Trumps Marihuana-Reklassifizierung: Finanzielle und medizinische Implikationen

Trumps Marihuana-Reklassifizierung: Finanzielle und medizinische Implikationen

Aktualisiert:
5 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Präsident Donald Trump hat am Donnerstag eine Executive Order unterzeichnet, die die bundesstaatlichen Beschränkungen für Marihuana lockert und den Weg für ein Medicare-Pilotprogramm zur Deckung von CBD ebnet. Dieser Schritt ist das Ergebnis eines koordinierten, einjährigen Vorstoßes der Cannabis-Industrie, der traditionelles Lobbying, erhebliche politische Spenden und datengesteuerte Botschaften umfasste. Die Anordnung wird als Erfolg gewertet, da sie Marihuana nicht als soziales, sondern als wirtschaftspolitisches Thema neu definiert.

Historische Reklassifizierung von Marihuana

Die Executive Order stuft Cannabis von einer Schedule I-Substanz, die Heroin und LSD umfasst, in eine Schedule III-Substanz um. Diese Kategorie beinhaltet auch Medikamente wie Ketamin, Tylenol mit Codein und anabole Steroide. Präsident Trump erklärte, dass diese Neuklassifizierung die medizinische Forschung erheblich erleichtern werde, um Nutzen, potenzielle Gefahren und zukünftige Behandlungen zu untersuchen.

Die Umstufung erkennt erstmals offiziell den medizinischen Nutzen von Cannabis unter Bundesgesetz an und signalisiert ein geringeres Missbrauchspotenzial als bisher angenommen. Sie führt jedoch nicht zu einer bundesweiten Legalisierung von Marihuana und ändert nichts an der Handhabung von Marihuana-bezogenen Verhaftungen durch Strafverfolgungsbehörden. Der Prozess muss noch das formelle Regelgebungsverfahren der Drug Enforcement Administration (DEA) durchlaufen.

Wirtschaftliche Entlastung für Cannabis-Unternehmen

Eine der unmittelbarsten und bedeutendsten Auswirkungen der Reklassifizierung ist die potenzielle Entlastung von IRS Code 280E. Dieser Code verhindert, dass Unternehmen, die mit Schedule I- oder II-Substanzen handeln, Standardbetriebsausgaben abziehen können. Branchenvertreter wie Ryan Hunter, Chief Revenue Officer bei Spherex, weisen darauf hin, dass einige Cannabis-Unternehmen derzeit effektive Steuersätze von bis zu 80 % tragen.

Die Eliminierung von 280E könnte angeschlagene Betreiber stabilisieren und Investitionen in die Cannabis-Industrie attraktiver machen. Obwohl die Reklassifizierung die bundesstaatliche Illegalität von Cannabis nicht aufhebt, würde sie die Steuerlast erheblich reduzieren. Der Zugang zu Bankdienstleistungen bleibt jedoch ohne weitere Bundesreformen eine Herausforderung.

Erweiterter Zugang zu medizinischem Cannabis und CBD

Die Anordnung sieht auch ein Pilotprogramm vor, das Medicare-Patienten die Erstattung von Produkten mit Cannabidiol (CBD) ermöglicht. Dieses Programm soll am 1. April 2026 beginnen und berechtigten Senioren eine jährliche Erstattung von bis zu 500 US-Dollar für qualifizierende Produkte bieten. Dies wäre das erste Mal, dass aus Cannabis gewonnene Produkte in bundesstaatlich versicherte Krankenversicherungspläne aufgenommen werden.

Das Department of Health and Human Services (HHS) wird angewiesen, Forschungsmethoden und -modelle zur Untersuchung der langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen von medizinischem Marihuana und aus Hanf gewonnenen Cannabinoid-Produkten zu entwickeln. Das Weiße Haus wird zudem mit dem Kongress zusammenarbeiten, um den Zugang zu geeigneten Vollspektrum-CBD-Produkten zu erweitern und gleichzeitig Produkte mit ernsthaften Gesundheitsrisiken einzuschränken, da es derzeit an einer FDA-Zulassung mangelt. Berichten zufolge haben im vergangenen Jahr jeder fünfte US-Erwachsene und fast 15 % der Senioren CBD verwendet.

