
Ruhestand im Ausland: Gesundheitsversorgung und Kosten im Fokus
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Immer mehr Menschen spielen mit dem Gedanken, ihren Ruhestand im Ausland zu verbringen. Neben dem romantischen Reiz locken oft niedrigere Lebenshaltungskosten und ein entspannteres Leben. Doch bevor man diesen Schritt wagt, sind insbesondere die Themen Gesundheitsversorgung und Sozialversicherung genau zu prüfen.
Der Reiz des Ruhestands im Ausland
Der Gedanke, den Lebensabend in einem fremden Land zu verbringen, übt auf viele eine große Anziehungskraft aus. Ein wachsender Trend zeigt, dass immer mehr amerikanische Rentner diesen Schritt bereits vollzogen haben oder planen. Die Gründe sind vielfältig: Neben dem Wunsch nach neuen Abenteuern und einem langsameren Lebensrhythmus spielen oft auch niedrigere Lebenshaltungskosten und eine ruhigere politische Atmosphäre eine Rolle.
Eine kürzlich veröffentlichte Kolumne zu diesem Trend hat zahlreiche Fragen aufgeworfen, insbesondere zu den beiden Kernbereichen der Altersvorsorge im Ausland: der Gesundheitsversorgung und der Sozialversicherung. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte der Gesundheitsversorgung für Rentner, die ein Leben im Ausland in Betracht ziehen.
Gesundheitsversorgung: Eine zentrale Frage
Die Kosten für die Gesundheitsversorgung sind ein entscheidender Faktor für Rentner. In den USA können medizinische Ausgaben aus eigener Tasche viele Menschen im Ruhestand überraschen und finanziell stark belasten. Laut einem neuen Bericht des Employee Benefit Research Institute (EBRI) müsste ein 65-jähriger Mann mit traditioneller Medicare und einem Medigap-Plan durchschnittlich 212.000 US-Dollar gespart haben, um eine 90-prozentige Chance zu haben, Prämien und durchschnittliche verschreibungspflichtige Medikamentenausgaben zu decken. Für eine 65-jährige Frau liegt dieser Betrag bei 252.000 US-Dollar.
Länder mit universeller Gesundheitsversorgung können das Risiko eines finanziellen Ruins durch schwere Krankheiten erheblich reduzieren. Auch private Versicherungen sind in vielen Ländern oft günstiger und bieten ein besseres Risikoprofil. Obwohl die Gesundheitskosten im Ausland tendenziell niedriger sind, ist es keine einfache Aufgabe, sich in einem neuen Land medizinisch zu versorgen.
Optionen für die Krankenversicherung im Ausland
Expatriates können in der Regel auf kostengünstige, staatlich finanzierte Gesundheitssysteme zugreifen oder private Versicherungsoptionen wählen. Viele Umzugsexperten raten dazu, sich zumindest anfänglich für eine private Police eines nationalen oder internationalen Versicherungsunternehmens zu entscheiden. Dies liegt daran, dass viele Länder einen Krankenversicherungsschutz als Bedingung für die Erteilung eines Visums verlangen und es einige Zeit dauern kann, bis man für den öffentlichen Gesundheitsdienst qualifiziert ist.
Zu den Versicherern, die internationale Pläne anbieten, gehören Cigna Global, GeoBlue (Blue Cross Blue Shield Global Solutions), Allianz Care und International Medical Group (IMG). Es ist ratsam, sich vorab bei anderen Rentnern und Freunden, die bereits in der gewünschten Stadt leben, über deren Erfahrungen mit Krankenversicherungen, Ärzten, Krankenhäusern und Apotheken zu informieren.
Wichtige Recherche-Ressourcen
Für eine fundierte Entscheidung ist eine gründliche Recherche unerlässlich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bietet länderspezifische Daten, beispielsweise zum Verhältnis von Ärzten zur Bevölkerung. Die Joint Commission International (JCI), eine globale gemeinnützige Organisation im Gesundheitswesen, stellt eine akkreditierte Liste medizinischer Zentren weltweit zur Verfügung. Darüber hinaus bietet der "International Living's 2026 Annual Global Retirement Index" detaillierte Informationen zur Gesundheitsversorgung in verschiedenen beliebten Regionen für den Ruhestand.