
US-Krankenversicherung: Millionen droht Verlust des ACA-Schutzes nach Subventionsende
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Das Auslaufen der erweiterten Subventionen für den Affordable Care Act (ACA) am Ende des Jahres 2025 hat bereits erste Auswirkungen auf den US-Krankenversicherungsmarkt gezeigt. Aktuelle Daten der Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS) deuten auf einen Rückgang der Anmeldungen hin, was Experten zufolge Millionen von Amerikanern ohne Versicherungsschutz zurücklassen könnte. Die steigenden Prämien stellen eine erhebliche finanzielle Belastung dar und könnten die Gesundheitsversorgung für viele unerschwinglich machen.
Rückgang der ACA-Anmeldungen nach Subventionsende
Bislang haben sich laut CMS-Daten vom Montag etwa 22,8 Millionen Amerikaner für das Jahr 2026 über den ACA-Marktplatz für eine Krankenversicherung angemeldet. Dies entspricht einem Rückgang von rund 1,5 Millionen Personen im Vergleich zu den 24,3 Millionen, die sich für das Jahr 2025 versichert hatten. Dieser Rückgang ist ein frühes Anzeichen für die Folgen des jüngsten Auslaufens der erweiterten Prämiensubventionen, die die US-Bundesregierung seit 2021 angeboten hatte.
Ohne diese erweiterten Subventionen, die Ende 2025 ausliefen, wird der durchschnittliche Empfänger laut der Gesundheitsforschungsgruppe KFF in diesem Jahr eine mehr als doppelt so hohe Prämie zahlen müssen. Gesundheitsexperten erwarten, dass Millionen von Menschen ihren Versicherungsschutz aufgrund der stark steigenden Gesundheitsprämien aufgeben werden.
Historische Entwicklung und die Rolle der Subventionen
Die erweiterten ACA-Subventionen, die den Versicherungsschutz für Verbraucher erschwinglicher machten, trugen maßgeblich dazu bei, die Zahl der unversicherten Amerikaner seit ihrer Einführung erheblich zu reduzieren. Die Gesamtzahl der ACA-Anmeldungen lag von 2015 bis 2021 bei etwa 11 bis 12 Millionen. Mit Inkrafttreten der erweiterten Subventionen verdoppelte sich diese Zahl bis 2025 auf über 24 Millionen.
Jonathan Burks, Executive Vice President für Wirtschafts- und Gesundheitspolitik am Bipartisan Policy Center, kommentierte die Entwicklung: "Die gesundheitspolitische Debatte der letzten Jahre drehte sich hauptsächlich um Kosten, da die Herausforderung der Abdeckung weitgehend gelöst war." Er fügte hinzu: "Das Auslaufen der erweiterten Subventionen hat diese Debatte über den Versicherungsschutz wiedereröffnet."
Millionen könnten Versicherungsschutz verlieren
Die aktuellen CMS-Daten geben noch kein vollständiges Bild der Anmeldungen für 2026 wieder. Die offene Anmeldefrist läuft noch bis zum 15. Januar, und die jüngsten Daten waren für Staaten, die die Bundesplattform Healthcare.gov nutzen, vom 3. Januar und für staatliche ACA-Börsen vom 27. Dezember. Die Zahlen umfassen zudem Personen, die 2025 versichert waren und automatisch für 2026 in denselben Plan wieder aufgenommen wurden.
Experten gehen davon aus, dass viele dieser automatisch wieder angemeldeten Personen ihren Versicherungsschutz möglicherweise aufgeben werden, sobald sie in den kommenden Wochen ihre ersten Prämien zahlen und diese als zu teuer empfinden. Jared Ortaliza, ein Politikexperte bei KFF, erklärte per E-Mail: "Es ist noch zu früh, um zu sagen, wie groß dieser Rückgang letztendlich sein wird." Er merkte an, dass, falls sich der Trend bis zum Ende der offenen Anmeldefrist fortsetzt, dies der erste Rückgang der jährlichen Anmeldungen seit 2020 wäre.
Jessica Banthin, Senior Fellow in der Gesundheitspolitikabteilung des Urban Institute, wies darauf hin, dass die wahren Auswirkungen des Auslaufens der erweiterten Prämiensubventionen möglicherweise erst Mitte des Jahres sichtbar werden, wenn CMS einen Bericht über die "effektiven Anmeldungen" veröffentlicht. Krankenversicherungsabschlüsse werden erst aktiviert, wenn die Versicherten eine Prämie gezahlt haben. Ökonomen des Urban Institute schätzen, dass insgesamt 4,8 Millionen Menschen ihren Krankenversicherungsschutz aufgrund der auslaufenden Subventionen aufgeben und 2026 unversichert sein werden.
Weitere 2,5 Millionen Menschen werden laut Banthin ihren ACA-Schutz aufgeben, aber eine alternative Versicherung finden, etwa über den Arbeitgeber oder Medicaid, je nach ihren Umständen. Andere werden voraussichtlich im ACA-Markt bleiben, aber sich für Pläne mit hoher Selbstbeteiligung entscheiden, die zwar günstigere Prämien, aber höhere Vorabkosten für die Versorgung mit sich bringen. Burks betonte die finanzielle Gefahr: "Das Risiko, eine unüberschaubare Gesundheitsrechnung zu haben, ist angesichts der allgemeinen Preissteigerungen im Gesundheitssektor real." Banthin ergänzte: "Ein gutes Gesundheitssystem bedeutet, dass unsere Arbeitskräfte gesund und produktiv sind. Wenn große Teile unserer erwerbstätigen Bevölkerung keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung erhalten können, ist das letztendlich schädlich für die Wirtschaft."
Politische Dimension der Gesundheitsversorgung
Die ausgelaufenen Subventionen entwickeln sich auch zu einem wichtigen politischen Thema, da die Kongresswahlen am Jahresende näher rücken und die Erschwinglichkeit für Haushalte oberste Priorität hat. Die gesamte ACA-Anmeldung hat sich seit 2020 mehr als verdoppelt, von etwa 11 Millionen auf einen Rekordwert von 24 Millionen im Jahr 2025, so eine KFF-Analyse von Bundesdaten.
Ein Großteil dieses Anmeldungsanstiegs erfolgte in Staaten, die der ehemalige Präsident Donald Trump bei der Wahl 2024 gewonnen hat. Etwa 88 % des gesamten Wachstums auf dem ACA-Marktplatz seit 2020 – 11,4 Millionen von 12,9 Millionen neuen Anmeldungen – stammen aus solchen Staaten, so KFF. Dies könnte die Debatte um die Gesundheitsversorgung zu einem entscheidenden Faktor im bevorstehenden Wahlkampf machen.