Kevin Warshs Plan: Fed-Bilanzstraffung und die Folgen für US-Schulden

Kevin Warshs Plan: Fed-Bilanzstraffung und die Folgen für US-Schulden

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Der designierte Fed-Vorsitzende Kevin Warsh steht vor der komplexen Aufgabe, die Bilanz der US-Notenbank zu straffen. Sein Plan, die massiven Anleihebestände zu reduzieren, könnte weitreichende Auswirkungen auf die Märkte und die Staatsverschuldung haben. Dies erfordert einen sensiblen Ansatz, um Volatilität zu vermeiden und die Ziele der Fed zu wahren.

Die Rolle der Fed und die wachsende Staatsverschuldung

Unter dem derzeitigen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell hat die US-Notenbank weiterhin Staatsanleihen gekauft, obwohl Präsident Trump Kritik äußerte. Diese Käufe haben die Bilanzsumme der Fed seit der Großen Finanzkrise 2008 erheblich anwachsen lassen. Aktuell liegt sie bei 24,6 % des BIP, während sie historisch zwischen 10 % und 20 % lag.

Die USA haben unter beiden großen Parteien eine nationale Verschuldung von 38,5 Billionen US-Dollar angehäuft. Powell bezeichnete dies als eine Angelegenheit, bei der es "höchste Zeit ist, dass die gewählten Amtsträger wieder ein erwachsenes Gespräch führen". Dennoch stand Powell den Staatsausgaben nie im Wege.

Kevin Warshs Vision für eine schlankere Bilanz

Kevin Warsh, ein ehemaliger Fed-Gouverneur, möchte diese Entwicklung ändern. Er ist der Ansicht, dass die Fed eine kleinere Bilanzsumme führen sollte, um die dadurch verursachten Marktverzerrungen zu reduzieren. Das größte Problem dabei ist, dass die größten Bestände der Fed aus Staatsanleihen bestehen.

Wenn die Fed weniger Anleihen halten möchte, muss sie diese verkaufen, was das Angebot am Markt erhöht. Dies würde die Renditen in die Höhe treiben und die Kreditaufnahme für das Finanzministerium verteuern – eine Entwicklung, die das Weiße Haus von einem neuen Fed-Vorsitzenden nicht wünscht. Warsh hatte die USA zuvor als "Bananenrepublik" bezeichnet, weil die Fed kontinuierlich Staatsanleihen kauft.

Der Spagat zwischen Zinspolitik und Bilanzreduktion

Warsh wird voraussichtlich eine dovish Haltung zum Leitzins einnehmen, da der Präsident von jedem Nominierten Offenheit für weitere Zinssenkungen erwartet. Eine straffere Bilanz könnte für Warsh ein Weg sein, Zinssenkungen zu ermöglichen, ohne Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Fed aufkommen zu lassen. Professor Yiming Ma von der Columbia University Business School erklärt dazu: "Eine Erhöhung der Zinssätze ist eine wirtschaftliche Straffung, und eine Reduzierung der Bilanzsumme der Zentralbank ist ebenfalls eine Form der Straffung."

Ma führt weiter aus, dass eine kleinere Bilanzsumme weniger Liquidität im System bedeutet, was den Inflationsdruck reduziert. Dies würde es ermöglichen, niedrigere Zinssätze zu halten. Warshs Strategie, die Bilanzsumme "im Laufe der Zeit um ein paar Billionen Dollar in Abstimmung mit dem Finanzminister" zu reduzieren, könnte laut ihm "eine große Zinssenkung" bewirken und die Realwirtschaft ankurbeln.

Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg

Die größte Herausforderung für Warsh wird nicht die Umsetzung seiner Ziele bei der Fed sein, sondern deren Kommunikation. Eric Winograd, Chefökonom bei Alliance Bernstein, betont, dass die Märkte genau beobachten werden, wie Warsh die Bilanz reduzieren will. Die Kommunikation sei heikel und eine potenzielle Quelle für Volatilität.

Winograd, der fünf Jahre bei der New York Fed tätig war, stimmt Warsh zu, dass Quantitative Easing (QE) schädlich war und die Fed durch ihre großen Wertpapierbestände Marktsignale verzerrt. Die Finanzmärkte könnten jedoch besorgt sein, wenn der Plan nicht behutsam und mit Blick auf die Anleger umgesetzt wird. Eine mangelnde Sensibilität für die Funktionsweise der Märkte wäre ebenfalls bedenklich.

Die Fed und die Fiskalpolitik: Eine heikle Beziehung

Während Powells Kommentare zur Staatsverschuldung als Teil der Sorgfaltspflicht der Fed abgetan werden könnten, hat Warsh die Regierungen vor Trump 2.0 klar kritisiert und ihre Haushalte als "außer Kontrolle" bezeichnet. Er merkte 2022 in einem Hoover Institution Podcast an, dass die US-Regierung "ein Drittel größer ist als am Tag vor COVID".

Warsh betonte, dass die Fed in Krisenzeiten wie 2008 und 2020 außergewöhnliche Maßnahmen ergreifen müsse, aber nach dem Abklingen der Schocks zu ihren normalen Aufgaben zurückkehren sollte. Obwohl die Fed gesetzlich autonom von der Politik ist, besteht laut Professor Ma eine "wirtschaftliche Verbindung" über die Staatsanleihen. Eine straffere Bilanzpolitik der Fed könnte höhere Anleiherenditen zur Folge haben, was das Finanzministerium zu mehr fiskalischer Verantwortung anreizen würde. Winograd erwartet jedoch nicht, dass Warsh sich stark in die Fiskalpolitik einmischen wird, da dies nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fällt.

Risiken und Marktstabilität

Der Anleihemarkt zeigt trotz der aktuellen Fed-Intervention noch keine Anzeichen von Unbehagen hinsichtlich der US-Staatsverschuldung. Die Renditen für 30-jährige Staatsanleihen liegen komfortabel unter 5 %, während 10-jährige Anleihen bei etwa 4 % notieren. Dies deutet darauf hin, dass Anleger keine höheren Renditen für als risikoreicher empfundene Schulden fordern.

Professor Ma ist der Ansicht, dass sich dies bei richtiger Kommunikation durch Warsh nicht ändern sollte. Es bestehen jedoch Abwärtsrisiken: Die Märkte könnten schlussfolgern, dass ein Anleiheverkauf der Fed den Preis der Staatsverschuldung weiter in die Höhe treibt und die 38,5 Billionen US-Dollar noch weiter aufbläht. In diesem Fall könnten Anleihekäufer in sicherere Häfen fliehen, was die USA in eine schlechtere Lage versetzen könnte.

Ma warnt, dass die Angst besteht, in ein "sehr anderes Regime" einzutreten, in dem Investoren die Kreditwürdigkeit des US-Finanzministeriums in Frage stellen. Dies wäre "für alle schlecht" und eine "Lose-Lose-Situation" für die USA. Ein Teil dieser Diskussion zielt darauf ab, sicherzustellen, dass die USA nicht in diesen Zustand geraten.

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