
Trumps $200 Mrd. Hypotheken-Stimulus: Experten warnen vor Wohnraum-Krise
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Präsident Donald Trumps Vorschlag, Hypothekenanleihen im Wert von 200 Milliarden US-Dollar zu kaufen, stößt bei Ökonomen auf scharfe Kritik. Sie warnen, dass der Plan die Wohnraumerschwinglichkeit langfristig verschärfen könnte, obwohl er die Hypothekenzinsen vorübergehend senken mag. Dieser Schritt wird als "People's QE" bezeichnet und wirft Fragen zur politischen Einflussnahme auf die Geldpolitik auf.
Trumps "People's QE": Ein Überblick
Präsident Donald Trump hat kürzlich vorgeschlagen, Hypothekenanleihen im Wert von 200 Milliarden US-Dollar zu erwerben. Ziel dieser Maßnahme sei es, die Hypothekenzinsen und monatlichen Zahlungen zu senken, um den Erwerb von Wohneigentum erschwinglicher zu machen. Die Finanzierung soll über die staatlich geförderten Unternehmen Fannie Mae (OTC:FNMA) und Freddie Mac (OTC:FMCC) erfolgen, die sich seit 2008 in staatlicher Obhut befinden.
Trump äußerte, dass dieser Schritt die Hypothekenzinsen und monatlichen Zahlungen senken und die Kosten für Wohneigentum erschwinglicher machen werde. Der Vorschlag kommt zu einer Zeit, in der die Regierung auf die Bedenken der Wähler hinsichtlich der Erschwinglichkeit von Wohnraum reagieren möchte, insbesondere vor den Zwischenwahlen im November.
Kritik von Ökonomen: Langfristige Risiken
Ökonomen äußern erhebliche Bedenken hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen dieses Plans. Mohamed El-Erian, ein bekannter Ökonom, sieht darin eine Wiederbelebung alter Sorgen über politische Einmischung in die Geldpolitik. Er bezeichnet den Plan als "People's QE", eine Form der quantitativen Lockerung zur Finanzierung öffentlicher Ausgaben, und warnt, dass der politische Druck auf die Federal Reserve über Zinssenkungen hinausgehen und auch den Ankauf von Vermögenswerten umfassen könnte.
Peter Schiff, ebenfalls Ökonom, kritisierte Trumps Vorschlag scharf. Er argumentiert, dass die Verwendung von 200 Milliarden US-Dollar für Hypothekenanleihen bedeutet, dass 200 Milliarden US-Dollar weniger für den Kauf von Staatsanleihen zur Verfügung stehen. Dies könnte langfristig zu einem Anstieg der Renditen von Staatsanleihen und der Inflation führen, obwohl die Hypothekenzinsen kurzfristig sinken könnten. Schiff betont, dass das grundlegende Problem des US-Immobilienmarktes nicht hohe Hypothekenzinsen, sondern hohe Immobilienpreise selbst sind. Er befürchtet, dass die Politik das Problem verschärft, indem sie Käufern ermöglicht, sich zu überdehnen und "zu viel" für Häuser zu bezahlen.
Daryl Fairweather, Chefökonomin bei Redfin, bezeichnete den Plan als "Pflaster auf ein tieferes Problem". Sie schätzt, dass die staatlichen Käufe die Zinsen für eine 30-jährige Festhypothek um 0,25 bis 0,5 Prozentpunkte senken könnten. Dies würde jedoch weder den chronischen Mangel an verfügbaren Häusern noch den "Hypothekenzins-Lock-in-Effekt" beheben. Fairweather warnte auch vor dem Risiko, dass die Barreserven von Fannie Mae und Freddie Mac, die als Puffer für wirtschaftliche Abschwünge dienen sollen, aufgebraucht werden könnten.
Historisch ungewöhnliche Intervention
Nick Timiraos, Chefkorrespondent für Wirtschaft bei The Wall Street Journal, hob die ungewöhnliche Natur dieser Intervention hervor. Im Gegensatz zu früheren quantitativen Lockerungszyklen der Federal Reserve während der Finanzkrise 2008 und der COVID-19-Pandemie gebe es derzeit kein systemisches Risiko, das diesen Schritt rechtfertigen würde.
Timiraos merkte an, dass die Maßnahme in einer Phase relativ solider Wirtschaftsaktivität und ohne nennenswerte Belastungen auf den Kreditmärkten erfolgt, was sie zu einem politischen Schachzug macht. Er erinnerte auch daran, dass die Federal Reserve in der Vergangenheit hypothekenbesicherte Wertpapiere ohne "Gewinnabsicht" kaufte und dabei "große Verluste bei den Käufen aus der Covid-Ära" verzeichnete.
Auswirkungen auf den Immobilienmarkt und die Märkte
Die durchschnittlichen Hypothekenzinsen liegen laut Freddie Mac derzeit bei etwa 6,2 Prozent; seit September 2022 waren sie nicht mehr unter 6 Prozent. Die Immobilienpreise sind in den USA generell schneller gestiegen als die Einkommen, was auf einen anhaltenden Mangel an Neubauten zurückzuführen ist. Dies erschwert es Mietern, ihr erstes Eigenheim zu kaufen, und bestehenden Eigentümern, auf eine größere Immobilie umzusteigen.
Nach Trumps Ankündigung zeigten sich prominente Immobilienaktien nachbörslich im Aufwind. Der Vanguard Real Estate Index Fund ETF (NYSE:VNQ), der in REITs investiert, stieg am Donnerstag um 0,89 % und über Nacht um 0,36 %. Auch Aktien wie Opendoor Technologies Inc. (NASDAQ:OPEN) verzeichneten Zuwächse. Es ist jedoch zu beachten, dass der VNQ laut Benzinga's Edge Stock Rankings eine schlechte Momentum-Bewertung aufweist, mit einem ungünstigen Preistrend auf kurze, mittlere und lange Sicht.