
Salesforce vs. Oracle: Welche Cloud-Aktie ist das bessere Investment?
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Salesforce (NYSE: CRM) und Oracle Corporation (NYSE: ORCL) sind zwei Schwergewichte im Markt für Cloud-Enterprise-Software, die beide maßgeblich die digitale Transformation von Unternehmen prägen. Dieser Artikel beleuchtet ihre jüngsten Finanzergebnisse, Wachstumsstrategien und Herausforderungen, um ihre Attraktivität als Investment zu vergleichen. Insbesondere der Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI) treibt bei beiden Unternehmen signifikante Entwicklungen voran.
Salesforce: KI-Fokus und CRM-Marktführerschaft
Salesforce hat sich laut Gartner seit Langem als Marktführer im Customer Relationship Management (CRM) etabliert. Das Unternehmen erweitert seine Vision jedoch über das reine Kundenmanagement hinaus und baut ein breiteres Ökosystem auf, das sich auf KI, Daten und Kollaboration konzentriert. Akquisitionen wie Waii, Bluebirds, Informatica und Slack unterstreichen diesen Wandel hin zu einer umfassenderen Unternehmensplattform.
Künstliche Intelligenz ist mittlerweile ein zentraler Wachstumstreiber für Salesforce. Seit der Einführung von Einstein GPT im Jahr 2023 integriert Salesforce generative KI in seine Angebote, um Unternehmen bei der Automatisierung von Prozessen, der Verbesserung der Entscheidungsfindung und der Stärkung von Kundenbeziehungen zu unterstützen. Die neueste Innovation, Agentforce, gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung.
Finanzielle Performance von Salesforce
Die KI-gesteuerten Angebote, darunter Agentforce in Kombination mit Data Cloud, generierten im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 wiederkehrende Umsätze von 1,4 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 114 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Agentforce allein trug 540 Millionen US-Dollar zu diesen wiederkehrenden Umsätzen bei, ein beeindruckendes Wachstum von 330 % im Jahresvergleich.
Finanziell liefert Salesforce weiterhin eine solide Leistung ab. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stiegen die Umsätze um 10 % und der Non-GAAP-Gewinn pro Aktie (EPS) um 34,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Gewinn übertraf die Zacks Consensus Estimate um 14,04 %, während der Umsatz die Konsensschätzung erreichte. Die gesamten verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) beliefen sich Ende des dritten Quartals 2026 auf 59,5 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 12 % gegenüber dem Vorjahr. Das Management erwartet für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Anstieg der aktuellen RPO um etwa 15 %, was auf eine anhaltende Wachstumsdynamik hindeutet. Die Non-GAAP-Betriebsmarge expandierte im dritten Quartal um 240 Basispunkte auf 35,5 %. Diese Ergebnisse zeigen, dass Salesforce sich von einem wachstumsstarken Modell zu einem effizienteren, profitableren Anbieter von Unternehmenslösungen entwickelt, ohne dabei die Innovation zu vernachlässigen.
Oracle: Cloud-Infrastruktur und Multi-Cloud-Strategie
Oracle zeigt ebenfalls eine starke finanzielle Entwicklung. In den zuletzt gemeldeten Finanzergebnissen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 stiegen die Umsätze um 14 % gegenüber dem Vorjahr auf 16,1 Milliarden US-Dollar, während der Non-GAAP-EPS um 54 % auf 2,26 US-Dollar zulegte. Diese robuste Performance wurde maßgeblich durch das explosive Wachstum im Bereich der Cloud-Infrastruktur angetrieben, da Oracle sich zunehmend als bevorzugtes Ziel für KI-Workloads etabliert.
Die Umsätze aus Oracles Cloud-Infrastrukturgeschäft wuchsen im zweiten Quartal um 68 % gegenüber dem Vorjahr auf 4,1 Milliarden US-Dollar. Die Nachfrage nach Grafikprozessoren (GPUs), die für das KI-Training verwendet werden, stieg in den letzten zwölf Monaten um 177 %. Im zweiten Quartal konnte das Unternehmen neue Verpflichtungen in Höhe von 68 Milliarden US-Dollar von Kunden wie Meta (NASDAQ: META) und NVIDIA (NASDAQ: NVDA) gewinnen.
