ServiceNow trotzt KI-Ängsten: Ein Blick auf den Workflow-Automatisierer

ServiceNow trotzt KI-Ängsten: Ein Blick auf den Workflow-Automatisierer

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Der Software-as-a-Service (SaaS)-Markt ist in diesem Jahr stark unter Druck geraten, da Investoren zunehmend befürchten, dass Künstliche Intelligenz (KI) die Branche grundlegend verändern könnte. Diese Angst hat zu einem weit verbreiteten Ausverkauf geführt, der nur wenige SaaS-Aktien verschont hat. Doch inmitten dieser Unsicherheit scheint sich ServiceNow (NYSE: NOW) als bemerkenswert widerstandsfähig zu erweisen.

KI-Disruption: Eine Bedrohung für SaaS-Unternehmen?

Die Bedenken der Investoren gegenüber Software-Aktien basieren auf drei Hauptannahmen. Erstens wird erwartet, dass KI zu weniger Arbeitskräften führen wird, was die Einnahmen von SaaS-Unternehmen schmälern könnte, da die meisten Abonnements nutzerbasiert bepreist werden. Zweitens könnten Unternehmen mit KI leichter eigene Software entwickeln und so Drittanbieter umgehen. Drittens sehen einige die Gefahr, dass Entwickler großer Sprachmodelle (LLMs) wie Anthropic und OpenAI versuchen könnten, die Softwareschicht vollständig zu umgehen.

Diese Bedenken haben zu einem pauschalen Ausverkauf im SaaS-Sektor geführt. Einige Experten argumentieren jedoch, dass diese Ängste überzogen sein könnten. SaaS-Modelle werden sich wahrscheinlich von sitzplatzbasierten zu verbrauchsbasierten Modellen entwickeln, was das erste Problem adressieren würde. Zudem ist die Entwicklung von Frontend-Software zwar einfach, doch die meisten Organisationen scheuen den Wartungs- und Governance-Aufwand. KI wird die Softwareschicht wahrscheinlich nicht eliminieren, sondern ihre Bedeutung erhöhen, indem sie Unternehmen hilft, KI effizienter einzusetzen und Wachstum zu fördern. KI benötigt strukturierte Daten, und Softwareunternehmen, die Daten und Workflows kontrollieren, sind dabei von entscheidender Bedeutung.

ServiceNow: Ein "System of Action" mit KI-Vorteil

ServiceNow ist tief in die Arbeitsabläufe seiner Kunden integriert und verknüpft Daten zwischen IT, Personalwesen und Kundenservice. Es fungiert als wichtiges System zur Aufzeichnung, das auf Sicherheitsberechtigungen, benutzerdefinierter Geschäftslogik und Audit-Trails basiert. Das Unternehmen wurde 2004 von Fred Luddy gegründet, der die Komplexität bestehender Unternehmenssoftware kritisierte. Seine Vision war es, das IT-Service-Management von Grund auf in der Cloud neu aufzubauen.

Die Kernidee von ServiceNow ist es, eine einzige digitale Plattform bereitzustellen, die interne Prozesse wie IT-Support, Mitarbeiter-Onboarding, Sicherheitsvorfälle und Beschaffungsanfragen über Abteilungen hinweg automatisiert. Die Plattform wird oft als "System of Action" beschrieben, da sie nicht nur Daten speichert, sondern die Arbeit über Systeme hinweg koordiniert und Anwendungen, Teams und Genehmigungen in automatisierte Prozesse integriert. Im Vergleich zu Unternehmen wie Salesforce konzentriert sich ServiceNow auf operative Workflows, die Systeme miteinander verbinden. Das Unternehmen generiert Einnahmen hauptsächlich durch Abonnementlizenzen für seine Cloud-Plattform.

KI als Wachstumstreiber bei ServiceNow

ServiceNow hat sich proaktiv der KI zugewandt, um das Wachstum voranzutreiben. Die generative KI-Suite "Now Assist" hat ihren jährlichen Vertragswert bis zum Ende des letzten Quartals auf 600 Millionen US-Dollar gesteigert und wird voraussichtlich bis Ende dieses Jahres 1 Milliarde US-Dollar erreichen. Dies trägt maßgeblich zum gesamten Umsatzwachstum des Unternehmens von über 20 % bei.

Die KI-Plattform von ServiceNow verbindet Menschen, Prozesse, Daten und Geräte, um die Produktivität zu steigern und Geschäftsergebnisse zu maximieren. Zu den Produkten gehören unter anderem IT Service Management, HR Service Delivery, ServiceNow AI Agents, AI Experience und der ServiceNow AI Control Tower. Das Unternehmen bietet auch Lösungen für Identitätssicherheit an, um den Zugriff im gesamten Unternehmen zu sichern.

Gemischte Signale bei der Bewertung und Analystenmeinungen

Trotz der positiven Entwicklungen im Bereich KI zeigt der Aktienkurs von ServiceNow gemischte Signale. Während die Aktie in den letzten 30 Tagen eine Rendite von 7,28 % verzeichnete, steht dem ein Rückgang von 26,46 % über 90 Tage und ein Rückgang der Gesamtrendite für Aktionäre von 31,86 % über ein Jahr gegenüber. Dies deutet darauf hin, dass die langfristige Dynamik abgekühlt ist, während sich die kurzfristige Stimmung wieder aufbaut.

Bei der Bewertung gibt es unterschiedliche Ansichten. Eine weit verbreitete Einschätzung beziffert den fairen Wert auf 108,81 US-Dollar, was leicht unter dem jüngsten Schlusskurs von 114,88 US-Dollar liegt und auf eine leichte Überbewertung hindeutet. Diese Sichtweise basiert auf gesunden Margen, Umsatzwachstum und Ertragskraft. Ein Discounted Cash Flow (DCF)-Modell von Simply Wall St hingegen weist auf einen zukünftigen Cashflow-Wert von 165,31 US-Dollar pro Aktie hin, was ServiceNow bei 114,88 US-Dollar als unterbewertet erscheinen lässt.

Die Wall Street-Analysten zeigen sich überwiegend optimistisch. Von 32 Analysten empfehlen 30 die Aktie zum Kauf und 2 zum Halten, wobei keine Verkaufsempfehlungen vorliegen. Der durchschnittliche Analysten-Zielkurs liegt bei 222,81 US-Dollar. BNP Paribas hat ServiceNow von "Neutral" auf "Outperform" hochgestuft und ein Kursziel von 140 US-Dollar festgelegt. Rothschild & Co Redburn senkte zwar das Kursziel von 230 US-Dollar auf 215 US-Dollar, behielt aber die "Buy"-Empfehlung bei. Die Begründung hierfür sind die "tiefen" Plattformintegrationen, der Wissensgraph der IT-Workflows und die einzigartige Konfigurationsmanagement-Datenbank, die es nach Ansicht des Unternehmens "außergewöhnlich schwierig machen, durch KI gestört zu werden".