
US-Regulierer prüfen verdächtige Öl-Trades vor Trumps Iran-Ankündigungen
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US-Derivate-Regulierungsbehörden untersuchen ungewöhnliche Öl-Futures-Trades, die kurz vor überraschenden Ankündigungen von Präsident Donald Trump bezüglich des Iran stattfanden. Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) konzentriert sich auf Handelsaktivitäten, die den Verdacht auf Insiderhandel mit nicht-öffentlichen Regierungsinformationen aufkommen lassen.
Verdächtige Handelsmuster im Fokus der Aufsichtsbehörden
Die US-Derivate-Regulierungsbehörden prüfen eine Reihe ungewöhnlicher Öl-Futures-Trades, die Minuten vor einer überraschenden Ankündigung von Präsident Donald Trump stattfanden. Diese Ankündigung signalisierte eine Pause in den Angriffen auf den Iran. Die Untersuchung konzentriert sich auf mindestens zwei Vorfälle innerhalb eines Zeitraums von etwa zwei Wochen, bei denen das Handelsvolumen kurz vor wichtigen Ankündigungen stark anstieg.
Ein prominentes Beispiel ereignete sich am 23. März 2026. Etwa 15 Minuten bevor Präsident Trump auf Truth Social bekannt gab, dass die USA und der Iran Gespräche geführt und geplante Angriffe auf iranische Kraftwerke und Energieinfrastruktur gestoppt hätten, gab es einen plötzlichen und isolierten Anstieg des Volumens bei S&P 500 E-Mini Futures und West Texas Intermediate (WTI) Mai Rohöl-Futures. Trumps Ankündigung löste eine sofortige Marktreaktion aus: S&P 500 Futures stiegen vor der Eröffnung um mehr als 2,5 %, während WTI Rohöl-Futures um fast 6 % fielen.
Ein ähnliches Muster zeigte sich am 7. April 2026. Stunden bevor Präsident Trump einen zweiwöchigen Waffenstillstand mit dem Iran ankündigte – eine Nachricht, die die Ölpreise um etwa 15 Prozent fallen ließ – platzierten Händler eine Wette von rund 950 Millionen US-Dollar auf fallende Ölpreise. Diese plötzlichen, gleichzeitigen Volumenanstiege in Aktienindex- und Rohöl-Futures ohne klare Nachrichten oder Auslöser zu diesem Zeitpunkt haben bei Händlern und Aufsichtsbehörden gleichermaßen Stirnrunzeln hervorgerufen.
Die Rolle der CFTC und der Börsen
Die Untersuchung wird von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) geleitet. Sie prüft Handelsaktivitäten auf den Handelsplätzen der CME Group und Intercontinental Exchange (ICE). Beide Börsen wurden aufgefordert, relevante Aufzeichnungen, einschließlich sogenannter Tag 50-Identifikatoren, zu übermitteln, die zur Bestimmung der Handelnden verwendet werden können.
Die CFTC lehnte eine Stellungnahme ab. Ein Sprecher der CME betonte jedoch die Bedeutung der Marktintegrität: "Nichts ist wichtiger als die Marktintegrität." Er fügte hinzu, dass die Börse ihre Märkte energisch überwache und eng mit der CFTC zusammenarbeite, um die Handelsaktivitäten zu überwachen. Die CME schlug zudem vor, dass jede Überprüfung des Marktverhaltens alle Handelsplätze umfassen müsse, einschließlich neuer Plattformen wie Prognosemärkte (z.B. Polymarket und Kalshi), die ähnliche Produkte mit geringer Transparenz listen. ICE reagierte nicht sofort auf eine Anfrage von CNBC.
Politische Forderungen nach Aufklärung
Die US-Senatoren Elizabeth Warren (D-Mass.) und Sheldon Whitehouse (D-R.I.) forderten die CFTC auf, Untersuchungen zu solchen ungewöhnlichen Trades einzuleiten. Sie äußerten Bedenken, ob es eine wiederkehrende Veruntreuung von wesentlichen, nicht-öffentlichen Regierungsinformationen gegeben habe. In einem Brief an Michael S. Selig, den Vorsitzenden der CFTC, wiesen die Senatoren darauf hin, dass dies ein wiederkehrendes Problem während der Trump-Administration sei.
Sie zitierten mehrere Fälle, in denen gut getimte Trades wichtige Entscheidungen der Administration in Öl-Futures, Aktienoptionen und Prognosemärkten vorwegnahmen, bevor diese öffentlich bekannt gegeben wurden. Die Senatoren schlussfolgerten, dass dieses Muster ernste Fragen aufwerfe, ob es eine wiederkehrende Veruntreuung von wesentlichen, nicht-öffentlichen Regierungsinformationen gegeben habe und inwieweit Personen innerhalb oder außerhalb der Regierung auf solche Informationen reagiert hätten. Sie forderten schriftliche Antworten bis zum 30. April 2026.
Die Reaktion des Weißen Hauses
Das Weiße Haus hat jegliches Fehlverhalten in dieser Angelegenheit bestritten. Ein Sprecher erklärte, die Administration habe Mitarbeiter davor gewarnt, Insiderinformationen zu nutzen. Die Stellungnahme ging jedoch nicht darauf ein, ob spezifische Mitarbeiter untersucht oder diszipliniert worden waren.
Diese Dementi spiegeln frühere Reaktionen des Weißen Hauses auf ähnliche Fragen wider. Im März wies Pressesprecherin Karoline Leavitt Bedenken bezüglich potenziellen Insiderhandels als "haltlose Anschuldigungen von Demokraten" zurück, die sich weigerten zu akzeptieren, dass Präsident Trump "für das amerikanische Volk liefert".
Weitere Untersuchungen und offene Fragen
Die Forderung von Warren und Whitehouse ist nicht die einzige Anfrage in dieser Angelegenheit. Zuvor hatten die demokratischen Senatoren Mark Warner und Adam Schiff ähnliche Anfragen an die Securities and Exchange Commission (SEC) und den Generalinspekteur des Verteidigungsministeriums gerichtet. Diese Anfragen betrafen Aktienhandel, der vor Ankündigungen des Weißen Hauses zu Iran und Verteidigungsaufträgen stattfand.
Die CFTC hat bisher nicht bestätigt, ob eine formelle Untersuchung im Gange ist. Der neue Durchsetzungsdirektor der CFTC erklärte jedoch im Vormonat, dass die Bekämpfung von Insiderhandel eine Priorität sein werde. Die Untersuchung der verdächtigen Öl-Futures-Trades bleibt somit ein zentrales Thema für die Aufsichtsbehörden und die politische Landschaft.