KI-Boom: Warum ein Crash nicht wie die Dotcom-Blase wäre, aber weitreichend trifft

KI-Boom: Warum ein Crash nicht wie die Dotcom-Blase wäre, aber weitreichend trifft

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Sollte der aktuelle KI-Boom kollabieren, wäre dies laut Igor Pejic, Banker und Autor des neuen Leitfadens für Tech-Investoren "Tech Money", nicht so katastrophal wie der Dotcom-Crash. Dennoch würden die Schockwellen weitreichend spürbar sein. Pejic betonte gegenüber Business Insider, dass die beispiellose Dominanz von Big Tech das Ausmaß eines möglichen Marktrückgangs begrenzen würde.

KI-Boom: Parallelen und Unterschiede zur Dotcom-Blase

Igor Pejic zieht mehrere Parallelen zwischen dem aktuellen KI-Boom und der Dotcom-Blase. Dazu gehören eine bahnbrechende Technologie, Partnerschaften und Finanzierungsgeschäfte zwischen Schlüsselakteuren, der Ausbau der Netzwerkinfrastruktur sowie "extreme" Bewertungen. Trotz dieser Ähnlichkeiten ist Pejic der Ansicht, dass ein KI-Crash "nicht so verheerend sein wird wie die Dotcom-Blase, als sie platzte".

Ein Marktausverkauf wäre seiner Meinung nach kürzer und weniger schwerwiegend, da die heutigen Tech-Giganten über hochprofitable Kerngeschäfte verfügen. Dies bedeutet, dass ihre Aktienkurse nicht vollständig zusammenbrechen würden, selbst wenn ihre KI-Wetten scheitern. Zudem sei die Wahrscheinlichkeit einer Liquiditätskrise oder einer Finanzkrise geringer, da sie weniger auf Bankfinanzierungen angewiesen sind. Investoren seien zudem wählerischer bei der Auswahl von KI-Aktien, anstatt blind jedes Unternehmen mit "AI" im Namen zu kaufen.

Die unerschütterliche Dominanz von Big Tech

Pejic hob die größere "Klebrigkeit" von Unternehmen wie Alphabet und Microsoft im Vergleich zu früheren Marktführern wie Exxon Mobil, General Motors und IBM hervor. Big Tech-Unternehmen sind seiner Ansicht nach seit Jahrzehnten dominant geblieben, teilweise aufgrund ihrer Plattformmodelle, die ihnen "nahezu unbegrenzte Preissetzungsmacht" verleihen und sie "fast unmöglich zu verdrängen" machen.

Sie haben sich durch das Anziehen zahlreicher Nutzer, App-Entwickler, Hardware-Lieferanten, Werbetreibender und anderer Parteien in ihren Ökosystemen über die Zeit stark etabliert. Dies ermöglicht es ihnen, Gebühren leicht zu erhöhen, während neue Marktteilnehmer Schwierigkeiten haben, Marktanteile zu gewinnen. Pejic wies auch darauf hin, dass Unternehmen wie Apple und Meta erfolgreich mehrere technologische Veränderungen gemeistert haben, etwa den Übergang von Desktop-Computern zu mobilen Geräten und von On-Premises-IT-Ausrüstung zu Cloud-Hosting.

Big Tech-Unternehmen generieren zudem enorme Mengen an Barmitteln, was es ihnen ermöglicht, mehrere große Wetten gleichzeitig zu platzieren und ihre Investitionen selbst zu finanzieren, anstatt auf kostspielige externe Finanzierungen angewiesen zu sein. Pejic beschreibt dies als einen "Schutzwall" gegen Rivalen, insbesondere in einem KI-Wettlauf, der durch "enorme Infrastrukturkosten" gekennzeichnet ist.

Hohe Bewertungen und die Konzentration im Markt

Pejic äußerte jedoch auch Bedenken. Er merkte an, dass viele Unternehmen enorme Summen ausgeben, um das bestmögliche KI-Modell zu entwickeln, der Markt aber wahrscheinlich nur wenige davon am Ende unterstützen kann. Ein weiteres Problem ist die immense Menge an Investorengeldern, die auf einer Handvoll Tech-Aktien lastet. Dies ist auf den Aufstieg von Indexfonds zurückzuführen, die Indizes wie den S&P 500 abbilden, der nach Marktkapitalisierung gewichtet und somit stark auf die "Magnificent Seven" konzentriert ist.

"Es ist sehr schwierig, einen Ort zum Verstecken zu finden, wenn dies wirklich schiefgeht", sagte Pejic. "Wenn Sie Ihr Geld am Aktienmarkt halten und die KI-Werte fallen, wird dies alles beeinflussen." Er merkte an, dass dieses Risiko noch größer werden wird, wenn KI-Giganten wie OpenAI, xAI und Anthropic an die Börse gehen und in die Indizes aufgenommen werden, was die Exposition alltäglicher Anleger gegenüber KI weiter erhöht.

Strategien für Anleger im KI-Zeitalter

Pejic bezeichnete das Halten von Big Tech-Aktien als "vielleicht den sichersten Weg", um vom KI-Boom zu profitieren. Dies begründete er mit deren Eigenständigkeit, immensen Ressourcen und diversifizierten Geschäftsfeldern, die das Abwärtsrisiko begrenzen und sie vor Branchenschocks, wie dem Aufkommen von DeepSeek, schützen sollten.

Als Beispiel lobte er Apples Ansatz, darauf zu verzichten, Hunderte von Milliarden für Mikrochips und Rechenzentren auszugeben. Stattdessen beobachtet Apple, wie sich der KI-Wettlauf entwickelt, und geht Partnerschaften mit anderen Unternehmen ein oder kauft Fähigkeiten hinzu, um die Technologie zu nutzen. Apple sei vielleicht nicht das "aufregendste Unternehmen", aber für Anleger sei das Halten der Aktie eine "clevere und ziemlich sichere Strategie, ohne zu viel Geld zu verbrennen", so Pejic.

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