Oracle und Nvidia: KI-Giganten im Spannungsfeld von Investitionen und Wettbewerb

Oracle und Nvidia: KI-Giganten im Spannungsfeld von Investitionen und Wettbewerb

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Die Welt der Künstlichen Intelligenz (KI) boomt, doch selbst etablierte Schwergewichte wie Oracle und Nvidia sehen sich mit wachsenden Herausforderungen und Anlegerzweifeln konfrontiert. Während Oracle mit hohen Investitionen und steigender Verschuldung für seinen KI-Ausbau kämpft, steht Nvidia vor der Frage, ob seine Dominanz im KI-Chip-Markt angesichts neuer Konkurrenz bestehen bleibt.

Oracle unter Druck: Hohe Investitionen und Schulden belasten die Aktie

Die Stimmung um die Oracle-Aktie (NYSE: ORCL) ist in letzter Zeit ungünstig. Nach einem starken Anstieg in den ersten neun Monaten des Jahres verzeichnete der Anbieter von Cloud-Computing- und Datenbankdiensten einen deutlichen Ausverkauf. Dies ist auf wachsende Bedenken hinsichtlich der hohen Ausgaben des Unternehmens für den Aufbau von KI-Infrastruktur zurückzuführen, die die Verschuldung in die Höhe treiben.

Seit ihrem 52-Wochen-Hoch am 10. September hat die Oracle-Aktie 42 % ihres Wertes eingebüßt. Ein weiterer starker Rückgang erfolgte nach der Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 (für die drei Monate bis zum 30. November) am 10. Dezember. Die Einnahmen von Oracle stiegen im zweiten Quartal des Geschäftsjahres um lediglich 14 % gegenüber dem Vorjahr auf 16,1 Milliarden US-Dollar und verfehlten damit die Konsensschätzung von 16,2 Milliarden US-Dollar. Das Non-GAAP-Ergebnis schoss um 54 % gegenüber dem Vorjahr auf 2,26 US-Dollar pro Aktie in die Höhe, was auf einen Vorsteuergewinn von 2,7 Milliarden US-Dollar aus dem Verkauf der Beteiligung an dem Chipdesigner Ampere zurückzuführen ist.

Die aggressiven Kapitalausgaben von Oracle sind ein weiterer Grund zur Besorgnis. Der freie Cashflow des Unternehmens war im letzten Quartal mit minus 10 Milliarden US-Dollar negativ, und Oracle verbrennt seit drei Quartalen in Folge Barmittel. Die Investitionsausgaben stiegen im Vorquartal um das Dreifache gegenüber dem Vorjahr auf 12 Milliarden US-Dollar. Oracle rechnet in diesem Jahr mit Kapitalausgaben von 50 Milliarden US-Dollar, was deutlich über der Wall-Street-Schätzung von 35 Milliarden US-Dollar liegt.

Oracle nimmt erhebliche Kredite auf, um seine Ausgaben zu finanzieren. Die Schulden beliefen sich Ende des Vorquartals auf 124 Milliarden US-Dollar (einschließlich operativer Leasingverbindlichkeiten), ein Anstieg von 39 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Oracle hielt an seiner Umsatzprognose von 67 Milliarden US-Dollar für das laufende Geschäftsjahr fest, was Fragen zur Fähigkeit des Unternehmens aufwerfen könnte, seinen massiven Auftragsbestand in Umsatz umzuwandeln.

Das OpenAI-Rätsel: Ein 300-Milliarden-Dollar-Vertrag und Cash-Burn

Trotz der hohen Verschuldung verfügt Oracle über einen enormen Auftragsbestand, der hauptsächlich durch einen 300-Milliarden-Dollar-Vertrag mit OpenAI angetrieben wird. Dieser Vertrag soll 2027 beginnen und über fünf Jahre laufen. Dennoch sind Anleger skeptisch, ob Oracle so viel ausgeben sollte, um diesen Auftragsbestand zu erfüllen.

OpenAI selbst verbraucht erhebliche Mengen an Barmitteln. HSBC erwartet, dass der KI-Spezialist in den nächsten fünf Jahren einen negativen freien Cashflow aufweisen wird. Laut HSBC müsste OpenAI 207 Milliarden US-Dollar durch Schulden, Kapitalerhöhungen oder eine schnelle Steigerung der Einnahmen aufbringen. Positiv ist, dass die Einnahmen von OpenAI laut HSBC voraussichtlich von geschätzten 35 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 auf 213 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030 steigen werden. Dies ist nicht überraschend, da das Unternehmen eine riesige Basis von 800 Millionen wöchentlichen Nutzern für seinen beliebten Chatbot ChatGPT hat, die monetarisiert werden kann.

Nvidia: Dominanz im Wandel? Neue Konkurrenz am Horizont

Während Oracle mit seinen Investitionen kämpft, hat auch die Nvidia-Aktie (NASDAQ: NVDA) im letzten Monat Schwäche gezeigt, was sich jedoch 2026 ändern könnte. Investoren befürchten, dass Nvidia seinen Vorsprung verlieren könnte, obwohl Wall-Street-Analysten weiterhin ein enormes Wachstum für das Unternehmen erwarten. Nvidia und Palantir Technologies gelten als anerkannte Marktführer in ihrem Bereich und haben in der Vergangenheit marktschlagende Renditen erzielt.

Nvidia hat seit 2023, als die meisten KI-Ausgaben begannen, mit seinen GPUs (Graphics Processing Units) die führende Position im Markt eingenommen. Die Kombination aus führender Hardware und unterstützender Software war unübertroffen und florierte in einer Welt, in der KI-Modelle schnell trainiert und verbessert wurden. Allerdings hat sich das Innovationstempo verlangsamt, und viele KI-Hyperscaler verlagern ihren Fokus auf Recheneinheiten, die besser für die Inferenz geeignet sind.

Inferenz tritt auf, wenn ein vorab trainiertes KI-Modell mit einer Frage konfrontiert wird, und erfordert nicht annähernd so viel Rechenleistung wie das Training eines Modells. Nvidia-GPUs können Inferenz durchführen, aber ihr Wettbewerbsvorteil ist in diesem Bereich nicht so stark. Dies könnte die Tür für Recheneinheiten von Wettbewerbern öffnen, um Marktanteile von Nvidia zu gewinnen. Eine Option sind kundenspezifische KI-Beschleunigereinheiten von Broadcom, wie die TPUs (Tensor Processing Units), die in Zusammenarbeit mit Alphabet entwickelt wurden. Alphabet nutzte diese Einheiten ursprünglich intern oder stellte sie zur Miete zur Verfügung.

Ausblick 2026: Überraschende Gewinner im KI-Rennen?

Die Befürchtungen, dass Nvidia seine Dominanz verlieren könnte, werden von einigen Marktbeobachtern als übertrieben angesehen. Es wird die Meinung vertreten, dass Nvidia im Jahr 2026 erneut zu den besten KI-Aktien gehören könnte, was für einige Anleger eine Überraschung wäre, aber bei Eintreten große Ergebnisse liefern könnte. Dies würde durch erhöhte KI-Ausgaben untermauert.

Für Oracle könnte eine Beschleunigung des Wachstums im nächsten Geschäftsjahr die aktuellen Bedenken hinsichtlich der Verschuldung lindern. Die Entwicklung dieser beiden KI-Schwergewichte wird maßgeblich davon abhängen, wie sie ihre Investitionen managen und sich im sich schnell entwickelnden KI-Markt positionieren können.