US-Aktienmärkte gemischt: Dow fällt, Tech-Sektor im Fokus
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Am vergangenen Freitag zeigten sich die US-Aktienmärkte uneinheitlich. Während der Dow Jones Index über 100 Punkte verlor, konnte der S&P 500 leichte Gewinne verbuchen. Diese Entwicklung spiegelt die anhaltende Volatilität und die unterschiedlichen Dynamiken wider, die die Finanzmärkte prägen.
US-Märkte im Überblick: Gemischtes Bild am Freitag
Nach der Markteröffnung am Freitag verzeichnete der Dow Jones einen Rückgang von 0,21 % und schloss bei 47.960,85 Punkten. Auch der NASDAQ gab nach und sank um 0,93 % auf 23.458,32 Punkte. Im Gegensatz dazu konnte der S&P 500 einen Zuwachs von 0,36 % auf 6.870,03 Punkte verbuchen.
Betrachtet man die Sektoren, so zeigten sich Informationstechnologie-Aktien am Freitag mit einem Plus von 1,5 % als führend. Immobilienaktien hingegen verzeichneten einen Rückgang von 0,7 %, was auf eine gewisse Zurückhaltung in diesem Bereich hindeutet.
Einzelwerte im Fokus: Gewinner und Verlierer
Einige Unternehmen stachen am Freitag mit bemerkenswerten Kursbewegungen hervor:
- **Baidu Inc. (NASDAQ:BIDU)**-Aktien stiegen, nachdem das Unternehmen die geplante Ausgliederung und separate Notierung der H-Aktien von Kunlunxin (Beijing) Technology Co., Ltd. an der Hongkonger Börse bekannt gab.
- ChowChow Cloud International Holdings Limited (NYSE:CHOW)-Aktien schossen um 51 % auf 0,9364 US-Dollar in die Höhe, nachdem das Unternehmen einen Anstieg des Umsatzes und des Nettogewinns im ersten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr meldete.
- Ironwood Pharmaceuticals, Inc. (NASDAQ:IRWD)-Aktien erhielten einen Schub und stiegen um 55 % auf 5,24 US-Dollar, nachdem das Unternehmen seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 veröffentlichte.
- AgEagle Aerial Systems, Inc. (NYSE:UAVS)-Aktien legten ebenfalls zu und gewannen 31 % auf 1,0743 US-Dollar, nachdem das Unternehmen sechs taktische Kartierungsdrohnen des Typs eBee TAC an die US Army verkauft hatte.
Auf der Verliererseite gab es ebenfalls deutliche Bewegungen:
- Outlook Therapeutics, Inc. (NASDAQ:OTLK)-Aktien fielen um 56 % auf 0,6801 US-Dollar. Dies geschah, nachdem die FDA einen "Complete Response Letter" für den Biologika-Lizenzantrag ONS-5010/LYTENAVA herausgab, der darauf hinweist, dass der Antrag in seiner jetzigen Form für die Behandlung der feuchten altersbedingten Makuladegeneration nicht genehmigt werden kann.
- Oriental Rise Holdings Limited (NASDAQ:ORIS)-Aktien sanken um 18 % auf 1,22 US-Dollar.
- Semilux International Ltd. (NASDAQ:SELX) verlor 19 % und fiel auf 0,66 US-Dollar, nachdem das Unternehmen eine Nasdaq-Delisting-Benachrichtigung erhielt.
Rohstoffmärkte und globale Indizes
Auch an den Rohstoffmärkten gab es am Freitag Bewegung. Öl handelte mit einem Minus von 0,8 % bei 56,95 US-Dollar. Gold hingegen legte um 0,9 % zu und erreichte 4.380,20 US-Dollar. Silber stieg um 3,9 % auf 73,350 US-Dollar, während Kupfer um 0,5 % auf 5,7105 US-Dollar zulegte.
Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich am Freitag überwiegend positiv. Der STOXX 600 der Eurozone gewann 0,6 %, während der spanische IBEX 35 Index um 0,8 % stieg. Londons FTSE 100 legte um 0,4 % zu, der deutsche DAX stieg um 0,4 % und Frankreichs CAC 40 kletterte während der Sitzung um 0,5 %.
Auch die asiatischen Märkte schlossen am Freitag höher. Der Hang Seng Index in Hongkong stieg um 2,76 % und Indiens BSE Sensex gewann 0,67 %.
Wirtschaftlicher Kontext und Ausblick 2026
Die aktuellen Marktbewegungen stehen im Kontext jüngster wirtschaftlicher Entwicklungen und zukünftiger Erwartungen. Am Freitag wird der S&P Global Manufacturing PMI veröffentlicht, der weitere Einblicke in die Wirtschaftslage geben könnte.
Zinspolitik der Fed und Inflationsaussichten
Rückblickend auf das Jahresende 2025 hatte die Federal Reserve eine entscheidende Rolle gespielt. Am 10. Dezember 2025 senkte der Federal Open Market Committee (FOMC) die Zinsen zum dritten Mal in Folge um 25 Basispunkte, wodurch der Leitzins auf eine Spanne von 3,50 %–3,75 % sank. Die Protokolle der jüngsten Fed-Sitzung deuten darauf hin, dass weitere Zinssenkungen möglich wären, falls die Inflation weiter sinkt, obwohl die Meinungen der Beamten über die aktuellen Wirtschaftsdaten geteilt sind.
