Wall Street im Fokus: Fed-Zinsentscheid und Tech-Giganten-Quartalszahlen

Wall Street im Fokus: Fed-Zinsentscheid und Tech-Giganten-Quartalszahlen

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Die Finanzmärkte bereiten sich auf eine ereignisreiche Woche vor, in der zwei zentrale Themen die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich ziehen werden: der Zinsentscheid der Federal Reserve und die Hochphase der Berichtssaison. Während ein großer Wintersturm Teile des Landes fest im Griff hat, heizen sich die Temperaturen an der Wall Street auf.

Die Federal Reserve im Fokus: Zinsentscheid und Powells Ausblick

Die zweitägige Januar-Sitzung der Federal Reserve endet am Mittwoch. Die Märkte erwarten, dass die Zentralbanker die Zinssätze unverändert lassen werden. Laut dem CME FedWatch Tool liegt die Wahrscheinlichkeit, dass das Federal Open Market Committee (FOMC) die Zinsen im aktuellen Zielbereich von 3,50 bis 3,75 Prozentpunkten belässt, bei nahezu 100 Prozent.

Die Bekanntgabe der geldpolitischen Erklärung ist für Mittwoch um 14:00 Uhr ET angesetzt, gefolgt von der Pressekonferenz mit Fed-Chef Jerome Powell um 14:30 Uhr ET. Ende letzten Jahres hatte die Fed die Zinsen dreimal um insgesamt 0,75 Prozentpunkte gesenkt, nachdem sie in den letzten Monaten des Jahres 2024 bereits dreimal um insgesamt 1 Prozentpunkt gesenkt hatte. Präsident Donald Trump hat wiederholt seinen Wunsch nach noch niedrigeren Zinsen geäußert und seine Absicht bekundet, Powell nach dessen Amtszeit im Mai zu ersetzen.

Experten gehen davon aus, dass die Zentralbank ihre Karten bedeckt halten wird, um weitere Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten abzuwarten, bevor sie die nächsten Schritte signalisiert. Fed-Chef Powell dürfte in seiner Pressekonferenz die Datenabhängigkeit der Geldpolitik unterstreichen. Analysten erwarten, dass die Zinsrichtung weiterhin nach unten zeigen wird, mit einer Wahrscheinlichkeit von ein oder zwei Senkungen um 25 Basispunkte im Jahr 2026.

Quartalsberichtssaison nimmt Fahrt auf: Ein Fünftel des S&P 500 berichtet

Die Berichtssaison erreicht diese Woche ihren Höhepunkt, da etwa ein Fünftel der Unternehmen im S&P 500 ihre jüngsten Quartalsergebnisse vorlegen wird. Bislang haben rund 80 Prozent der frühen Berichterstatter im S&P 500 die Gewinnschätzungen übertroffen, ähnlich wie in der letzten Berichtssaison.

Besonderes Augenmerk liegt auf den hochkarätigen US-amerikanischen Mega-Cap-Technologieunternehmen wie Meta Platforms, Microsoft und Apple, die diese Woche berichten. Ihre Ergebnisse werden als Lackmustest dafür dienen, wie sich die massiven Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) in Umsatzwachstum und Gewinne umsetzen. Die sogenannten "Magnificent 7"-Aktien zeigten sich in diesem Jahr bisher weitgehend flach, während internationale Aktien und andere Large-Cap-Unternehmen eine bessere Performance aufwiesen und Small-Cap-Aktien deutlich zurückblieben.

Wichtige Unternehmensberichte im Detail

Dienstag Vormittag

  • **Boeing (BA):** Das Unternehmen hat zuletzt viele neue Aufträge bekannt gegeben. Die Aktie ist im bisherigen Jahresverlauf um 16 % gestiegen und erreichte am Donnerstag ein 52-Wochen-Hoch. Wall Street erwartet für Q4 einen Verlust von 39 Cents pro Aktie bei einem Umsatz von 22,47 Milliarden USD.
  • Weitere Berichte: UnitedHealth Group, United Parcel Service, General Motors, RTX Corporation, American Airlines Group.

Mittwoch Vormittag

  • **Corning (GLW):** Neben dem bekannten robusten Glas für das Apple iPhone liegt das Interesse an Corning in seinem Potenzial für Rechenzentren, wo Glasfaserlösungen Kupfer ersetzen können. Wall Street erwartet für Q4 einen Gewinn von 71 Cents pro Aktie bei einem Umsatz von 4,35 Milliarden USD.
  • Danaher (DHR): Kommentare zum Finanzierungsumfeld sind entscheidend für die Schätzungen im Bioprozessbereich für 2026. Das Management hatte bereits höhere Kernumsatz- und Gewinnwachstumserwartungen angekündigt. Wall Street erwartet für Q4 einen Gewinn von 2,15 USD pro Aktie bei einem Umsatz von 6,81 Milliarden USD.
  • **GE Vernova (GEV):** Das Quartal wird voraussichtlich kein großer Katalysator sein, da das Management bereits im Dezember eine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 und mehrere Jahre abgegeben hat. Neue Aufträge und der Auftragsbestand sind wichtige Kennzahlen. Wall Street erwartet für Q4 einen Gewinn von 3 USD pro Aktie bei einem Umsatz von 10,2 Milliarden USD.
  • **Starbucks (SBUX):** Der Bericht für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 wird ein wichtiges Ereignis für den Rest des Jahres sein. Analysten erwarten erstmals seit dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2024 wieder positive Filialumsätze in Nordamerika. Wall Street erwartet für Q1/2026 einen Gewinn von 58 Cents pro Aktie bei einem Umsatz von 9,64 Milliarden USD.
  • Weitere Berichte: ASML Holding, AT&T, Amphenol Corp.

