
Michael Burry warnt vor "zu großer" KI-Blase: Systemischer Kollaps droht
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Der bekannte Investor Michael Burry, berühmt für seine Vorhersage der US-Immobilienblase, schlägt Alarm: Er sieht den aktuellen KI-Boom als eine Blase epischen Ausmaßes, die unweigerlich platzen und den Aktienmarkt sowie die Wirtschaft mit sich reißen wird. Burry äußerte sich auf X (ehemals Twitter) und betonte, dass selbst staatliche Rettungsversuche angesichts der Größe des Problems scheitern würden.
Michael Burry warnt vor "zu großer" KI-Blase
In einem Post vom 21. Januar 2026 auf X reagierte Michael Burry auf George Noble, einen ehemaligen Hedgefondsmanager, der die Herausforderungen von OpenAI hervorhob. Burry erklärte, dass die KI-Blase "zu groß zum Retten" sei, selbst wenn die Regierung "alle Hebel in Bewegung setzen" würde, um sie zu bewahren. Er bezeichnete die aktuelle Investitionsbegeisterung im KI-Sektor als "Manie", die mathematisch zum Scheitern verurteilt sei.
Burry, der Ende letzten Jahres von der Leitung eines Hedgefonds zum Schreiben auf Substack wechselte, hat bereits in der Vergangenheit seine Besorgnis über die Entwicklungen im KI-Sektor geäußert. Er ist überzeugt, dass die enormen Kapitalausgaben der reichsten Unternehmen der Welt nicht ausreichen werden, um genügend Zeit für die Rentabilität der KI zu gewinnen.
OpenAI im Fokus der Kritik
OpenAI, der Hersteller von ChatGPT, steht laut George Noble vor erheblichen Problemen. Dazu gehören der intensive Wettbewerb durch Modelle wie Googles Gemini 3, explodierende Kosten, wachsende Verluste und eine Klage von Elon Musk. Burry stimmte zu und kommentierte: "Das ist nicht überraschend und wird nicht mit OpenAI enden."
Die Finanzchefin von OpenAI gab bekannt, dass der Jahresumsatz des Unternehmens von 2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf über 20 Milliarden US-Dollar im letzten Jahr gestiegen ist. Dennoch kritisierte Burry das "traumhafte" Ausgabenziel von 1,4 Billionen US-Dollar über acht Jahre. Er verglich OpenAI bereits Anfang Dezember mit einer Dotcom-Katastrophe und nannte es "das nächste Netscape, dem Untergang geweiht und das Geld verliert".
Weitere Analysen zeigen, dass OpenAI in einem einzigen Quartal 12 Milliarden US-Dollar verloren hat und voraussichtlich 143 Milliarden US-Dollar kumulierten negativen Cashflow aufweisen wird, bevor es profitabel wird. Allein für sein Videomodell Sora verbrennt das Unternehmen Berichten zufolge 15 Millionen US-Dollar pro Tag. Zudem gab es eine "Talentabwanderung" von Top-Führungskräften wie der ehemaligen CTO Mira Murati und dem Chief Scientist Ilya Sutskever. Auch der ChatGPT-Traffic soll Ende 2025 monatlich gesunken sein, während Googles Gemini zulegte.
Die "Manie" der Kapitalausgaben
Burry argumentiert, dass die massiven Kapitalausgaben der weltweit reichsten Unternehmen nicht ausreichen werden, um die Rentabilität der KI zu sichern. Er sieht ein "großes mathematisches Problem" in der Branche, das durch abnehmende Erträge gekennzeichnet ist. Kritiker weisen darauf hin, dass es mittlerweile fünfmal so viel Energie und Kapital kostet, um lediglich eine zweifache Verbesserung der Modellleistung zu erzielen.
Amerikas acht wertvollste börsennotierte Unternehmen – Nvidia, Alphabet, Apple, Microsoft, Amazon, Broadcom, Meta und Tesla – sind allesamt Tech-Giganten, die massiv auf KI setzen. Jedes dieser Unternehmen hat eine Marktkapitalisierung von über 1 Billion US-Dollar, und zusammen werden sie auf über 22 Billionen US-Dollar geschätzt. Burry kritisiert, dass diese Unternehmen Billionen in KI-Infrastruktur investieren, die seiner Meinung nach schnell obsolet werden könnte.
Er zog Parallelen zu einer Anekdote von Warren Buffett aus den 1960er Jahren über das Kaufhaus Hochschild-Kohn. Buffett musste damals in eine Rolltreppe investieren, weil ein Konkurrent dies tat, ohne dass am Ende einer der beiden profitierte. Burry glaubt, dass sich ähnliche Szenarien bei KI-Investitionen abspielen werden, bei denen Wettbewerber Fortschritte nachahmen und somit jeden Vorteil zununichtemachen. Er warnt, dass die Billionen, die ausgegeben werden, "keinen klaren Weg zur Nutzung durch die Realwirtschaft" haben und dass die "wahren Kosten und der Mangel an Einnahmen sich bald zeigen werden."
Auswirkungen auf den Tech-Sektor und Arbeitsmarkt
Burry prognostiziert einen längeren Abschwung in der Tech-Branche, der zu einer Stagnation oder einem Rückgang der Beschäftigungszahlen führen könnte. Er bezeichnete Nvidia und Palantir als "Aushängeschilder" des KI-Hypes. Nvidia sei eine "stromhungrige, schmutzige Lösung", die ihren Platz nur halte, bis effizientere Chips auf den Markt kämen. Palantir-CEO Alex Karp kritisiert er für aggressives Marketing trotz schwacher Fundamentaldaten.
Unerwartete Entwicklungen im KI-Sektor sind für Burry unter anderem Googles Schwierigkeiten, mit Start-ups im KI-Bereich Schritt zu halten, was er als "verblüffend" bezeichnete. Er hinterfragt auch die Annahme, dass bestimmte Berufe "KI-sicher" seien, und merkt an, dass Tools wie Anthropic's Claude kostspielige Handwerksberufe ersetzen könnten. Zudem befürchtet er, dass die Abhängigkeit von KI-Tools zu einem Rückgang des menschlichen Fachwissens führen könnte, insbesondere in Bereichen wie der Medizin.
Geteilte Meinungen in der Finanzwelt
Die Meinungen über den KI-Boom sind in der Finanzwelt geteilt. Jeremy Grantham, ein erfahrener Investor und Blasen-Historiker, äußerte kürzlich, dass die "Wahrscheinlichkeit, dass KI nicht platzt, gering bis null ist." Im Gegensatz dazu zeigten sich "Shark Tank"-Star Kevin O'Leary und Tech-Investor Ross Gerber im letzten Herbst unbesorgt. Sie argumentierten, dass KI die Produktivität steigere und ein schnelles Wachstum fördere.
Auch Wall-Street-Analysten haben unterschiedliche Ansichten. Während die durchschnittliche 1-Jahres-Prognose für Microsoft (MSFT) bei 631,36 US-Dollar liegt, haben einige Analysten ihre Kursziele gesenkt. Mizuho reduzierte das Kursziel für Microsoft von 640 auf 620 US-Dollar, TD Cowen von 655 auf 625 US-Dollar und Wells Fargo von 700 auf 665 US-Dollar. Diese Anpassungen wurden unter anderem mit "wachsenden Anlegerbedenken hinsichtlich der KI-Disruption" und "Multiplikator-Kompression" begründet, obwohl die Cloud-Datenpunkte als "generell gut" und die KI-Adoption als "sehr stark" beschrieben wurden.