Oracle expandiert zudem durch seine Multi-Cloud-Strategie, die das Wachstum seiner Cloud-Datenbankdienste vorantreibt. Im zweiten Quartal stiegen die Umsätze mit Cloud-Datenbankdiensten um 30 % gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen fügte im letzten Berichtszeitraum elf neue Multi-Cloud-Regionen hinzu, wodurch sich die Gesamtzahl auf 45 Regionen erhöhte. Der Multi-Cloud-Verbrauch stieg im zweiten Quartal um 817 %, was eine starke Akzeptanz seiner Cloud-Datenbankdienste verdeutlicht.
Herausforderungen für Oracle
Trotz des starken Wachstums steht Oracle vor Herausforderungen bei der Umsetzung. Das Unternehmen erhöhte seine Prognose für die Kapitalausgaben im Geschäftsjahr 2026 auf rund 50 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg um 15 Milliarden US-Dollar, was die massiven erforderlichen Infrastrukturinvestitionen widerspiegelt. Der Free Cash Flow im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 war mit negativen 10 Milliarden US-Dollar erheblich schlechter als die Analystenkonsensschätzung.
Eine hohe Kundenkonzentration stellt ein erhebliches Risiko dar, da der gemeldete 300-Milliarden-Dollar-Infrastrukturdeal mit OpenAI den Großteil des RPO-Wachstums ausmacht. Die steigende Verschuldung inmitten einer negativen Cashflow-Generierung wirft Fragen zur finanziellen Flexibilität auf. Die Prognose für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 sieht ein Umsatzwachstum von 19 % bis 21 % vor, wobei für das Geschäftsjahr 2027 zusätzliche Umsätze von 4 Milliarden US-Dollar erwartet werden.
Gewinnschätzungen und Analystenmeinungen im Vergleich
Salesforce weist im Vergleich zu Oracle eine solide Historie bei der Überraschung der Gewinnschätzungen auf. CRM übertraf die Zacks Consensus Estimate für den Gewinn in jedem der letzten vier Quartale. Oracle hingegen übertraf die Konsensschätzung für den Gewinn in zwei der letzten vier Quartale, erreichte sie einmal und verfehlte sie in einem Fall.
Die Wall Street-Analysten scheinen hinsichtlich der Profitabilität von Salesforce optimistischer zu sein. In den letzten 30 Tagen blieb die Zacks Consensus Estimate für die Gewinne von CRM im Geschäftsjahr 2026 und 2027 unverändert. Für Oracle hingegen wurde die Konsensschätzung für die Gewinne im Geschäftsjahr 2026 und 2027 in den letzten sieben Tagen nach unten korrigiert.
Bewertung: Salesforce günstiger als Oracle
Beim Vergleich der Bewertungen der beiden Aktien handelt Oracle derzeit mit einem höheren Forward-12-Monats-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 20,24 im Vergleich zu Salesforce' 14,53. Dies deutet darauf hin, dass Anleger für die ORCL-Aktie einen größeren Aufschlag zahlen, obwohl die Gewinnschätzungen nach unten korrigiert wurden.
Fazit: Salesforce im Vorteil
Sowohl Salesforce als auch Oracle sind beeindruckende Kräfte im Cloud-Enterprise-Softwaremarkt. Dennoch sticht Salesforce als die bessere Investmentwahl für den heutigen Zeitpunkt hervor. Das beschleunigte Wachstum von Salesforce im Bereich KI, die tief integrierte Plattformstrategie und die überlegenen Aussichten für das Gewinnwachstum bieten ein überzeugenderes Risiko-Rendite-Profil. Während Oracle ein massives Infrastrukturwachstum anstrebt, das sich langfristig auszahlen könnte, erfordert dies hohe Ausgaben und birgt ein Konzentrationsrisiko. Ein niedrigeres Bewertungs-Multiple als Oracle spricht ebenfalls für Salesforce als bessere Investmentoption. Aktuell hat Salesforce einen Zacks Rank #2 (Buy), was die Aktie im Vergleich zu Oracle, das einen Zacks Rank #3 (Hold) aufweist, zu einer bevorzugten Wahl macht.