
US-Aktienmärkte legen zu: Meta, Salesforce und die Fed im Fokus
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Die US-Aktienmärkte verzeichneten in der vergangenen Woche Gewinne, angetrieben von neuen Inflationsdaten, die Spekulationen über eine bevorstehende Zinssenkung der Federal Reserve verstärkten. Während der S&P 500 und der Nasdaq ihre Aufwärtstrends fortsetzten, standen Unternehmen wie Meta und Salesforce mit wichtigen Unternehmensnachrichten im Fokus.
Marktübersicht und Inflationsdaten
Die wichtigsten US-Indizes schlossen die Woche mit einem Plus ab. Der S&P 500 stieg um 0,3 %, der Nasdaq legte fast 1 % zu, und der Dow Jones gewann rund 0,5 %. Beide Indizes verzeichneten damit die zweite Woche in Folge Gewinne. Am Freitagmorgen zeigte der Personal Consumption Expenditures (PCE) Preisindex für September einen geringer als erwarteten Anstieg der Kernrate im Jahresvergleich, welche Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt. Dieser Bericht, obwohl aufgrund eines Regierungsstillstands verzögert, wurde als willkommene Nachricht in einem datenhungrigen Markt vor der zweitägigen Sitzung der Federal Reserve am Dienstag und Mittwoch aufgenommen. Der S&P 500 erholte sich in den letzten Wochen um 5 % und lag zum Wochenschluss knapp unter seinem Rekordhoch von 6.890 vom 28. Oktober, nachdem New York Fed-Präsident John Williams die Möglichkeit einer Zinssenkung wiederbelebt hatte.
Meta Platforms: Fokus auf Monetarisierung
Die Aktien von Meta Platforms stiegen in der Woche um 4 %, nachdem Bloomberg am Donnerstag berichtete, dass der Instagram- und Facebook-Mutterkonzern seine Ausgaben für das Metaverse um bis zu 30 % kürzen wolle. Dies könnte ein kluger Schachzug von CEO Mark Zuckerberg sein, insbesondere wenn das Unternehmen sich auf Technologien konzentriert, die schneller monetarisiert werden können, wie Metas Smart Glasses und KI-Bemühungen. Meta hatte zuvor stark in das Metaverse investiert, was sich seit Ende Oktober, als das Management die Investitionsausgabenprognose erhöhte, negativ auf den Aktienkurs auswirkte. Berichte deuteten darauf hin, dass die Budgetkürzungen auch Entlassungen umfassen könnten.
Salesforce: Starkes Ergebnis trotz KI-Skepsis
Salesforce-Aktien sprangen in der Woche um 13 % nach oben, nachdem das Unternehmen ein starkes Ergebnis vorgelegt hatte. Obwohl es die bestperformende Aktie im Portfolio war, lag sie im Jahresverlauf immer noch 22 % im Minus. Diese Dynamik spiegelt die Schwierigkeiten von Salesforce wider, Investoren davon zu überzeugen, dass die Einführung generativer KI keine Bedrohung für das sitzbasierte Geschäftsmodell seiner Kern-Kundenbeziehungsmanagement-Software (CRM) darstellt.
- **Quartalsergebnisse:** Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 übertraf Salesforce die Markterwartungen mit einem Umsatz von 10,26 Milliarden US-Dollar (ein Wachstum von 8,6 % gegenüber dem Vorjahr) und einem bereinigten Gewinn pro Aktie von 3,25 US-Dollar, verglichen mit den prognostizierten 10,27 Milliarden US-Dollar Umsatz und 2,86 US-Dollar Gewinn pro Aktie.
- **Ausblick und KI-Plattform:** Das Management erhöhte am Mittwochabend auch die Prognose und gab mehr bezahlte Deals für Agentforce bekannt, die KI-Plattform des Unternehmens. CEO Marc Benioff argumentierte am Donnerstag in Jim Cramers "Mad Money", dass KI ein "Commodity Feature" sei, das den Wert der CRM-Software des Unternehmens steigere. Er bezeichnete Agentforce als die dritte Welle der KI, die über Co-Piloten hinausgeht zu einer neuen Ära hochpräziser, intelligenter Agenten, die den Kundenerfolg aktiv vorantreiben.
- **Bewertung und Investorenstimmung:** Die Bewertung von Salesforce-Aktien ist auf ein historisch niedriges Niveau gefallen, mit einem Forward-Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19, verglichen mit einem 10-Jahres-Durchschnitt von 47 für Salesforce und 22 für den S&P 500. Dieser Rückgang ist auf zunehmende Investorenzweifel an der Entwicklung der künstlichen Intelligenz zurückzuführen. Hilary Frisch, Senior Research Analystin bei ClearBridge Investments, kommentierte: "Wir brauchen einen Stimmungsumschwung bei den Investoren, und dieser wird durch Stabilität und eine Verbesserung des Umsatzwachstums angetrieben werden."
