
SanDisk setzt auf Mehrjahresverträge und profitiert vom KI-Chip-Boom
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SanDisk, ein führender Hersteller von Speicherchips, hat eine strategische Neuausrichtung vorgenommen, indem es auf langfristige Lieferverträge setzt. Diese sogenannten New Business Models (NBMs) sollen das Unternehmen in einem boomenden Markt für KI-Chips positionieren und die Umsatzprognosen stabilisieren. Die jüngsten Quartalsergebnisse übertrafen die Erwartungen deutlich, was die positive Entwicklung unterstreicht.
Strategische Neuausrichtung durch Mehrjahresverträge
CEO David Goeckeler gab in der Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen bekannt, dass SanDisk fünf langfristige Lieferverträge, sogenannte NBMs, unterzeichnet hat. Drei dieser Vereinbarungen wurden im dritten Geschäftsquartal abgeschlossen, zwei weitere folgten früh im vierten Geschäftsquartal. Diese Verträge sind auf die spezifischen Kundenbedürfnisse zugeschnitten und variieren in ihrer Laufzeit, wobei der längste Vertrag eine Dauer von bis zu fünf Jahren umfasst.
Finanzielle Absicherung und Umsatzprognosen
Die Mehrjahresverträge haben erhebliche Auswirkungen auf die Umsatzprognosen von SanDisk. Finanzvorstand Luis Felipe Visoso erklärte, dass die drei im dritten Quartal unterzeichneten Vereinbarungen ein "vertraglich zugesichertes Mindestumsatzvolumen von etwa 42 Milliarden US-Dollar" implizieren. Alle fünf Deals zusammen beinhalten finanzielle Garantien von über 11 Milliarden US-Dollar.
Diese Absicherungen umfassen Vorauszahlungen und andere Instrumente, die über externe Finanzinstitute arrangiert wurden. Visoso berichtete, dass Vorauszahlungen in Höhe von 0,4 Milliarden US-Dollar bereits in der Bilanz des dritten Quartals ausgewiesen wurden. SanDisk erwartet, dass die fünf Vereinbarungen mehr als ein Drittel des für das Geschäftsjahr 2027 prognostizierten Bit-Volumens des Unternehmens abdecken werden. Goeckeler äußerte gegenüber Analysten die Erwartung, dass dieser Anteil im Laufe der Zeit "definitiv" über 50 % steigen könnte.
Stärkung der Preissetzungsmacht
Die strategische Verlagerung hin zu Mehrjahresverträgen fällt mit einer Verbesserung der Bedingungen auf dem NAND-Markt zusammen. Wedbush-Analyst Matt Bryson hob hervor, dass SanDisk "erfolgreich die Preise schneller anheben konnte als die breitere Branche". Bryson setzte ein Kursziel von 1.200 US-Dollar für SanDisk, was die starke Performance im Vergleich zu Wettbewerbern und die Erwartung eines Preisanstiegs von 65 % in diesem Quartal widerspiegelt, eine Erhöhung gegenüber der früheren Prognose von 55 %.
Beeindruckende Q3-Ergebnisse und Ausblick
SanDisk meldete starke Ergebnisse für das dritte Quartal. Der Umsatz stieg auf 5,95 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Analystenschätzung von 4,68 Milliarden US-Dollar deutlich. Der bereinigte Gewinn pro Aktie (EPS) lag bei 23,41 US-Dollar und übertraf die Erwartungen um 62,23 %. Dies wurde teilweise durch einen bemerkenswerten Anstieg der Rechenzentrumsverkäufe um 233 % angetrieben.
Für das vierte Quartal prognostiziert das Unternehmen einen bereinigten Gewinn pro Aktie zwischen 30 und 33 US-Dollar, was deutlich über der Analystenschätzung von 22,01 US-Dollar liegt und starke Erwartungen für anhaltendes Wachstum signalisiert.
Aktienperformance und Marktbewertung
Die Aktien von SanDisk (NASDAQ:SNDK) haben in diesem Jahr fast 300 % zugelegt. Im Premarket-Handel am Freitag verzeichneten sie einen Rückgang von 2,6 % auf 1036,20 US-Dollar. Die Benzinga Edge Stock Rankings zeigen, dass SNDK einen starken Preistrend auf kurze, mittlere und lange Sicht beibehält und einen soliden Momentum-Score im 100. Perzentil aufweist.