
US-Schulden explodieren: Trumps Militärplan und Powells Warnung
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Die Vereinigten Staaten stehen vor einer potenziell massiven Ausweitung ihrer nationalen Schulden. Ein vorgeschlagener Anstieg der Militärausgaben unter dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump könnte die Staatsverschuldung, die kürzlich die Marke von 39 Billionen Dollar überschritten hat, um fast 7 Billionen Dollar erhöhen. Diese Entwicklung ruft namhafte Persönlichkeiten wie Federal Reserve Chair Jerome Powell und Tech-Milliardär Elon Musk auf den Plan, die eindringlich vor den langfristigen Folgen warnen.
Trumps Militärbudget: Eine historische Erhöhung mit Folgen
Das Weiße Haus wird voraussichtlich am 3. April 2026 seinen Haushaltsentwurf für das Fiskaljahr (FY) 2027 vorlegen. Dieser Entwurf soll eine "historische" Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf 1,5 Billionen Dollar vorsehen. Donald Trump hatte diesen Vorschlag bereits im Januar auf Truth Social geäußert.
Laut Schätzungen des Committee for a Responsible Federal Budget (CRFB), einer überparteilichen Finanzaufsichtsbehörde, würde die geplante Erhöhung die diskretionären Verteidigungsausgaben von FY2027 bis 2036 um 5,8 Billionen Dollar steigern. Unter Berücksichtigung der Zinskosten würde dies die nationalen Schulden um insgesamt 6,9 Billionen Dollar erhöhen. Das CRFB bezeichnete diesen Vorschlag als "bei weitem die größte jährliche Steigerung der Verteidigungsausgaben in der Nachkriegszeit".
Die alarmierende Entwicklung der Staatsverschuldung
Die nationalen Schulden der USA haben erst vor wenigen Wochen die Marke von 39 Billionen Dollar überschritten. Ein besonders besorgniserregender Trend ist, dass die Zinszahlungen für die nationalen Schulden inzwischen die Ausgaben des Verteidigungsministeriums übersteigen und weiter steigen.
Für das Fiskaljahr 2026 werden die Nettozinszahlungen voraussichtlich 1 Billion Dollar überschreiten, was fast dem Dreifachen der 345 Milliarden Dollar entspricht, die die Regierung im Jahr 2020 zahlte. Allein in den ersten drei Monaten des aktuellen Fiskaljahres erreichten die Zinszahlungen 270 Milliarden Dollar und übertrafen damit bereits die Verteidigungsausgaben im gleichen Zeitraum. Das Congressional Budget Office (CBO) prognostiziert, dass die Schulden der Öffentlichkeit von heute 101 % des BIP bis 2036 auf 120 % des BIP ansteigen werden, womit der Nachkriegsrekord übertroffen würde.
Warnrufe von Powell und Musk
Die alarmierende Entwicklung der Staatsverschuldung ruft prominente Kritiker auf den Plan. Jerome Powell, der Vorsitzende der Federal Reserve, äußerte sich am Montag vor Harvard-Wirtschaftsstudenten besorgt. Er betonte: „Das Niveau der Schulden ist nicht unhaltbar, aber der Pfad ist nicht nachhaltig. Es wird nicht gut enden, wenn wir nicht bald etwas unternehmen.“
Powell hob hervor, dass die Schulden des Bundes wesentlich schneller wachsen als die Wirtschaft, was das Verhältnis von Schulden zu BIP in die Höhe treibt. Er schlug vor, dass die USA kein Schuldenabbau benötigen, sondern ein primäres Gleichgewicht und ein schnelleres Wirtschaftswachstum als das Schuldenwachstum. Powell räumte jedoch ein, dass seine Warnungen in Washington seit etwa einem Jahrzehnt weitgehend ignoriert wurden.
Auch Elon Musk, der reichste Mann der Welt und kurzzeitig Berater des Weißen Hauses, äußerte sich im vergangenen September deutlich: „Wenn man sich unsere nationalen Schulden ansieht, die wahnsinnig hoch sind, übersteigen die Zinszahlungen das Budget des Verteidigungsministeriums – und sie steigen weiter.“ Seine Schlussfolgerung ist drastisch: „Wenn KI und Roboter unsere nationalen Schulden nicht lösen, sind wir erledigt.“
Forderungen nach Gegenmaßnahmen
Das CRFB fordert, dass Trumps Vorschlag für erhöhte Verteidigungsausgaben „vollständig durch andere Vorschläge in seinem Haushalt ausgeglichen werden sollte“. Die Gruppe appelliert an die Gesetzgeber, andere Ausgaben zu kürzen, Einnahmen zu erhöhen oder eine Kombination aus beidem umzusetzen, um den Forderungen des Präsidenten nachzukommen.
Die fiskalische Arithmetik ist unerbittlich: Eine zusätzliche Schuldenlast von fast 7 Billionen Dollar auf einer Basis von 39 Billionen Dollar, gepaart mit höheren Zinssätzen als noch vor einigen Jahren, verringert den Spielraum für Fehler erheblich. Dies macht den von Powell beschriebenen Pfad zu einer fiskalischen Nachhaltigkeit wesentlich steiler und schwieriger zu erreichen.