CrowdStrike: "Trophy Quarter" in Cybersicherheit
CrowdStrike meldete am Dienstagabend besser als erwartete Ergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 und eine starke Prognose. Jim Cramer bezeichnete es als "Trophy Quarter", nachdem das Cybersicherheitsunternehmen Rekordwerte bei Free Cash Flow, Annual Recurring Revenue und operativem Einkommen erzielt hatte. Die Aktie zeigte sich in der Woche weitgehend unverändert, was als üblich für Cybersicherheitsaktien wie CrowdStrike und Palo Alto Networks gilt, die nach starken Berichten oft zunächst fallen, um sich dann in den folgenden Wochen zu erholen. Nach dem Bericht wurde die Kaufempfehlung für CrowdStrike bekräftigt und das Kursziel von 520 US-Dollar auf 550 US-Dollar angehoben.
Weitere bemerkenswerte Aktienbewegungen
Am Donnerstag gab es weitere signifikante Bewegungen im S&P 500:
- **Dollar General (DG):** Die Aktien des Discounter-Einzelhändlers stiegen um 14 % und waren damit der Top-Performer im S&P 500, nachdem das Unternehmen die Quartalsgewinnschätzungen übertraf und seine Jahresprognose anhob. Das Unternehmen berichtete von einer starken Nachfrage von Verbrauchern aller Einkommenskategorien.
- GE Vernova (GEV): Die Aktien stiegen um fast 5 %, nachdem Barclays das Kursziel für die Aktie angehoben hatte. Analysten verwiesen auf die starke Nachfrage nach Gas- und Elektrifizierungsausrüstung des Energietechnologieunternehmens, gestützt durch den Ausbau von Rechenzentren und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.
- **Intel (INTC):** Die Aktien des Chipherstellers fielen um fast 8 % und verzeichneten damit den größten Verlust im S&P 500 am Donnerstag. Dies geschah, nachdem Berichte darauf hindeuteten, dass Intel nach einer strategischen Überprüfung seine Netzwerk- und Kommunikationseinheit behalten will. Zuvor hatte das Unternehmen erwogen, die Einheit zu verkaufen oder auszugliedern.
- **Kroger (KR):** Die Aktien der Supermarktkette fielen um 4,6 %, nachdem das Unternehmen einen geringer als erwarteten Umsatz für das dritte Quartal gemeldet hatte. Trotz übertroffener bereinigter Gewinne pro Aktie verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust, der die Auswirkungen einer Wertminderung von 2,6 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit der Schließung von drei automatisierten Lieferzentren widerspiegelt.
Fed-Erwartungen und Arbeitsmarkt
Händler setzen weiterhin darauf, dass die Federal Reserve in der kommenden Woche eine weitere Zinssenkung vornehmen wird, wobei die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt derzeit bei rund 87 % liegt. Der jüngste Challenger-Bericht untermauerte die Ansicht eines sich abkühlenden Arbeitsmarktes, mit Entlassungen, die im letzten Monat 71.321 erreichten – der höchste Wert für einen November seit 2022. Dies bringt die Gesamtzahl der Entlassungen im Jahresverlauf auf 1,17 Millionen. Andererseits fielen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der letzten Woche auf 191.000, den niedrigsten Stand seit über drei Jahren, obwohl diese Zahlen die volatile Thanksgiving-Periode umfassen.
Jim Cramers Investing Club: Portfolio-Anpassungen
Der CNBC Investing Club mit Jim Cramer führte in dieser Woche mehrere Transaktionen durch:
- Montag: Es wurden weitere Boeing-Aktien gekauft, nachdem sich der Kurs nach einem starken Rückgang im November stabilisiert hatte. Die Entscheidung, nicht während des Rückgangs zu kaufen, basierte auf der Beobachtung, dass die Aktie wie ein "fallendes Messer" gehandelt wurde.
- Dienstag: Weitere Procter & Gamble-Aktien wurden erworben, nachdem sie nach Bemerkungen von CFO Andre Schulten über ein volatiles US-Umfeld nachgegeben hatten. Die Position wird als defensive Maßnahme aufgebaut, falls der KI-Handel an Schwung verliert.
- Mittwoch: Gewinne bei Goldman Sachs wurden realisiert, nachdem die Aktie am Freitag ein Rekordhoch erreichte. Die langfristige Position wird weiterhin gehalten.
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