Für das kommende Jahr 2026 erwarten die meisten Ökonomen, dass die Kerninflation, gemessen am Personal Consumption Expenditures (PCE) Index ohne Nahrung und Energie, leicht über dem 2 %-Ziel der Federal Reserve bleiben wird. Vor 2021 lag dieser Wert typischerweise unter 2 % jährlich, stieg aber 2022 auf 5,6 %. Faktoren wie die Zölle von Präsident Donald Trump und seine Einwanderungspolitik könnten die Verbraucherpreise und Löhne weiter beeinflussen.
Arbeitsmarkt und KI-Einfluss
Der Arbeitsmarkt zeigte sich im Jahr 2025 verhalten, wobei Zölle die Einstellungsmöglichkeiten vieler Unternehmen einschränkten. Ein weiterer signifikanter Faktor ist die zunehmende Präsenz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Arbeitswelt, die insbesondere Einstiegsjobs für Hochschulabsolventen ersetzt. Dies führte dazu, dass mehr Studenten ein Graduiertenstudium aufnehmen, anstatt direkt in den Arbeitsmarkt einzutreten.
Dennoch gibt es Bereiche mit guten Aussichten für Absolventen mit Masterabschluss. Laut einem Bericht des Bureau of Labor Statistics wird in den nächsten Jahren eine hohe Nachfrage nach Sucht-, Verhaltens- und psychischen Gesundheitsberatern erwartet. Auch Anwälte und Berufsberater sollen gute Jobaussichten haben.
Immobilienmarkt: Herausforderungen bei der Erschwinglichkeit
Ein Zillow-Bericht aus dem Jahr 2025 zeigte, dass die Hypothekenzinsen landesweit um mehr als 0,4 % fallen müssten, um ein typisches Haus für eine Familie mit Medianeinkommen erschwinglich zu machen. Derzeit liegt der durchschnittliche Hypothekenzins für einen 30-jährigen Festzinskredit bei etwa 6,18 %. Die Studie definierte Erschwinglichkeit als eine monatliche Hypothekenzahlung von weniger als 30 % des mittleren Haushaltseinkommens bei einer Anzahlung von 20 %. Märkte wie New York, Los Angeles und Miami bleiben weiterhin besonders unerschwinglich.
Unternehmensentwicklungen Ende 2025 und Ausblick
Das Jahresende 2025 war von verschiedenen Unternehmensentwicklungen geprägt, die auch den aktuellen Handel beeinflussen.
Dow Jones: Jahresend-Rückzug 2025
Der Dow Jones Industrial Average zog sich am Montag, dem 29. Dezember 2025, von seinen historischen Höchstständen zurück. Nach einer beeindruckenden Rallye von rund 15 % im Jahresverlauf kam es zu Gewinnmitnahmen, was eine Abkühlung der "Santa Claus Rally" signalisierte. Obwohl der Index weiterhin in Reichweite seines Allzeithochs von etwa 48.711 Punkten blieb, verdeutlichte der Rückgang die Fragilität dünner Handelsvolumina über die Feiertage.
Tech-Giganten und Sektorrotation
Tech-Schwergewichte wie Nvidia (Nasdaq: NVDA) und Tesla (Nasdaq: TSLA), die 2025 stark vom anhaltenden KI-Boom profitierten, sahen Ende 2025 erheblichen Verkaufsdruck. Investoren schienen sich aus wachstumsstarken Technologieaktien zurückzuziehen und in defensivere oder wertorientierte Sektoren zu rotieren, um sich auf ein potenziell volatileres Jahr 2026 vorzubereiten.
Tesla meldete für das vierte Quartal 2025 Lieferungen von 418.227 Fahrzeugen, was unter dem Konsens von 422.850 lag. Die Gesamtlieferungen für 2025 beliefen sich auf 1.636.129 Fahrzeuge, 9 % weniger als 2024 und der zweite jährliche Rückgang in Folge. Trotzdem blicken Investoren über die rückläufigen EV-Verkäufe hinaus und konzentrieren sich auf die Einführung von Teslas Robotaxi-Dienst und seine breitere Mission, physische KI voranzutreiben. Wedbush-Analyst Dan Ives prognostizierte, dass 2026 ein "Game Changer" für das Unternehmen sein wird, mit einer erwarteten Volumenproduktion von Cybercabs bis Mai und einem beschleunigten Robotaxi-Rollout. Am Freitag stiegen die Tesla-Aktien um 1,4 % und lagen im vergangenen Jahr um etwa 19 % im Plus.
Boeing sichert Großauftrag
Boeing (BA) wurde Ende 2025 ein lukrativer Verteidigungsauftrag über 8,58 Milliarden US-Dollar vom Pentagon zugesprochen, um Kampfflugzeuge für die israelische Luftwaffe zu bauen. Dieser Auftrag unterstreicht die Bedeutung des Verteidigungssektors.