
PepsiCo übertrifft Erwartungen, senkt aber Jahresprognose 2026
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PepsiCo hat im ersten Quartal die Erwartungen der Analysten bei Umsatz und Gewinn übertroffen, maßgeblich unterstützt durch eine strategische Preisanpassung im nordamerikanischen Snack-Segment. Trotz dieser positiven Entwicklung senkt der Getränke- und Lebensmittelriese seine Jahresprognosen für 2026, da das makroökonomische Umfeld zunehmend volatil wird.
Starkes erstes Quartal dank Preisanpassungen
Im ersten Quartal erzielte PepsiCo ein bereinigtes Ergebnis pro Aktie von 1,61 US-Dollar, womit die Konsensschätzung der Analysten von 1,55 US-Dollar übertroffen wurde. Der Quartalsumsatz erreichte 19,44 Milliarden US-Dollar und lag damit über der Schätzung von 18,94 Milliarden US-Dollar. Der Nettoumsatz stieg um 8,5 Prozent, wozu Wechselkurseffekte 3,4 Prozentpunkte beitrugen.
Der organische Umsatz wuchs um 2,6 Prozent, gestützt durch effektive Nettopreisgestaltung und einen moderaten Beitrag aus dem Volumenwachstum. Akquisitionen und Veräußerungen trugen netto 2,5 Prozentpunkte zum gesamten Umsatzwachstum bei. Das nordamerikanische Lebensmittelgeschäft von PepsiCo verzeichnete zum ersten Mal seit über zwei Jahren wieder ein Volumenwachstum, nachdem Preissenkungen bei wichtigen Snackmarken die Verbraucher zurückgewonnen hatten.
Strategische Neuausrichtung im Snack-Segment
PepsiCo senkte im Februar die Preise für wichtige Snackmarken wie Lay’s, Tostitos, Doritos und Cheetos um bis zu 15 Prozent, um den Absatz wiederzubeleben. Diese Maßnahme führte zu einer Rückkehr der Konsumenten in die Snack-Regale, wie CNBC berichtete. Ramon Laguarta, Chairman und CEO von PepsiCo, betonte die Fortschritte in Nordamerika und die erfolgreiche Umsetzung einer umfassenden kommerziellen Agenda, die auch Erschwinglichkeitsinitiativen umfasst.
Die Frito-Lay-Sparte, PepsiCos Hauptgeschäft für Snacks, hatte in den letzten zwei Jahren die Umsatzziele jeweils um über 1 Milliarde US-Dollar verfehlt. Dies markiert eine Abkehr von der früheren Dominanz, die 53 aufeinanderfolgende Quartale mit Umsatzwachstum und fast 60 Prozent des US-amerikanischen Salzgebäckmarktes umfasste. Die aktuellen Preissenkungen, auch bei größeren Packungsgrößen, signalisieren einen strategischen Wandel weg von der reinen Preissetzungsmacht hin zu einem Fokus auf Erschwinglichkeit zur Erholung.
Gatorade: Fokus auf Alltags-Hydration
PepsiCo überarbeitet seine Marke Gatorade mit einer neuen Strategie, die sich auf die alltägliche Hydration jenseits des Sports konzentriert. Das Unternehmen möchte die Auswahl an Hydrationsprodukten vereinfachen, da Millionen Menschen trotz hoher Bekanntheit immer noch leichte bis mittelschwere Dehydration erleben. Zu den Änderungen gehören klarere Verpackungen, neue Produktinnovationen wie Gatorlyte Longer Lasting sowie Formulierungen mit weniger Zucker und ohne künstliche Farbstoffe. Gatorade wird seine sportliche Grundlage beibehalten, aber gleichzeitig in breitere Anwendungsbereiche für tägliches Wohlbefinden und Leistung expandieren.
Wettbewerbsumfeld und Kostenherausforderungen
PepsiCo agiert in einem sich wandelnden Wettbewerbsumfeld. Eigenmarken haben deutlich an Stärke gewonnen, wobei deren Umsätze im Jahr 2025 fast dreimal schneller stiegen als die nationaler Marken und einen Rekordwert von 282,8 Milliarden US-Dollar erreichten. Einzelhändler wie Walmart bevorzugen diese preisgünstigeren Optionen, was sich auf die Regalflächen für Marken wie Frito-Lay auswirkt. Auch Wettbewerber wie Conagra Brands und General Mills passen sich an.
Gleichzeitig belasten steigende Kosten die Profitabilität. Der Konflikt im Iran hat zu einer erhöhten wirtschaftlichen Volatilität geführt, die sich direkt auf die Kosten von PepsiCo auswirkt. Steigende Ölpreise, bedingt durch Störungen in der Straße von Hormus, bedeuten höhere Transport- und Verpackungskosten.
Ausblick: Volatilität und angepasste Prognosen
Finanzvorstand Steve Schmitt warnte, dass der makroökonomische Ausblick aufgrund anhaltender geopolitischer Konflikte volatiler wird. Er merkte jedoch an, dass die Rohstoff-Hedging-Programme des Unternehmens kurzfristigen Schutz bieten und die Visibilität bei den Inputkosten verbessern sollten.
PepsiCo senkte seine Prognose für das bereinigte EPS im Geschäftsjahr 2026 auf 8,46 bis 8,63 US-Dollar von zuvor 8,55 bis 8,71 US-Dollar. Auch die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 wurde von 97,682 bis 99,561 Milliarden US-Dollar auf 95,803 bis 97,682 Milliarden US-Dollar reduziert. Für 2026 erwartet das Unternehmen ein organisches Umsatzwachstum von 2 bis 4 Prozent.
Das Unternehmen prognostiziert zudem eine Free-Cashflow-Konversionsrate von mindestens 80 Prozent und eine Gesamtausschüttung von rund 8,9 Milliarden US-Dollar an die Aktionäre. Diese umfasst 7,9 Milliarden US-Dollar an Dividenden und 1,0 Milliarden US-Dollar an Aktienrückkäufen. PepsiCo beabsichtigt, seine geplanten Barausschüttungen beizubehalten, einschließlich einer bereits angekündigten Erhöhung der annualisierten Dividende pro Aktie um 4 Prozent, beginnend mit der Zahlung im Juni 2026. Dies wäre die 54. jährliche Dividendenerhöhung in Folge.
Die PepsiCo-Aktie (PEP) notierte im vorbörslichen Handel am Donnerstag bei 156,47 US-Dollar, ein Plus von 1,05 Prozent. Anfang April 2026 lag der Aktienkurs bei etwa 157,01 US-Dollar, mit einer Marktkapitalisierung von rund 213,66 Milliarden US-Dollar und einem KGV von etwa 25,93.