Mittwoch Abend

  • Meta Platforms (META): Die Ausgaben sind ein großes Anliegen. Kommentare des Managements zu zukünftigen Ausgaben dürften die Aktie bewegen. Hinweise auf Verbesserungen der Large Language Model (LLM)-Bemühungen, wie das Modell "Avocado", sind ebenfalls von Interesse. Wall Street erwartet einen Gewinn von 8,21 USD pro Aktie bei einem Umsatz von 58,3 Milliarden USD.
  • Microsoft (MSFT): Die Wachstumsrate von Azure ist die Schlüsselmetrik. Kommentare zur KI-Nachfrage, Kapazität und Investitionsausgaben sind entscheidend. Wall Street erwartet für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Gewinn von 3,97 USD pro Aktie bei einem Umsatz von 80,27 Milliarden USD.
  • Weitere Berichte: Tesla, Lam Research Corp., ServiceNow.

Donnerstag Vormittag

  • Dover (DOV): Das Management hatte zuvor erklärt, dass keines seiner Geschäfte im Jahr 2026 ein schlechtes Jahr erwarten würde. Der Fokus liegt auf einem Anstieg des organischen Umsatzwachstums und einer Prognose für zweistelliges Gewinnwachstum für das Gesamtjahr. Wall Street erwartet für Q4 einen Gewinn von 2,49 USD pro Aktie bei einem Umsatz von 2,08 Milliarden USD.
  • **Honeywell (HON):** Das Unternehmen hat kürzlich wichtige Führungspositionen für Honeywell Aerospace bekannt gegeben, das später in diesem Jahr von Automation getrennt wird. Updates dazu und zu den ersten Schritten für einen Börsengang von Quantinuum sind interessant. Wall Street erwartet für Q4 einen Gewinn von 2,55 USD pro Aktie bei einem Umsatz von 9,99 Milliarden USD.
  • Weitere Berichte: Mastercard, Caterpillar, Nokia, Nasdaq.

Donnerstag Abend

  • Apple (AAPL): Die iPhone 17-Verkäufe im Weihnachtsquartal stehen im Vordergrund. Die Wall Street erwartet für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026, das im Dezember endete, ein Wachstum von etwa 13 % im Jahresvergleich für iPhones und 14 % für Dienstleistungen. Updates zu einer intelligenteren, Google Gemini-verbesserten Siri sind ebenfalls von Interesse. Wall Street erwartet einen Gewinn von 2,67 USD pro Aktie bei einem Umsatz von 138,43 Milliarden USD.
  • Weitere Berichte: Visa, Western Digital Corp., SAP SE.

Wichtige Wirtschaftsdaten der Woche

Neben den Unternehmensberichten stehen auch mehrere wichtige Wirtschaftsdaten auf dem Kalender, die Aufschluss über den Zustand der US-Wirtschaft geben werden:

  • Montag, 26. Januar: Auftragseingänge langlebiger Güter (8:30 Uhr ET)
  • Dienstag, 27. Januar: Verbrauchervertrauen (10:00 Uhr ET), Richmond Fed Index (10:00 Uhr ET)
  • Mittwoch, 28. Januar: Großhandelsinventare (8:30 Uhr ET), Fed-Zinsentscheid (14:00 Uhr ET), Powell-Pressekonferenz (14:30 Uhr ET)
  • Donnerstag, 29. Januar: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (8:30 Uhr ET), Fabrikaufträge (10:00 Uhr ET)
  • Freitag, 30. Januar: Erzeugerpreisindex (8:30 Uhr ET), Chicago PMI (9:45 Uhr ET)

Weitere Marktbewegungen und Hintergrundinformationen

Ein massiver Wintersturm, der sich von New Mexico bis Maine erstreckt, wird voraussichtlich bis zu 200 Millionen Amerikaner betreffen und Auswirkungen auf Reisen und Stromausfälle haben. Dies ist der größte Wintersturm, den das Land seit mindestens fünf Jahren erlebt hat. Infolgedessen sind die Erdgaspreise gestiegen und liegen derzeit bei rund 4,90 USD pro MMbtu, ein Anstieg von 58 % in der letzten Woche und ein 14-Monats-Hoch. Dies ist teilweise auf die Kälte zurückzuführen, die zu Engpässen in den Gasleitungen führt, sowie auf die Rolle der USA als wichtiger Exporteur von Flüssigerdgas (LNG) nach Europa.

Auf geopolitischer Ebene sorgten Drohungen von Präsident Trump bezüglich zusätzlicher Zölle gegen europäische Nationen im Zusammenhang mit Grönland für kurzfristige Marktvolatilität. Die Aktienmärkte weltweit verzeichneten Verluste von 1 % bis 3 %, als die Anlegerstimmung sich verschlechterte. Trump zog die Drohungen jedoch zurück, und die Märkte erholten sich größtenteils wieder in Richtung ihrer Allzeit-Höchststände. Makroökonomische Daten aus den USA deuteten zuletzt auf ein solides wirtschaftliches Umfeld hin, mit niedrigen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe, einem auf ein Fünfmonatshoch gestiegenen Verbrauchervertrauen und starken Konsumausgaben Ende 2025.

Erwähnte Persönlichkeiten