
KI-Blase: Big Short Trader Moses warnt, Vanguard empfiehlt Wertaktien
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Der bekannte "Big Short"-Trader Danny Moses warnt Investoren vor einer sich bildenden KI-Blase und zieht Vergleiche zur Dotcom-Ära der frühen 2000er Jahre. Gleichzeitig bietet der Vermögensverwalter Vanguard eine alternative Perspektive und identifiziert Wert- sowie Nicht-US-Aktien als vielversprechende Anlagebereiche, die langfristig von der KI-Adoption profitieren könnten.
KI-Blase: Parallelen zur Dotcom-Ära?
Danny Moses, ein ehemaliges Mitglied von FrontPoint Partners, dem Unternehmen, das 2008 erfolgreich gegen den Immobilienmarkt wettete und durch "The Big Short" bekannt wurde, äußerte sich gegenüber Business Insider zu potenziellen Problemen im KI-Markt. Moses sieht sowohl eine Blase im KI-Markt als auch starke Parallelen zur Dotcom-Ära. Er betont, dass das KI-Geschäft zwar ein reales, säkulares Wachstumsfeld ist, die Mathematik jedoch an ihre Grenzen stößt.
"Das Wachstum war real, aber die Mathematik funktionierte nicht", sagte Moses. "Und ich denke, wir erreichen einen Punkt, an dem die Mathematik anfängt, nicht mehr zu funktionieren." Seine Einschätzung ist jedoch kein Aufruf, die Branche zu shorten, sondern eine Aufforderung an Investoren, ihre Hausaufgaben zu machen und die richtigen Unternehmen für ein wertvolles Engagement im wachsenden KI-Markt zu finden.
Moses' Playbook: Fokus auf Big Tech und Risikobewertung
Für Moses bedeutet dies, sich an die dominantesten Namen im Technologiesektor zu halten, die über die Ressourcen verfügen, um weiter zu skalieren, und nicht denselben Einschränkungen unterliegen wie kleinere Unternehmen. Als beste Beispiele nennt er Amazon, Google, Meta und Microsoft. Diese Unternehmen können ihre Investitionsausgaben (Capex) jederzeit reduzieren und sind dennoch cashflow-positiv, im Gegensatz zu anderen Firmen, die von diesen Ausgaben im KI-Bereich abhängig sind.
"Sie können ihre Capex jederzeit reduzieren, und sie sind immer noch cashflow-positiv, im Gegensatz zu diesen anderen Unternehmen, die von diesen Ausgaben im KI-Bereich abhängig sind", erklärte Moses. Er ist jedoch nicht für alle Top-Namen im Big Tech-Bereich optimistisch. Oracle nennt er als Beispiel für Probleme im KI-Markt, unter Verweis auf die hohen Schulden des Unternehmens und den Kapitalbedarf zur Erfüllung von Aufträgen von Tech-Kunden. Auch volatile Tech-Aktien wie Super Micro Computer und CoreWeave hebt er als risikoreichere Wetten im KI-Handel hervor.
Vanguards Perspektive: Wert- und Nicht-US-Aktien als Gewinner
Der Vermögensverwalter Vanguard, der 11,9 Billionen US-Dollar verwaltet, empfiehlt in seinem "2026 Outlook Report" Wertaktien aus den USA und Aktien aus entwickelten Märkten außerhalb der USA als die zwei besten Aktieninvestitionen für die mittlere Frist. Diese Segmente bieten laut Vanguard attraktivere Bewertungen und haben die potenziellen langfristigen Vorteile der KI-Adoption noch nicht vollständig eingepreist.
Vanguard prognostiziert für US-Wertaktien eine jährliche Rendite von 7 % über das nächste Jahrzehnt, während Aktien aus entwickelten Märkten außerhalb der USA 6 % pro Jahr erzielen sollen. Obwohl diese traditionell nicht als reine KI-Wetten gelten, könnten sie von der neuen Technologie profitieren. "Da sich KI über alle Wirtschaftssektoren verbreitet, könnten wertorientierte Sektoren wie Industrie, Finanzen und ausgewählte Konsumsegmente besser positioniert sein, um Effizienzgewinne zu realisieren und die Gewinne zu steigern, was sie mittelfristig potenziell attraktiver macht", so der Bericht. Diese Sektoren könnten auch als Absicherung dienen, falls der KI-Boom abrupt endet und die Aktien in einen Bärenmarkt fallen.
Aktuelle Marktbewegungen und Risikohinweise
Eine Rotation in Wert- und Nicht-US-Aktien scheint bereits im Gange zu sein. Im letzten Monat stiegen der Vanguard S&P 500 Value ETF (VOOV) um 2,7 % und der Vanguard Tax Managed Fund FTSE Developed Markets ETF (VEA) um 1,6 %, während der Vanguard Information Technology Index Fund ETF (VGT) um 1,4 % fiel. Aktien aus entwickelten Märkten außerhalb der USA, zu denen Länder wie Großbritannien, Japan, Frankreich, Deutschland, Australien, Südkorea und die Schweiz gehören, übertrafen US-Aktien im Jahr 2025 deutlich, wobei VEA um 30,3 % stieg, verglichen mit einem Anstieg des S&P 500 um 15 %.
Vanguard warnte nicht explizit vor einer KI-Blase und wies darauf hin, dass der KI-Investitionszyklus wahrscheinlich erst zu 30-40 % seines potenziellen Höhepunkts erreicht ist. Dennoch sieht das Unternehmen wachsende Risiken für einen Rückgang bei Tech-Aktien. "Im Jahr 2026 könnten US-Technologieaktien angesichts der Investitionsrate und des erwarteten Gewinnwachstums ihren Schwung beibehalten", so die Firma. "Aber lassen Sie uns klar sein: Die Risiken nehmen inmitten dieser Euphorie zu, auch wenn sie nach einigen Metriken 'rational' erscheint." Zu diesen Risiken zählen das Auftauchen neuer Wettbewerber, die die aktuellen KI-Führer überholen könnten, sowie massive Investitionsausgaben in die KI-Infrastruktur, die die Gewinne schmälern könnten.