer Fachkräfte überschatten, die ethische Sterbebegleitung leisten. Bonta versicherte, dass die Anstrengungen zur Prävention und Rechenschaftspflicht verstärkt werden, "bis der Hospizbetrug in Kalifornien ausgerottet ist."

Erwähnte Persönlichkeiten