Die treibenden Kräfte hinter dem Politikwechsels

Mehrere Schlüsselfiguren spielten eine entscheidende Rolle bei der Herbeiführung dieser Politikänderung:

  • Howard Kessler: Ein Milliardär aus Palm Beach und langjähriger Freund des Präsidenten. Als Leukämie-Überlebender setzte sich Kessler seit 2019 für die medizinischen Vorteile von Cannabis für Senioren ein und gründete The Commonwealth Project. Seine Einflussnahme wurde von Mitgliedern der Trump-Administration, darunter Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. und Dr. Mehmet Oz, Leiter der Centers for Medicare & Medicaid Services, anerkannt.
  • Kim Rivers: Die CEO des Cannabis-Riesen Trulieve pflegte eine enge Beziehung zur Trump-Administration, insbesondere über eine persönliche Verbindung zu Trumps Stabschefin Susie Wiles. Trulieve unterstützte Trump auch finanziell mit Spenden von 750.000 US-Dollar an sein Inaugurationskomitee und 250.000 US-Dollar an sein MAGA Inc. Super PAC.
  • Tony Fabrizio: Trumps langjähriger Meinungsforscher. Seine Firma wurde von American Rights and Reform, einem von Cannabis-Unternehmen unterstützten Super PAC, bezahlt, um eine Umfrage durchzuführen. Diese Umfrage zeigte eine breite Wählerunterstützung für die Reklassifizierung, wobei etwa 80 % der jungen Wähler (18 bis 34 Jahre) die Reform befürworteten. Präsident Trump verwies während der Unterzeichnungszeremonie mehrfach auf Fabrizios Daten.

Kontroverse und unterschiedliche Meinungen

Die Entscheidung Trumps stößt auf geteilte Meinungen. Präsident Trump selbst bezeichnete die Reklassifizierung als "gesunden Menschenverstand" und betonte, dass sie "einen enorm positiven Einfluss" haben werde.

Befürworter wie Paul Armentano, stellvertretender Direktor der National Organization for the Reform of Marijuana Laws (NORML), sehen in der Anordnung eine Validierung der Erfahrungen von Millionen Amerikanern und Tausenden von Ärzten, die den medizinischen Nutzen von Cannabis längst erkannt haben. Er merkt jedoch an, dass der Schritt "weit hinter den notwendigen Änderungen zurückbleibt", um die bundesstaatliche Marihuana-Politik mit den Gesetzen der meisten Bundesstaaten in Einklang zu bringen. Robin Schneider, Geschäftsführerin der Michigan Cannabis Industry Association, sprach von einem "bedeutenden Gewinn für unsere Industrie".

Kritiker äußerten jedoch Bedenken. Kevin Sabet, PhD, Präsident von Smart Approaches to Marijuana, warnte, dass diese Regelung, falls sie finalisiert werde, "eine Katastrophe für die öffentliche Gesundheit einläuten" würde. Konservative Politiker und Abgeordnete des Repräsentantenhauses kritisierten Trumps Pläne im Vorfeld der Ankündigung und hinterfragten, ob er die öffentliche Gesundheit gefährde, um von der Popularität der Drogen zu profitieren. Sie verwiesen auf eine Gallup-Umfrage, die eine sinkende Unterstützung der Republikaner für die Legalisierung zeigte.

Nach der Ankündigung der Executive Order verzeichneten die Märkte einen Rückgang, was auf die Unsicherheit zwischen medizinisch verschreibenden und Freizeit-Cannabis-Betreibern zurückgeführt wird. Trotz der Fortschritte im 21. Jahrhundert, in dem 38 Staaten den medizinischen und 24 Staaten den Freizeitgebrauch erlauben, bleibt die bundesstaatliche Haltung ein komplexes Thema.

Erwähnte Persönlichkeiten