
Trumps erstes Jahr der zweiten Amtszeit: Wirtschaft zwischen Wachstum und Ungleichheit
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Das erste Jahr von Donald Trumps zweiter Amtszeit, beginnend 2025, war von erheblichen wirtschaftlichen Veränderungen und neuen politischen Initiativen geprägt. Während die Regierung ein beschleunigtes BIP-Wachstum und eine Abkühlung der Inflation meldete, zeigten sich am Arbeitsmarkt Herausforderungen und eine zunehmende Ungleichheit bei den Konsumausgaben.
Ein Jahr wirtschaftlicher Transformation unter Trump
Donald Trump trat im Jahr 2025 seine zweite Amtszeit als Präsident an, begleitet von neuen Wirtschaftsplänen in den Bereichen Handel, Einwanderung und Bundesverwaltung. Elizabeth Renter, Senior Economist bei NerdWallet, wies darauf hin, dass die Unsicherheit durch tatsächliche oder potenzielle politische Änderungen Verbraucher, Arbeitssuchende sowie kleine und mittlere Unternehmen beeinflusste. Die Wirtschaft sah sich mit einem Anstieg der Zölle, einem Rückgang der Bundesbediensteten, anhaltenden Konsumausgaben und geringer Neueinstellung konfrontiert.
Wirtschaftswachstum und Handelspolitik
Die US-Wirtschaft verzeichnete im dritten Quartal 2025 das schnellste Wachstum seit zwei Jahren, mit einem BIP-Wachstum von 4,3 Prozent. Kush Desai, ein Sprecher des Weißen Hauses, betonte, dass Präsident Trump in einem Jahr ein beschleunigtes BIP-Wachstum, die Schaffung von Arbeitsplätzen im Privatsektor und über ein Dutzend neuer Handelsabkommen geliefert habe. Gleichzeitig stieg die Zollrate erheblich an, was jedoch nicht zu den befürchteten massiven Inflation oder einem Stillstand der Produktion führte. Bernard Yaros von Oxford Economics führte dies auf die geringe Vergeltung anderer Länder und eine rasche Erholung des Aktienmarktes zurück.
Inflation und Verbraucherpreise
Die Inflation blieb im ersten Jahr von Trumps zweiter Amtszeit ein zentrales Thema. Der Verbraucherpreisindex (VPI) lag im November 2025 bei 2,7 Prozent, was dem Jahresdurchschnitt entsprach. Dieser Wert war zwar höher als das Ziel der Federal Reserve, aber dennoch moderat. Trotz der Behauptung des Weißen Hauses, die Inflation sei abgekühlt, blieb sie für viele Amerikaner eine Belastung, was die Erschwinglichkeit von Gütern weiterhin beeinträchtigte.
Der Arbeitsmarkt: Herausforderungen und Ungleichheit
Der Arbeitsmarkt zeigte sich im Jahr 2025 weniger robust. Die Arbeitslosenquote stieg im November auf 4,6 Prozent, den höchsten Stand seit 2021. Die Neueinstellungen waren insgesamt verhalten und konzentrierten sich überwiegend auf den Gesundheits- und Sozialbereich; ohne diesen Sektor ging die Beschäftigung 2025 sogar zurück. Der Fertigungssektor verzeichnete sieben Monate in Folge einen Stellenabbau.
Die Lohnzuwächse kühlten sich ab, und die Arbeitslosenquote bei Hochschulabsolventen erreichte mit 2,9 Prozent einen ungewöhnlich hohen Wert außerhalb einer Rezession. Auch die Arbeitslosigkeit unter Schwarzen Amerikanern stieg im November auf 8,3 Prozent. Infolge der Massendeportationen und der Verschärfung der legalen Einwanderungswege durch die Trump-Regierung verzeichneten die USA im vergangenen Jahr erstmals seit mindestens einem halben Jahrhundert eine negative Nettozuwanderung. Marcus Noland vom Peterson Institute for International Economics merkte an, dass die beeindruckenden BIP-Zahlen nicht von einem entsprechenden Anstieg der Neueinstellungen begleitet wurden.
Konsumausgaben und Vermögensverteilung
Trotz der Herausforderungen am Arbeitsmarkt zeigten sich die Konsumausgaben widerstandsfähig. Der Aktienmarkt, stark gewichtet durch die "Magnificent Seven" Technologieunternehmen, stieg seit Trumps Ankündigung im April 2025 um fast 30 Prozent. Dies steigerte das Vermögen der Amerikaner und ermutigte Haushalte zu höheren Ausgaben. Oxford Economics schätzte, dass Vermögenszuwächse fast ein Drittel des Anstiegs der Konsumausgaben seit der COVID-19-Pandemie ausmachten.
Allerdings waren diese Gewinne ungleich verteilt. Die oberen 10 Prozent der Verdiener machten schätzungsweise die Hälfte aller Ausgaben aus, der höchste Anteil seit 1989. Marcus Noland betonte, dass die Gewinne hauptsächlich Personen in höheren Einkommensklassen und in Sektoren zugutekamen, die mit Künstlicher Intelligenz verbunden sind, was die Ungleichmäßigkeit des Wachstums verdeutlicht.
Öffentliche Wahrnehmung und politische Prioritäten
Die Zustimmungswerte für Präsident Trump blieben im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit weitgehend stabil, aber niedrig. Eine AP-NORC-Umfrage im Januar 2026 zeigte, dass etwa 4 von 10 US-Erwachsenen Trumps Leistung als Präsident billigten, ein Wert, der sich seit März 2025 kaum verändert hatte. Nur 37 Prozent der US-Erwachsenen billigten Trumps Umgang mit der Wirtschaft, obwohl dieser Wert leicht von einem Tiefpunkt im Dezember gestiegen war. Viele Amerikaner hinterfragten seine Prioritäten, wobei etwa die Hälfte der Meinung war, er konzentriere sich auf die falschen Dinge.
Ausblick und Expertenmeinungen
Jason Draho, Leiter der Asset Allocation Americas bei UBS Global Wealth Management, prognostizierte, dass sich das Tempo der Veränderungen im nächsten Jahr verlangsamen könnte. Die wichtigsten wirtschaftlichen Maßnahmen, wie Änderungen bei Zöllen und die Steuersenkungen des "One Big Beautiful Bill", seien bereits im ersten Jahr umgesetzt oder angekündigt worden. Neuere Ankündigungen, wie eine Obergrenze für Kreditkartenzinsen oder der Wunsch, dass Fannie Mae und Freddie Mac hypothekenbesicherte Wertpapiere kaufen, seien eher "Anpassungen am Rande" mit geringerem makroökonomischem Einfluss.