
KI-Revolution: Microsofts Strategie und der unverzichtbare Chip-Gigant TSM
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Die Künstliche Intelligenz (KI) revolutioniert die Softwareentwicklung grundlegend, wobei Unternehmen wie Microsoft massiv in diese Technologie investieren. Während KI immer mehr Code generiert, bleibt die menschliche Expertise für Qualitätssicherung unerlässlich. Im Zentrum dieser Entwicklung steht Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSM), ein unverzichtbarer Akteur in der Produktion der fortschrittlichsten Halbleiterchips, die für die KI-Infrastruktur benötigt werden.
KI transformiert Microsofts Softwareentwicklung
Microsofts CEO Satya Nadella erklärte bereits im letzten Jahr, dass bis zu 30 % des Microsoft-Codes von Künstlicher Intelligenz geschrieben werden. Diese Zahl dürfte inzwischen noch höher liegen, da das Unternehmen seine KI-Integration stetig vorantreibt. Kevin Scott, CTO von Microsoft, prognostizierte sogar, dass bis zum Jahr 2030 bis zu 95 % des Unternehmenscodes durch KI generiert werden könnten.
Diese Entwicklung unterstreicht Microsofts klare Strategie, den Einsatz von KI in der Softwareentwicklung nicht nur beizubehalten, sondern signifikant auszubauen. Das Unternehmen supercharged seine Softwareprodukte mit generativen KI-Copiloten, die die Produktivität durch Automatisierung von Arbeitsabläufen verbessern. Die bezahlten Microsoft 365 Copilot-Lizenzen stiegen im Dezember-Quartal um 160 %.
Menschliche Expertise bleibt entscheidend
Trotz der zunehmenden Automatisierung durch KI bleibt die menschliche Komponente für die Qualitätssicherung unerlässlich. Microsoft hat Charlie Bell, den ehemaligen Leiter des Sicherheitsgeschäfts, ernannt, um sich ausschließlich auf die Produktqualität zu konzentrieren. Er berichtet direkt an Nadella, was die Bedeutung dieser Rolle unterstreicht.
Nvidia-CEO Jensen Huang äußerte sich skeptisch gegenüber der Annahme, dass KI die Nachfrage nach bestehenden Softwareprodukten reduzieren wird. Er bezeichnete die Sorge, dass KI Softwareunternehmen ersetzen könnte, als "das unlogischste Ding der Welt". Dies deutet darauf hin, dass KI eher als Werkzeug zur Verbesserung und Beschleunigung, denn als vollständiger Ersatz gesehen wird.
Taiwan: Das globale Zentrum für fortschrittliche Chips
Taiwan ist ein entscheidender Standort in der globalen Halbleiterindustrie. Das Land produziert 60 % aller weltweit hergestellten Halbleiterchips. Noch signifikanter ist, dass 90 % der weltweit fortschrittlichsten Halbleiterchips – jene mit einer Strukturbreite von 7 Nanometern (nm) oder kleiner – in Taiwan gefertigt werden.
Diese hochmodernen Chips sind essenziell für den Betrieb der anspruchsvollen KI-Programme, die Microsoft und andere Unternehmen zur Code-Generierung nutzen. Ohne diese fortschrittliche Chip-Technologie wäre die aktuelle KI-Revolution in ihrer Form nicht denkbar.
TSM: Der unverzichtbare "Pick-and-Shovel"-Player der KI-Branche
Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSM) ist das Herzstück der Halbleiterproduktion. Das Unternehmen entwirft keine eigenen Chips, sondern fungiert als "Pure Foundry", die Chips im Kundenauftrag fertigt. TSM ist in diesem Bereich mit einem Marktanteil von 72 % (Stand Q3 2025) absolut dominant, während Samsung mit 7 % an zweiter Stelle liegt.
Nvidia, das 92 % des GPU-Marktes für Rechenzentren kontrolliert, lässt seine Grafikprozessoren (GPUs) von TSM fertigen. Auch die GPUs des Konkurrenten Advanced Micro Devices (AMD) sowie Chips für Apple, Broadcom und Qualcomm werden ganz oder teilweise von TSM produziert. Sogar Nvidias Top-Chip Blackwell wird in einer TSM-Fabrik in Arizona hergestellt. TSM ist somit ein unverzichtbarer "Pick-and-Shovel"-Player für die KI- und die breitere Technologiebranche. Das Unternehmen expandiert seine Präsenz auch über Taiwan hinaus, unter anderem mit dem Ausbau von Fabriken in den USA.
Microsofts massive Investitionen in KI und Cloud-Infrastruktur
Microsofts Cloud-Geschäft boomt und generierte im letzten Quartal über 50 Milliarden US-Dollar Umsatz. Der Gesamtumsatz stieg um 17 %, das Betriebsergebnis um 21 % und der bereinigte verwässerte Gewinn pro Aktie (EPS) um 24 %. Trotz dieser Rekordergebnisse investiert Microsoft massiv in seine KI-Infrastruktur.
Die Kapitalausgaben (Capex) beliefen sich im letzten Quartal auf beeindruckende 37,5 Milliarden US-Dollar, wovon zwei Drittel auf kurzlebige Assets wie GPUs und CPUs entfielen. Zum Vergleich: Die jährlichen Capex lagen im Geschäftsjahr 2025 bei 64,6 Milliarden US-Dollar, im Geschäftsjahr 2024 bei 44,5 Milliarden US-Dollar und im Geschäftsjahr 2023 bei 28,1 Milliarden US-Dollar. Microsofts aktuelle Quartalsausgaben übersteigen damit die jährlichen Ausgaben von vor weniger als vier Jahren.
Microsoft Azure gewinnt Marktanteile im Cloud Computing und erreichte im Dezember-Quartal 21 % der Ausgaben für Cloud-Infrastruktur- und Plattformdienste. Azure ist die einzige große Public Cloud, die über eine API Zugang zu OpenAI-Frontier-Modellen bietet, was Microsoft oft zum Mittelsmann macht. Das Unternehmen investiert zudem in eigene KI-Chips wie den Maia 200 und plant, diesen für KI-Workloads zu skalieren.
Wall Street sieht erhebliches Potenzial für Microsoft
Der S&P North American Technology Software Index, der 110 Softwareaktien abbildet, ist von seinem Allzeithoch im September um 26 % gefallen, was ihn in Bärenmarkt-Territorium bringt. Trotz dieser allgemeinen Marktschwäche sehen Analysten Microsoft als unterbewertet an.
Unter 60 Analysten liegt der Median-Zielpreis für Microsoft bei 600 US-Dollar pro Aktie, was ein Aufwärtspotenzial von 47 % gegenüber dem damaligen Kurs von 409 US-Dollar impliziert. Microsoft-Aktien werden derzeit zum 26-fachen der bereinigten Gewinne gehandelt, was angesichts eines Gewinnwachstums von 24 % im letzten Quartal als attraktive Bewertung gilt. Mit einem Rückgang von 25 % gegenüber dem Höchststand sehen einige Analysten den damaligen Preis als guten Einstiegspunkt für geduldige Investoren.